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Tagblatt Online, 25. April 2009 01:04:50

Schulkinder lernen forschen

Die Primarschule Ennetbühl führte in den vergangenen Tagen eine besondere Projektwoche durch. Anhand von Experimenten aus der Forscherkiste konnten sie mit ihren fünf Sinnen viel Spannendes lernen, forschen und selbst erleben.

Sabine Schmid

Ennetbühl. Der blaue Wohnwagen vor dem Schulhaus mit der Aufschrift «Forscherkiste» ist ausgeräumt, die vielen Kisten mit den verschiedenen Experimenten sind in den Schulzimmern und im Mehrzweckgebäude verteilt. Pensionierte Lehrer haben rund 200 solche Kisten bereit gestellt. Mit diesen können Kinder und Jugendliche jeden Alters Versuche machen, etwas zu den fünf Sinnen Sehen, Fühlen, Hören, Riechen und Schmecken erleben und lernen. In Ennetbühl sind die Kinder je nach Alter in zwei Gruppen eingeteilt. Für die Versuche bilden sie Lernpartnerschaften, immer ein jüngeres und ein älteres Kind arbeiten zusammen.

Welche Farbe schmeckt besser?

Bevor sie am Donnerstagmorgen weitere Experimente ausprobieren konnten, mussten die Schülerinnen und Schüler verschieden farbige Flüssigkeiten probieren. «Das Hellgrüne hat am besten geschmeckt», behauptete ein Mädchen. «Wäh, keines war gut», rief ein Knabe. Hellrot stiess hier auf Wohlwollen, blau dort. Die Lehrperson klärte die Kinder schliesslich auf: In allen Fläschchen war der gleiche Zitronensirup, der mit Lebensmittelfarbe anders gefärbt war. Dann durften die Kinder selber ihre Experimente aussuchen. Am meisten Interesse zeigten sie an der Cola-Rakete. Zwei Schülerinnen bereiteten den Versuch vor und «zündeten» die Rakete, oder besser die Colafontäne, vor dem Schulhaus. Dabei schauten die anderen Kinder begeistert zu. Knaben und Mädchen versuchten durch Riechen verschiedene Kräuter zu erraten oder testeten blindlings ihre Empfindungen. Gespannt waren sie auch, wie viele Bücher sie auf Eierschalen stellen konnten. Wie die richtigen Forscher notierten die Kinder ihre Erfahrungen in einem Protokoll. Einen Stock tiefer wurden physikalische Versuche gemacht. Zwei Schülerinnen, die in verschiedenen Schulzimmern sassen, übermittelten sich mit dem Morsealphabet kurze Botschaften. Spielerisch versuchten daneben zwei Jungen, ein mathematisches Problem zu lösen. Vor dem Schulhaus füllten zwei Kinder ein Gefäss mit Wasser, welches sich durch kräftiges Blasen in einen Springbrunnen verwandelte. Im Mehrzweckgebäude ging es vor allem um den Hörsinn. Ein Knabe und ein Mädchen kommunizierten über zwei lange Rohre miteinander. Im Innern des Gebäudes entdeckten die Kinder, wie eine Spieldose funktioniert und wie sie mit Flaschen, die mit mehr oder weniger Wasser gefüllt sind, ein Xylophon bauen können. Ein Schulmädchen versuchte, das Lied «Alle meine Entlein» zu spielen. Zwar nicht ganz melodiös, aber durchaus zu erkennen.

Nachhaltige Projekte

Dass die Schülerinnen und Schüler jeweils ein Protokoll ausfüllen mussten, gefiel ihnen am wenigsten. Diese kurzen Berichte, die auch eine Zeichnung beinhalten konnten, wurden gestern Freitag ausgewertet. Auch hatten die Kinder dann Zeit, um die Werkarbeiten zu beenden, die sie am Mittwoch begonnen haben.

Nachhaltig wird diese Projektwoche übrigens in zwei Bereichen sein. Die Schülerinnen und Schüler legten Kressesamen und Bohnen auf Watte aus und begossen diese. Schon zwei Tage später sind die ersten Keimlinge entstanden. In den nächsten Tagen werden die jungen Ennetbühlerinnen und Ennetbühler gespannt verfolgen, wie sich diese kleinen Pflanzen weiter entwickeln. Um die Entwicklung von Tieren geht es beim zweiten Versuch. Die Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe sind zusammen mit ihrem Lehrer Andreas Weber mit den Velos in die Seeben gefahren und haben dort Froschlaich gefischt. Diesen haben sie nun in zwei Aquarien gelagert und können so mitverfolgen, wie aus den Eiern kleine Kaulquappen schlüpfen. Diese entwickeln sich zu kleinen Fröschen und werden dann von den Kindern wieder ausgesetzt.





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