Ein Verlust als schöne Investition

TRÜBBACH/SARGANS ⋅ Der Verein Tschernobyl Kinder kann künftige Projekte in der Ukraine und das Kinderlager am Flumser Kleinberg mit einer neuen Führung in Angriff nehmen.
06. Dezember 2017, 05:22

Das Erfreuliche: Der Mitgliederbestand des Vereins Tschernobyl Kinder mit Sitz in Trübbach hat seine Mitgliederzahl um fünf Personen auf 118 erhöhen können. Das Unerfreuliche: Die Spenden gingen im vergangenen Vereinsjahr leicht zurück. «Wir müssen die Ausgaben besser prüfen und können weniger Projekte in Angriff nehmen», zog Präsident Daniel Oberer (St. Margrethen) an der HV im Schloss Sargans die Folge aus dieser Entwicklung.

Seit seiner Gründung unterstützt der Verein Kinder und Jugendliche aus dem Distrikt Lugini in der Ukraine auf deren Lebensweg. Zu den Projekten im ablaufenden Jahr gehörten unter anderem der Einbau neuer Fenster und Sanitäranlagen in Schulen, ein Sportgerüst, Schulmaterial für Erstklässler und die Teilübernahme von Studienkosten für zehn Studenten. Daneben bildet das alljährliche Kinderlager im Haus Margess (Flums-Kleinberg) das Hauptengagement der unentgeltlich arbeitenden Mitglieder und Helfer. Selbst die Reisekosten in die Ukraine für Einzelhilfe und die Umsetzung von Projekten vor Ort tragen die Vorstandmitglieder stets selber.

Umso erfreulicher ist es für den Verein, dass – mit einer Ausnahme – der gesamte Vorstand weitermacht und auch einstimmig bestätigt wurde. Für Petra Spirig Kunz (Diepoldsau), die während langer zwölf Jahren im Vorstand mitwirkte, konnte mit Gian-Reto Zanetti (Berneck) ein Nachfolger für das so wichtige «Finanzamt» gefunden werden. Gerade dieser Bereich mit Finanzierungen und Abrechnungen von Projekten und Lagern erfordert grösste Aufmerksamkeit. Auch muss mal ein Verlust begründet werden, so etwa im Protokoll der letzten HV. Dieses unschöne Wort wusste Revisor Edi Pesavento (Bad Ragaz) aber zu relativieren: «Im Falle unseres Vereins ist dieser Verlust eine schöne Investition.» Mit etwas Schönem rundete auch Vizepräsident Fabian Maasch (Untervaz) den Anlass ab. Er erzählte von seinem eindrücklichen letzten Besuch in der Ukraine.

 

Andreas Hörner

redaktion@wundo.ch


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