Es braucht Glück bei der Zucht

WARTAU ⋅ Früher, als die Viehzuchtgenossenschaft vor 125 Jahren in Azmoos gegründet wurde, war vieles anders. Aber damals wie heute wird die Zucht von Braunvieh mit grösster Sorgfalt gepflegt. Gestern wurden 500 Tiere gezeigt.
07. Oktober 2017, 09:30
Heidy Beyeler

Heidy Beyeler

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Das Interesse war gross – bei den Landwirten wie auch bei der Bevölkerung – anlässlich der Schau zum 125-Jahr-Jubiläum der Viehzuchtgenossenschaft (VZG). Von 21 Viehhaltern der VZG Wartau haben 17 Braunviehzüchter insgesamt 500 Tiere zur Viehschau aufgetrieben. «Es waren etwa hundert Tiere mehr als in den vergangenen Jahren. Es haben ein paar Landwirte mehr mitgemacht als in den Vorjahren», sagte Leonhard Gabathuler, Präsident der VZG Wartau, zufrieden. Und so mussten auch 100 Tiere mehr rangiert und entsprechend eingestellt werden.

In der Viehzucht hat sich all die Jahre etliches verändert. So werden die Kühe beispielsweise in den meisten Fällen künstlich befruchtet und häufig werden in der Milchwirtschaft auch keine «Bullen» mehr gehalten.

Während die Tiere in die entsprechenden Abteilungen eingereiht wurden, wurden Rinder und Kühe mit fachmännischen Blicken gewürdigt. Da und dort hielt der eine oder andere Viehzüchter Ausschau für ein geeignetes Zuchttier, das er eventuell kaufen könnte. Entscheide werden aber in der Regel erst nach den erfolgten Rangierungen und Prämierungen getroffen.

Ein Freudentag für die Familie Forrer

Spannend wurde es, als die Ausmarchung von den Schönsten und Besten über die Bühne ging. Die Prämierung von Mutter und Tochter ist für die Züchter ganz wichtig. Wenn die Beurteilung des Experten gut ausfällt, so weiss der Züchter, dass er sich auf dem richtigen Weg befindet. In der Tat gab es da und dort eine Tochter, die ihrer Mutter auffallend ähnlich sah. So auch beim Gewinnerpaar – Soraya und Sina von Walter Forrer, Weite. Nebst dieser Auszeichnung hatte die Familie Forrer auch beim «Schöneutertitel ältere Kühe» die Nase vorn mit Victoria; und Zilia schaffte es in der Kategorie «Schöneutertitel Jung» auf den 3. Rang. Dass dann auch noch die Miss Wartau, wiederum Sina (abstammend von Noldi), aus dem Stall von Walter Forrer kommt, ist der beste Beweis, dass die Familie Forrer wirklich etwas von der Braunviehzucht versteht (siehe Titelseite). Immerhin gewann im vergangenen Jahr ebenfalls eine Kuh von Forrers den Titel Miss Wartau.

David Forrer, der Junior, meinte denn auch: «Bei uns haben die Tiere Familienanschluss, weil sich die ganze Familie – Vater, Mutter, die Schwestern und ich – um die 30 Kühe und etwa 30 Rinder kümmert.» Und dann sagte er so nebenbei: «Ja, für uns ist es ein Freudentag, zumal zusätzlich zu den genannten Auszeichnungen auch weitere sechs Tiere in der Rangierung der Abteilungen auf den 1. Platz kamen.» Ein schönes Geschenk von der Jubiläumsschau, auch wenn Walter Forrer bescheiden sagte: «Es hat sicher etwas mit Zuchterfahrung zu tun, dazu braucht es aber auch etwas Glück.» David Forrer kann demzufolge schon jetzt von Vaters langjährigen Erfahrungen und Erfolgen lernen.

Viele Leute an der Jubiläumsschau

Am Schluss der Viehschau zeigte sich Leonhard Gabathuler sehr zufrieden. Dank vielen Helfenden, vor allem von Seiten der Jungbauern, habe alles gut geklappt. «Und schön ist es, dass so viele Leute, Landwirte und Bürger aus der Bevölkerung gekommen sind. Und mit dem Wetter haben wir viel Glück gehabt, nachdem die Prognosen schlecht aussahen.» Dann verabschiedete er sich mit den Worten: «Jetzt bringen wir unsere Tiere nach Hause, melken und danach geht’s zur Feier mit einem unterhaltsamen Abend im Zelt – mit Musik.»


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