Bedeutendes Naherholungsgebiet

BUCHS ⋅ Mit einer öffentlichen Begehung ist am Samstag die Revitalisierung des Werdenberger Binnenkanals (WBK) mit zahlreichem Publikum offiziell gefeiert worden.
26. Juni 2017, 05:17
Hansruedi Rohrer

Hansruedi Rohrer

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Die abgeschlossene Revitalisierung löste bei den Besuchern nicht nur Interesse, sondern Bewunderung aus. Seit dem Spatenstich vor neun Monaten ist zwischen ARA Buchs und Ochsensand ein völlig neuer Lebensraum für Flora und Fauna entstanden. Auch werden bis am Schluss etwa 12700 Stück gepflanzte Bäume und Sträucher zur Bereicherung beitragen. Diese Pflanzungen können erst im Herbst durchgeführt werden.

Die Begehung startete im Ochsensand und endete bei der ARA, am Schluss gab es Verpflegung für alle in der Festwirtschaft beim Schiessplatz. Naturfreunde und Erholungsuchende schlägt das Herz jetzt bestimmt höher, wenn sie die neu geschaffene Oase entlang des Werdenberger Binnenkanals besuchen. Der einstige Kanal ist auf einer Länge von 2150 Metern nicht mehr zu erkennen.

Aushub wurde vor Ort wiederverwertet

Projektleiter Dominik Wäger hiess die Gäste am Samstag im Namen des Planungsbüros Bänziger Partner AG, Oberriet, bei der Ceres-Brücke herzlich willkommen. Er beschrieb das Projekt aus technischer und ökologischer Seite und sagte unter anderem, dass sämtlicher Aushub – bis auf den Altasphalt – inklusiv Wurzelstöcke im Areal wiederverwertet wurden. Vom ehemaligen gradlinigen Kanal sei heute nicht mehr viel zu sehen. «Dieser wurde im mittleren Abschnitt mit dem Aushub verfüllt und fachgerecht rekultiviert. In wenigen Jahren kann diese 9000 Quadratmeter grosse Fläche als wertvoller Ackerboden genutzt werden.»

Ein grosses Anliegen sei es jedoch, dass der neu gestaltete Bereich durch den Besucher adäquat und behutsam genutzt werde. Man soll sich so verhalten, dass keine Verbote ausgesprochen werden müssen.

Regierungsrat Marc Mächler freute sich, hier zu sein. Die Schnelligkeit zeichne dieses Projekt aus, meinte er. Doch das Endergebnis müsse stimmen. Dass diese Revitalisierung überzeuge, zeige die Beteiligung des Bundes. Dieser übernehme nämlich 80 Prozent der Kosten. «Es ist also von oberster Stelle bestätigt worden, dass wir stolz auf das Erreichte sein können.» Ausserdem habe das Projekt private Gönner überzeugt. Diese hätten die grosse Bedeutung für die Region erkannt und wichtige finanzielle Beiträge geleistet. Das Projekt selbst soll als sogenannter Katalysator wirken, indem sich andere Gemeinden das Projekt zum Vorbild nehmen, sagte der Regierungsrat weiter.

Realisiert auf Boden der Ortsgemeinde

«Wenn etwas Gutes, Schönes, Einzigartiges in der Natur entsteht, dann ist in fast allen Fällen, da können Sie darauf gehen, auch eine Ortsgemeinde daran beteiligt», sagte Ortsgemeindepräsident Heini Senn in seiner Ansprache. Das sei auch hier der Fall. Die gesamte Fläche, durch die sich das renaturierte Gewässer jetzt bewege, befinde sich im Besitz der Ortsgemeinde Buchs. Die Ortsgemeinde sei diesem Projekt ab der ersten Sitzung positiv gegenübergestanden.

«Wir sehen unsere Aufgabe darin, die wunderschöne Natur und Umgebung, das Naherholungsgebiet, in dem wir leben, der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen und näher zu bringen», sagte Heini Senn. Hier habe man sogar noch durch den aufgeschütteten Kanal eine Hektare wertvolles Landwirtschaftsland dazugewonnen. Die Ortsgemeinde Buchs habe die sechs Millionen Franken teure Renaturierung mit 100000 Franken unterstützt, verriet Ortsgemeindepräsident Heini Senn weiter.

Beat Tinner, Präsident WBK-Unternehmen, entbot Worte des Dankes. Viele Vertretungen aus Politik, Behörden, Ämtern, Fischereiverein und Geldgebern hätten es sich nämlich nicht nehmen lassen, dem heutigen Tag beizuwohnen. Dieses Projekt zeige, dass auch unter Beibezug vieler Beteiligter ein ausgezeichnetes Ergebnis erzielt werden könne. Das WBK-Unternehmen, welches den Hochwasserschutz für Anrainer seit über 120 Jahren gewährleiste, sei sich dieser Verantwortung bewusst und führe die Arbeit der Vorfahren weiter. Jedoch unter Berücksichtigung der neuesten Erkenntnisse des Wasserbaus.

Der Mensch brauche Wasser, sagte der Buchser Stadtpräsident Daniel Gut zur Festgemeinde. Wichtige Gewässer seien auf der einen Seite der Rhein und auf der anderen Seite die Bäche in der Siedlung Buchs, die als Oase genutzt werden können. Und dazwischen sei nun mit dem Binnenkanal ein wunderschönes Naherholungsgebiet mit all seinen Elementen geschaffen worden.

«Es ist eine grosse Sache daraus geworden, davon haben alle nur gewonnen», so Daniel Gut.


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