Einwohner stehen für Bäckerein ein

SALEZ ⋅ Der Kanton St. Gallen gibt zu, dass er die Situation am Bärenlochweg unterschätzt hat. Deshalb bleiben beide Zufahrten zur Bäckerei Berger erhalten. Auch der Fussgängerstreifen und das Wartehäuschen bleiben, wo sie sind.
04. Oktober 2017, 05:20
Alexandra Gächter

Alexandra Gächter

alexandra.gaechter@wundo.ch

Dass Nachbarn zusammenhalten und miteinander für eine Sache einstehen können, hat eine ­Gruppe Einwohner rund um den Bärenlochweg in Salez kürzlich bewiesen. Als das Tiefbauamt und die Kantonspolizei St. Gallen zur Begehung einluden, kamen alle, die am Fussgängerstreifen-Projekt etwas auszusetzen hatten und sassen an einen Tisch (siehe Zweittext).

Das Tiefbauamt und die Kantonspolizei fühlten sich nicht etwa in die Enge getrieben, sondern «freuten sich darüber», sagte Ueli Berger von der gleichnamigen Bäckerei. «In einer Stadt wäre das nicht möglich gewesen, dass alle Einsprecher am selben Strang ziehen. Vielmehr würde jeder einzelne auf sich schauen und so hätten Tiefbauamt und Kantonspolizei etliche Lösungsvorschläge, die wiederum irgendeinem anderen Einsprecher nicht gefallen würde», zitierte Berger das Tiefbauamt.

Den Bärenlochweg unterschätzt

Im Gespräch gaben die Vertreter des Kantons zu, dass sie die Situa­tion am Bärenlochweg unterschätzt haben. Auf der Wiese neben der Bäckerei wird ein Mehrfamilienhaus gebaut. Damit wird es in Zukunft noch mehr Anwohner geben, welche auf die ­Zufahrt der Bergers angewiesen sind. Dieser Umstand wurde nicht berücksichtigt und so war schnell klar, dass das ursprüng­liche Vorhaben des Kantons keine gute Lösung ist. «Nicht nur un­sere Nachbarn, auch der Salezer Ortsgemeindepräsident Hans­ueli Dütschler und der Sennwalder Gemeindepräsident Peter Kindler unterstützten mich und meine Familie bei unserem Anliegen», so Ueli Berger.

Schnell war klar, die beiden Zufahrten der Bäckerei Berger müssen erhalten bleiben. Bei der südlichen Zufahrt ist neu vorgesehen, dass ein Stein die Zufahrt beschränkt, sodass man sie nur noch rechtwinklig befahren kann. «Das ist in Ordnung», sagt Berger. Zudem überprüft die Kantonspolizei, ob bei der Zufahrt Süd künftig Einbahn gelten soll. «Auch damit kann ich leben», sagte Berger.

Abfall nun nicht mehr vor der Haustüre

Der Fussgängerstreifen wird an derselben Stelle bleiben. Sicherer wird er durch die Verschiebung der Bushaltestelle Nord. Diese wird sich in Zukunft ein paar ­Meter weiter nördlich, vor dem Dumenweg und somit weiter weg vom Fussgängerstreifen befinden. Bergers Nachbarin freut sich darüber, da sich nun die Haltestelle und der damit verbundene Abfall nicht mehr vor ihrer Haustüre befindet. Das Wartehäuschen der Bushaltestelle Süd bleibt, wo es ist. Dieses hätte ursprünglich just auf die Wiese gezügelt werden sollen, auf der ein Mehr­familienhaus gebaut wird. «Den neuen Nachbarn in den Garten sozusagen», präzisiert Berger. Selbstverständlich freuen sich auch diese Nachbarn. «Alle sind zufrieden. Besonders schön ist, dass alles ohne Streit abgelaufen ist», sagt Berger.

In den nächsten Wochen wird Ueli Berger den definitiven Plan vom Tiefbauamt St. Gallen und der Kantonspolizei St. Gallen erhalten. Er geht davon aus, dass darauf alles so sein wird, wie besprochen.


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