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Tagblatt Online, 09. Februar 2012 09:36:00

Getestet: Das zweigeteilte Snowboard

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Die Probandin Olivia Hug verbringt die Testfahrt oft auf dem Hintern.

Zugegeben, das hatte ich mir anders vorgestellt. Nicht unbedingt einfacher, doch zumindest weniger anstrengend. Nach zwei Stunden Testfahren weiss ich es besser: Spassfaktor gross, Muskelkater gewaltig. Und das Erfolgserlebnis leider minim.

Dass es herausfordernd werden könnte, das Fahren auf dem Wintersportgerät «Snowliner» zu erlernen, hat mir Daniel Hofer schon im Vorhinein gesagt. «Hast du etwa gedacht, dass du es auf Anhieb könntest?», fragt er mich, als ich einmal mehr im kalten, harten Schnee auf der Piste des Tanzboden-Skilifts in Ebnat-Kappel sitze und fluche. Nun, der hat gut reden, denke ich, nach zehn Mal Probefahren schlängelt sich der Entwickler der «Snowliner» mir nichts dir nichts die steile Piste hinunter. Eine gute Figur macht er noch dazu. Wahrscheinlich hat er es schon auf Anhieb gekonnt. «Manche stehen drauf und können es, andere brauchen etwas länger», sagt der Wattwiler Student, offenbar im Versuch, mich zu beschwichtigen.

Kopf- und Körpereinsatz

Seit über zehn Jahren stehe ich schon auf dem Brett und ich meine, ich mache es gar nicht so schlecht. Erst beim Fahren mit den «Snowlinern», dem zweigeteilten Brett, kommen jedoch meine koordinativen Schwächen zum Tragen – alle paar Meter lande ich auf dem Hintern. Zwar bleibt das Seitwärtsfahren gleich wie auf dem Snowboard. Zusätzlich aber kommt der Ski-Aspekt hinzu: Ich muss zwei Brettchen kontrollieren – an jedem Fuss eines. Diese gilt es, gerade beieinander halten, um nicht die Fahrt im Spagat abrupt zu unterbrechen. Das erfordert Körperspannung und Beinmuskulatur. Zudem braucht man den Kopf bei der Sache zu haben: Stehe ich richtig? Verlagere ich mein Gewicht gleichmässig auf beide Füsse? Ganz zu schweigen vom Lift-Fahren. «Das Bügellift-Fahren ist sicher schwierig», gibt Daniel Hofer zu. Man sollte nämlich stets darauf bedacht sein, nicht wegen Unkonzentriertheit mit einem der beiden Füsse zu verkanten. Als «Snowliner»-Einsteiger muss man sich zudem erst einmal daran gewöhnen, dass sich das hintere Bein nicht mehr locker-lässig nachziehen lässt wie auf dem Snowboard. Man muss sich regelrecht darauf stemmen. Um damit wieder zum Thema Spagat und dessen Vermeiden zurück zu kehren. «Ich hätte alternativ Bändel im Angebot, mit denen man sich die Füsse aneinander binden könnte», meint Daniel Hofer hilfsbereit, «mit der Zeit hat man aber den Dreh raus.»

Definitiv ein Blickfang

Warum ich mir das alles antue? Erstens will ich dieses «völlig neue Fahrgefühl», wie Daniel Hofer es nennt, erfahren. Zweitens muss mit einer Erfindung erst die Werbetrommel geschwungen werden, ehe sie sich etabliert – immerhin gibt es die «Snowliner» gerade mal seit dieser Wintersaison. «Man wird auf der Piste oft auf das Gefährt angesprochen oder sonst zieht es wenigstens Blicke auf sich», kann Daniel Hofer mittlerweile aus Erfahrung berichten. Gleich eine Fangemeinde baue man deshalb noch nicht auf: «Es gibt zwar die ähnlichen, in den USA entwickelten <Dual Snowboards>, die meinem Gerät den Einstieg erleichtern; nicht aber die Margen», so der Student, «es bekannt zu machen, ist aufwendig.»

Es zu testen, möchte ich an dieser Stelle empfehlen. Wer sich erst an die neue Beinfreiheit gewohnt hat, und fest auf beiden Füssen steht, dem steht in Sachen Fahrspass nichts mehr im Weg. Um Spass soll es letztlich gehen: «Die Snowliner sind eher als Ergänzung zu den Skiern oder dem Board gedacht», erklärt Daniel Hofer, «und auch eher für den Park als fürs Fahren auf der Piste.» Olivia Hug





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