Tagblatt Online, 04. Februar 2010 01:02:02
CVP-Fraktion gegen Provisorium
Der Kanton will mit dem Wiederaufbau der eingestürzten Turnhalle im Riethüsli warten und ein Provisorium erstellen. Dagegen spricht sich nun die kantonale CVP-Fraktion aus. Sie hält dieses Vorgehen für unnötig und teuer.
St. Gallen. Die Ursache für den Einsturz der Turnhalle Riethüsli ist seit Dezember geklärt. Die Frage nach der Haftung allerdings könnte die Behörden noch eine Weile beschäftigen. Da ein jahrelanger Rechtsstreit droht, soll die eingestürzte Halle vorerst unangetastet bleiben und der Sportunterricht stattdessen in einem Provisorium stattfinden. Für dieses veranschlagt der Kanton 4,5 Millionen Franken – zu viel Geld, wie die CVP-Fraktion des Kantons St. Gallen findet.
Ein rascher Wiederaufbau sei sinnvoller als ein unnötiges Provisorium, schreibt sie in einer Einfachen Anfrage an den Kantonsrat.
Unverzüglich wiederherstellen
Die Dauer des Rechtsstreits darf nach Ansicht der Fragesteller keine Auswirkung auf den Zeitpunkt des Wiederaufbaus der Halle haben. Denn der Schadenfall sei lückenlos dokumentiert und die beschädigte Fassade zur Beweissicherung sehr detailliert aufgenommen worden.
Zugunsten der Lernenden am Gewerblichen Berufs- und Weiterbildungszentrum müsse die Halle deswegen unverzüglich wieder hergestellt werden. Die CVP–Fraktion erinnert daran, dass die Fundamente der eingestürzten Dreifachsporthalle intakt und vor dem Wetter geschützt worden seien – einem Wiederaufbau stünde somit nichts im Weg.
Ausserdem weist sie darauf hin, dass das Provisorium auf einem Fussballplatz zu stehen kommen soll, der damit ebenfalls nicht mehr genutzt werden könne.
Schneller Aufbau günstiger?
An die Kantonsregierung richtet sie daher die Frage, ob es nicht kostengünstiger und schneller sei, die Halle auf ihrer vorhandenen Bausubstanz wiederherzustellen.
Weiter möchten die Anfragesteller wissen, mit welchen Kosten bei einer Wiederherstellung gerechnet werden muss. Auskunft erhofft sich die Fraktion auch auf die Frage, ob bereits Verhandlungen mit Versicherungen laufen und ob diese bereit sind, etwas anderes als die Wiederherstellung zu bezahlen. Zuletzt will sie von der Regierung wissen, ob aus deren Sicht die unverzügliche Wiederherstellung ein Provisorium überflüssig machen würde. (pd/sym)
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