Tagblatt Online, 28. August 2010 01:03:18
Neues Prediger-Ehepaar eingesetzt
Neue Chrischona-Prediger: Mirjam und Markus Schneider predigen in der Chrischona Nesslau. (Bild: Bild: pd)
Grund zum Feiern hatte am letzten Sonntag die Chrischona-Gemeinde Nesslau: Nach einjähriger Wartezeit konnte sie mit Markus und Mirjam Schneider ein junges Prediger-Ehepaar willkommen heissen.
Nesslau. Der blumengeschmückte Gottesdienstraum in der Kapelle war bis auf den letzten Platz besetzt. Gemeindeglieder und Gäste wollten sich diesen feierlichen Moment nicht entgehen lassen. Hansjörg Ammann von der Gemeindeleitung meinte zu Beginn in Anlehnung an das geflügelte Wort «Geduld bringt Rosen» auf die Chrischona-Gemeinde Nesslau bezogen: «Geduld bringt Schneider.»
Und Geduld musste die Gemeinde haben. Nach der Pensionierung von Prediger Hansruedi Grütter vor einem Jahr stand vorerst keine Nachfolge in Aussicht. Dies bedeutete, dass die Gemeindeleitung stärker gefordert war, insbesondere in den administrativen Belangen. Die Predigtdienste konnten mit verschiedenen, zumeist pensionierten Predigern vollständig abgedeckt werden. Das grosse Engagement dieser Stellvertreter wurde von Ammann dankbar vermerkt. Sie versuchten immer wieder, die Gemeinde in der speziellen Situation zu stärken und aufzumuntern.
Die Abwechslung in den Predigtdiensten wurde von verschiedenen Gemeindegliedern sogar als positiv empfunden.
Glückliches Ende der Wartezeit
Trotzdem war die Erleichterung gross, als mit Markus und Mirjam Schneider zwei junge Theologen den Ruf nach Nesslau annahmen. Sie stammen beide aus bäuerlichem Umfeld. Markus wuchs in Hessen auf, Mirjam im Kanton Schaffhausen. Beide standen vor dem Abschluss der fünfjährigen theologischen Ausbildung auf St. Chrischona bei Basel.
Vorstellung mit Bibelvers
Nach zwei von den Kindern der Sonntagsschule vorgetragenen Liedern stellten sich Schneiders mit den Bibelversen vor, die ihnen zum Studienabschluss mitgegeben wurden. Mirjam bekam ein Wort aus Psalm 32: «Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du wandeln sollst; ich will dich mit meinen Augen leiten». Der Vers von Markus steht in Johannes 15: «Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch auserwählt und dazu gesetzt, dass ihr hingeht und Frucht bringt».
Die Predigt hielt Regionalleiter Samuel Studer. Er legte einen Vers aus Jesaja 43 aus, der dem Überrest des Volkes Israel in der Gefangenschaft gegeben wurde: «Gott spricht: Siehe, ich will ein Neues schaffen». Neues hat seinen eigenen Reiz, ein Neuanfang ist eine Chance, eine Herausforderung. Gleichzeitig warnt aber Studer vor falschen Erwartungen sowohl auf Seiten der Gemeinde wie auch des Prediger-Ehepaars. Die richtige Blickrichtung ist entscheidend: Es ist Gott, der Neues schafft, nicht wir.
Dem Prediger-Ehepaar und der Gemeinde gibt er den Rat mit, Augen und Ohren für Gottes Wirken offen zu halten, auf ihn zu hören und dann zu handeln.
Einsetzung in Gemeindedienst
Anschliessend setzte Samuel Studer die beiden offiziell in ihr Amt für die Chrischona-Gemeinde Nesslau ein, Markus als Seelsorger und Mirjam als Pastoralassistentin. Er bezeichnet ihre Aufgabe als schön, aber gleichzeitig auch schwer. Die richtige Blickrichtung ist entscheidend, und das Bewusstsein, dass bei allem Eifer letztlich nur Gott das Gelingen schenken kann. Mit Gebet wurden die neuen Seelsorger unter den Segen Gottes gestellt.
Nach diesem besinnlichen Teil durften sich Gemeindeglieder und Gäste an die festlich gedeckten Tische setzen und ein feines Mittagessen geniessen. Ein Quiz gab Gelegenheit, das neue Prediger-Ehepaar noch etwas besser kennen zu lernen.
Etwas verdutzt waren Schneiders, als ihnen ein leerer Korb überreicht wurde. Das Rätsel löste sich aber schnell, denn die einzelnen Gemeindeglieder «zauberten» nach und nach allerlei Essbares hervor, so dass der Korb am Schluss von guten Sachen überquoll. Mit einem wunderbaren Dessertbuffet wurde der Festtag abgerundet. (pd)
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