Tagblatt Online, 19. Oktober 2011 01:08:38
Kantischüler forschen in Norwegen
Zum Zehn-Jahr-Jubiläum der Jugendforschungsgruppe academia der Kantonsschule Wattwil reiste die 40köpfige Gruppe nach Mittelnorwegen und baute dort ihr Forschungslager auf.
WATTWIL. Zu ihrem zehnten Geburtstag erfüllte sich die Jugendforschungsgruppe academia den Traum einer Studienreise in den hohen Norden, zur Insel Hitra an der Meeresmündung des Trondheimfjords. Bereits auf ersten Streifzügen entpuppte sich die Insel als paradiesische Mixtur aus atemberaubenden Schärenküsten, Seenlandschaften und ausgedehnten Moor- und Heidegebieten, ein ideales Arbeitsgebiet für die jungen Forscherinnen und Forscher.
Diverse ökologische Projekte
Bei der Forschungsarbeit der academia erarbeiten drei- bis fünfköpfige Projektgruppen im Vorfeld der Studienreise wissenschaftliche Fragestellungen und suchen nach den besten Methoden, welche sich realistischerweise anwenden lassen.
Auf Hitra war das Ziel, möglichst viele ökologisch relevante Bereiche abzudecken. So arbeitete zum Beispiel eine Projektgruppe daran, die verschiedenen auf der Insel vorkommenden Bodentypen zu charakterisieren. Eine zweite Projektgruppe führte hydrologische Untersuchungen durch mit dem Ziel, den Übergang von Süss- zu Brackwasser zu erforschen. Ergänzend wurden Kleinlebewesen des Gewässergrunds als Bioindikator für eine qualitative Bewertung der Wasserqualität verwendet.
Vernetztes Forschen
Die diesjährigen Projekte konnten untereinander stark vernetzt werden. So sind die Daten der Bodengruppe auch wichtig für das Verständnis der Funktionsweise der Gewässer und ebenfalls für die Projektgruppe, die sich mit der Vegetation auf Hitra befasst. Andere Gruppen befassten sich mit dem Gang der Gezeiten, dem Studium der Hirschpopulation auf Hitra, dem Lebensraum Küste, der antimikrobiellen Wirkung von Flechtenextrakten oder mit physiologischen Fragestellungen der Schlafforschung.
Abwechslung im Forscheralltag
Das typische academia-Lagerleben besteht aber nicht nur aus wissenschaftlicher Feld- und Laborarbeit. Beim Gemüserüsten und Kochen herrschte fröhliche Stimmung, und während den langen Herbstabenden etablierten sich intensive Spiel-, Gesprächs- und Singrunden. Eine Exkursion mit der Fähre zur äussersten vorgelagerten Insel mit freiem Blick auf den Nordatlantik sorgte für Abwechslung und den Blick über die unmittelbare Umgebung des Lagerhauses hinaus. Als ganz spezieller Höhepunkt konnte die Gruppe ein schwaches Polarlicht bewundern. Das diesjährige Studienlager ist dank den hoch motivierten jungen Forscherinnen und Forschern und der guten Zusammenarbeit innerhalb der gesamten Forschungsgruppe besonders gelungen. Entsprechend motiviert machen sich die jungen Forscher in den nächsten Wochen und Monaten an die Auswertungsarbeiten der während der zwei Wochen in Norwegen gesammelten Resultate. Die Vorfreude, die Ergebnisse im kommenden Januar dem öffentlichen Publikum vorstellen zu dürfen, ist bereits jetzt greifbar. (pd)
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