Grabser rufen zur Hilfe auf

GRABS/DOMINICA ⋅ In der W&O-Sommerserie erzählte Johanna Berger vom Segeltörn durch die Karibik. Inzwischen sieht dort alles ganz anders aus, Dominica ist auf Hilfe angewiesen.
04. Oktober 2017, 05:20

Auf Dominica, ihrer «Herzensinsel» (nicht zu verwechseln mit der Dominikanischen Republik), lernte die 19-jährige Grabserin auf dem Segeltörn um die karibischen Trauminseln die Schweizer Fa­milie Burkard kennen, mit der sie heute noch regen Kontakt hat. Chris und Andy Burkard leben mit ihren zwei Söhnen seit 30 Jahren auf der weitgehend von Urwald bedeckten Insel und setzen sich speziell für Kinder und Jugendliche ein. Als ausgebildete Turnlehrer ist es ihnen ein ­An­liegen, diese mit Sportange­boten von der Strasse weg zu bringen und Prävention und ­Gesundheitsförderung zu be­treiben. Dafür gründeten sie den Verein Sport Aid Dominica ( www.sportaiddominica.org ) mit Sitz in der Schweiz.

Dominica ist eine der ärmsten Inseln der Karibik. Die Einwohner leben mehrheitlich als Selbstversorger, denn Tourismus und Wirtschaft spielen praktisch keine Rolle. Seit dem 19. Sep­tember hat die Familie Burkard und ihr Verein eine andere Aufgabe. Hurrican Maria fegte mit 300 Stundenkilometern über Dominica und hinterliess eine Spur der Zerstörung. Drei Viertel der Häuser sind unbewohnbar, die Bananenfelder als einzige Export­quelle dem Erdboden gleich. Es gibt keine Möglichkeit mehr zur medizinischen Versorgung, keinen Strom und auch das Trinkwasser ist ungeniessbar geworden. Auch die Familie Burkard verlor ihr ganzes Hab und Gut. Dies erfuhren Johanna Berger und ihre Familie nach mehreren Tagen via Satellitentelefon.

Diese Nachricht erschütterte sie. Das ehemals einzigartige Paradies gibt es nicht mehr. Johanna Berger wurde klar, dass sie etwas tun muss, um die ihr lieb gewordene Insel in Not zu unterstützen. Gerade weil die Insel politisch eigenständig ist, kann sie auch kaum auf Unterstützung von Amerika, England oder Frankreich hoffen, wie dies andere karibische Inseln tun können.

Sport Aid Dominica führt eine Spendenaktion durch. Mit direkter Verbindung zur Regierung (Andy Burkart arbeitet für das Ministerium Kultur, Sport und Jugend) kann sichergestellt werden, dass das Geld zu 100 Prozent Aufbauprojekten auf der Insel zugutekommt. Familie Berger möchte Menschen aus unserer Region für diesen Spendenaufruf erwärmen. Sie weiss, in Dominica kann man die Hilfe wahrlich brauchen und wird dankbar dafür sein. (wo)

Einzahlungen an: Sport Aid Dominica, 8000 Zürich; IBAN: CH05 0900 0000 8905 7131 5; Vermerk: Spendenaufruf ­Johanna Berger


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