«Die VAT ist Teil einer weltweiten Wachstumsstory»

HAAG ⋅ Bei einem Rundgang durch das Produktionszentrum bot die VAT Group Einblicke in ihre Erfolgsgeschichte. Weil sie anhält, werden der Hauptstandort Haag und als Ergänzung dazu auch der Standort Malaysia ausgebaut.
07. Oktober 2017, 09:31
Heini Schwendener

Ohne Vakuum gäbe es weder Smartphones noch Flachbildschirme, weder Mikroelektronik noch Sonnenkollektoren, weder Elektrofahrzeuge noch viele Errungenschaften im Gesundheitswesen. Davon profitiert die VAT Group. Sie ist nicht nur irgend eine Herstellerin von Vakuumventilen, sondern weltweit klarer Leader. Ihr Marktanteil ist achtmal grösser als jener der Nummer zwei auf der Welt – Tendenz weiter steigend.

Die VAT Group mit Hauptsitz in Haag und Standorten in Malaysia und Rumänien steht damit am Anfang einer Wertschöpfungskette, die bei den internationalen Topshots wie Intel, Motorola, Apple oder Samsung endet.

Mit 41 Prozent Marktanteil weit vor der Konkurrenz

Zum Augenschein vor Ort gesellten sich Verwaltungsratspräsident Martin Komischke und die Geschäftsleitung mit CEO Heinz Kundert, Andreas Leutenegger (Leiter Finanzen) und Jürgen Krebs (Leiter operatives Geschäft). Martin Komischke bezeichnete die VAT Group als weltweit einzigartig. Vereinfacht gesagt, habe sich das Unternehmen auf eine einzige Komponente, nämlich Vakuumventile, konzentriert, «doch das können wir wie niemand sonst.» Dass VAT trotz ihres starken Marktanteils diesen 2016 noch einmal um 5 Prozent auf nunmehr 41 Prozent erhöhen konnte, sei ein weiteres Indiz für die Einmaligkeit des Unternehmens. «Die Digitalisierung treibt unser Geschäft an», sagte der Verwaltungsratspräsident, «die VAT ist Teil dieser weltweiten Wachstumsstory.» Welche Auswirkungen dies auf den Hauptstandort im Haager Industriegebiet hat, erläuterten der CEO und die Geschäftsleitungsmitglieder (vgl. auch W&O vom 25. August).

In Haag wurden heuer bereits 180 Leute eingestellt, der Mitarbeiterbestand hat sich auf 1100 erhöht. 60 Prozent der Belegschaft hat ihren Wohnsitz in der Schweiz, 30 Prozent in Österreich. Insgesamt arbeiten bei der VAT in Haag Leute aus 25 Nationen. «Zum Glück gibt’s die Personenfreizügigkeit», sagte CEO Kundert. Die VAT ist die grösste Arbeitgeberin im Werdenberg. 30 Lehrlinge werden derzeit ausgebildet. Es dürften gerne mehr sein, wenn denn Nachwuchs gefunden werden könnte.

Die steil ansteigende Nachfrage schafft neue Arbeitsplätze, erfordert aber auch neue räumliche Kapazitäten. In Haag wird auch in diesem Bereich investiert, genauso wie in Malaysia, wo die Produktionsfläche von heute 6500 m2 auf rund 24000 m2 erweitert wird.

Martin Komischke versicherte, dass der Ausbau in Malaysia an der Substanz in Haag nichts ändere. Im Rheintal werde auch künftig die Wiege der VAT-Technologie sein. Aber auch die Fertigung werde hier trotz hoher Kosten nicht aufgegeben, denn Forschung und Entwicklung ohne Fertigung am gleichen Standort gehe in dieser Branche nicht.

Heini Schwendener

heini.schwendener@wundo.ch


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