Direkte Links und Access Keys:

Tagblatt Online, 26. August 2010 01:02:52

Vom «Edelhelfer» zum OK-Mitglied

Zoom

Als Bauchef des Country City Toggenburg ist Marcel Huber auch für das Schild «Herzlich willkommen» am Eingang zur Tennishalle in Unterwasser verantwortlich. (Bild: Bild: Katharina Rutz)

Bereits seit zehn Jahren ist Marcel Huber dem Country City Toggenburg treu. An der zehnten Ausgabe vom kommenden Wochenende ist er massgeblich beteiligt, die Liste seiner Aufgabe ist so lang, dass man sich fragt: Schläft der Mann überhaupt noch?

Herr Huber, hören Sie Country Musik?

Marcel Huber: Nein, nicht unbedingt. Mir gefällt der harte Rock besser.

Dennoch sind Sie seit zehn Jahren als Helfer und OK-Mitglied beim Country City Toggenburg dabei. Was gefällt Ihnen so daran?

Marcel Huber: Der Anlass mit dem ganzen Rahmenprogramm ist cool. Ich freue mich nicht auf einen speziellen Programmpunkt, sondern auf das ganze «Happening». Ausserdem passt Country Musik in unseren ländlichen Raum.

Marcel Huber ist im oberen Toggenburg aufgewachsen, verbrachte einen Teil seiner Kindheit auch in Südafrika, wo seine Mutter herkommt. Nach einigen Jahren in Zürich, übernahm er das Geschäft H&S Fenster und Türen. Dieses führt er zusammen mit seinem Vater. Auch im OK des Country City Toggenburgs arbeiten Vater und Sohn gemeinsam. Doch zuerst einmal begann Marcel Huber als Helfer.

Was hatten Sie als Helfer zu tun?

Marcel Huber: Ich war ein «Edelhelfer» (lacht) und nahm schon immer eine Woche Ferien für das Country City. Ich half und helfe beim Auf- und Abbau und war früher während des Fests im Kassenhäuschen anzutreffen. Den Mittwoch brauchte ich dann zur Erholung. Es war die strengste Woche im Jahr – schliesslich muss man die Party auch bis in die Frühe geniessen.

Wie kamen Sie dann ins OK?

Marcel Huber: Ich liess mich überreden (lacht wieder). Einige OK-Mitglieder sind ausgetreten und da viele meiner Kollegen mit dabei waren und auch mein Vater, sagte ich ja.

Die Liste seiner Aufgaben ist lang: Bauchef, Camping, Tombola (es gibt als Hauptpreis einen Reisegutschein im Wert von 4000 Franken zu gewinnen) und die Betreuung der Harley-Fahrer gehören dazu. Er fährt selber zwar keine Harley, aber dennoch eine «rechte» Maschine.

Seit diesem Jahr zählt die Kawasaki ZX-10R Ninja zu seinen liebsten Hobbies, neben seiner Tätigkeit als Spielleiter im Tennisclub. Er wartete allerdings mit dem Töfffahren, bis er 33 Jahre alt und «vernünftig genug» dafür geworden sei.

Wie sind die berüchtigten Harley-Fahrer denn so im Umgang?

Marcel Huber: Sie sind überhaupt nicht kompliziert. Das einzige was sie brauchen ist ein Platz, wo sie ihre Maschinen parkieren können. Ansonsten sind sie äusserst umgängliche Typen.

Wie viele Personen werden am Country City campieren?

Marcel Huber: Rund 20 Wohnmobile haben sich bereits angemeldet und nochmals ebenso viele Zelte. Zudem werden dieses Jahr auch mehr Tipis stehen. Zehn der 13 geplanten Tipis sind bereits für Übernachtungen gebucht. In den anderen gibt es noch Platz.

Was haben Sie als Bauchef des Country City zu tun? Die Tennishalle steht ja bereits.

Marcel Huber: Stimmt, doch in der Halle müssen der Boden verlegt und die Bars aufgestellt werden. Im Dorf bin ich für die ganze Beschilderung zuständig. Zudem gibt es dieses Jahr auch einige Veränderungen. Der Platz, den die Coop-Baustelle einnimmt, steht uns nicht mehr zur Verfügung. Die Bühne für die Country Band «Bluet und Lêberwürscht» plazieren wir neben der Kugel-Bar. Das Festzelt wird auf dem Parkplatz neben den äusseren Tennisplätzen aufgestellt. Die Umplazierung bringt eher Vorteile, so werden die Besucherinnen und Besucher wohl weniger über die Hauptstrasse müssen.

Für den Bau stehen ihm zehn der insgesamt rund 100 Helferinnen und Helfer zur Verfügung. Das Verlegen des Bodens ist zeitintensiver. Dann arbeiten noch mehr Leute für ihn. Mit dem Aufbau wurde am Dienstagnachmittag begonnen.

Wie bringen Sie all diese Aufgaben zusammen mit Ihrem Geschäft unter einen Hut?

Marcel Huber: Keine Ahnung (lacht), es ist halt mein Hobby. Ich habe wirklich viel zu tun. Allerdings bestehen gute Aufgabenlisten, die wir Punkt um Punkt durcharbeiten können. Für gewisse Dinge reichen auch einige Telefonanrufe, da das Team sehr gut eingespielt ist.

Das Team besteht aus OK-Präsident Beat Frischknecht, Martin Sailer, Brigitte Werder, Christine Bolt, Erwin Huber und Marcel Huber. Während der zehn Jahre gab es einige Wechsel im Organisationskomitee doch das Konzept des Festivals, das heute über ein Budget von 100 000 Franken verfügt, blieb gleich. Der Vorverkauf sei besser angelaufen als im Vorjahr und die Sponsorensuche habe sich nicht viel schwieriger als andere Jahre erwiesen.

Hat sich in den zehn Jahren seit dem ersten Country City etwas verändert?

Marcel Huber: Die Abläufe in der Organisation sind einfacher geworden. Heute weiss jeder genau, was er zu tun hat und jeder hat sein Ämtli im Griff. Früher waren wir am Anlass selber nonstop im Einsatz, heute können wir uns zwischendurch eine Stunde hinsetzen und das Fest geniessen.

Sie sind seit zehn Jahren am Country City beteiligt. Zudem trifft man Sie häufig im Zeltainer hinter der Bar. Wieso dieses Engagement?

Marcel Huber: Das Tolle daran ist, verschiedene Künstler kennen zu lernen. Ausserdem mache ich es einfach gerne. Auch vor dem Zeltainer arbeitete ich hinter verschiedenen Bartheken in Unterwasser. Es ist ein Ausgleich zur Arbeit in meinem Betrieb. Und ausserdem kann ich nicht nein sagen (lacht).

Interview: Katharina Rutz





Leser-Kommentare:
keine


Zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden.

Kommentar schreiben

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!

Um Inhalte kommentieren zu können, müssen Sie eingeloggt sein.

Noch keinen Zugang? Jetzt kostenlos registrieren!

Anzeige:

Anzeige:

Anzeige:

Anzeige:

tagblatt.ch / apps

facebook.com / tagblatt

 ...

Anzeige: