Tagblatt Online, 25. August 2010 01:01:37
Einsatz für KSV trotz schlechter Saison
Im Mittelpunkt der Vereinsversammlung des KSV vom letzten Montag standen die Erfolge und Misserfolge der letzten Saison. Für eine erfolgreiche Zukunft braucht es Spielerinnen, Spieler, Trainer und Sponsoren, die sich weiterhin einsetzen.
Rolf Freitag
wattwil. Präsidentin Viola Boye konnte in der Mensa der Kantonsschule Wattwil gegen 50 Sportlerinnen und Sportler begrüssen. In ihrem Jahresbericht kam Viola Boye auf ein aktuelles Thema zu sprechen, das nicht nur beim KSV Wattwil im Volleyball und im Basketball zu sprechen gibt, sondern bei vielen Sportvereinen in der Schweiz fast zur Tagesordnung gehört. «Die Probleme, die sich immer wieder aufs Neue stellen, sind vor allem personeller Art», wies Viola Boye auf den Schwachpunkt hin.
Freiwillige Idealisten gesucht
«Wer kann ein Training übernehmen, wer ein Amt? Ein Verein lebt davon, dass sich Einzelne für das Ganze einsetzen und verantwortlich fühlen. Wer dies bereits tut – und letztlich sind es zahlreiche Menschen, die sich engagieren – weiss auch, dass es neben der Arbeitsbelastung auch viel Genugtuung mit sich bringt.»
Ohne Personalsorgen kann der Vorstand KSV Wattwil Dach das nächste Jahr in Angriff nehmen. Der gesamte Vorstand mit Viola Boye an der Spitze, Johannes Horschik, Aktuar, Felix Berger, Kassier, Eva Koller, Abteilungsleiterin Basketball, René Langenegger, Abteilungsleiter Volleyball sowie Werner Kaiser und Beat Gasser als Revisoren, wurde einstimmig und mit grossem Applaus bestätigt.
Realistisch bleiben
Siege und Niederlagen gehören zum Leben wie Sonne und Regen. Die eigentliche Kunst ist zu lernen mit beidem umzugehen. Es geht in beiden Fällen darum, realistisch zu bleiben. Beim Erfolg nicht abzuheben und bei einem Misserfolg nicht die Flügel hängen zu lassen, sondern zu überlegen, wo Verbesserungsmöglichkeiten sind und den Blick nach vorne zu richten.
In beiden Fällen stellt sich die Frage: Wie geht es weiter, was kann der nächste Schritt sein? Dazu braucht es nicht nur einen positiv denkenden Vorstand, willige Trainerinnen und Trainer, begeisterte Spielerinnen und Spieler, sondern auch treue Sponsoren, Supporter und ein zahlreiches Publikum, die gemeinsam den KSV Wattwil auch in Zukunft unterstützen werden.
«Bei dieser Unterstützung geht es ja nicht nur um das Ziel des rein sportlichen Erfolges, sondern ganz allgemein um die Förderung einer sinnvollen sportlichen Aktivität junger Menschen», bringt es Viola Boye im KSV Bulletin auf den Punkt.
Ziel nicht erreicht
Peter Langenegger, Präsident von KSV Wattwil Volleyball, hielt Rückschau auf die Saison 09/10, die für das NLA-Team Volley Toggenburg mit dem Abstieg in die NLB endete. Dabei standen die Vorzeichen für eine erfolgreiche Meisterschaft sehr gut. Insbesondere die gute Plazierung auf Rang sechs in der vorhergehenden Saison stimmten zuversichtlich. Auch die sehr frühe Verpflichtung von drei Ausländerinnen war ein grosser Vorteil. Ebenso wurden grosse Hoffnungen in die Nachwuchsspielerinnen gesetzt. Die Meisterschaft verlief dann aber nicht nach Wunsch. Volley Toggenburg war stets auf den hinteren Rängen anzutreffen. Ende Januar kam es in Biel zum entscheidenden Spiel, das die jungen Bielerinnen im Tie-Break knapp für sich entscheiden konnten. So führte der Weg in Barrage gegen Volley Genève, das zweitplazierte NLB-Team in der Aufstiegsrunde. Trotz einem Hoffnung erweckenden Sieg im Heimspiel fand Volley Toggenburg im dritten Spiel kein Rezept, die erfolgshungrigen Genferinnen zu stoppen. Der Abstieg in die Ostgruppe der NLB ist die Chance für einen durchdachten Neuanfang. Das junge Team verdient Vertrauen, um sich in der neuen Umgebung etablieren zu können, losgelöst vom Ziel Wiederaufstieg in die NLA.
Es wäre aber ungerecht, die Erfolge der letzten Saison nicht zu erwähnen. Das junge Team von Volley Toggenburg spielte immer an der Spitze in der ersten Liga mit und verpasste die Qualifikation zur Aufstiegsrunde erst im Endspurt. Freude bereitete auch KSV 3 in der zweiten Liga und konnte sich in einem tollen Finish die Ligazugehörigkeit sichern. Aber auch im Basketball hat sich einiges getan: Erstmals konnte ein U20-Team an der Meisterschaft teilnehmen. Trotz einiger Niederlagen wirkten die Spieler motiviert und zeigten Fortschritte. Der Run auf Basketball war so gross, dass sogar ein U17-Team lanciert wurde. Aber auch die Juniorinnen zeigen erfreulichen Einsatz, um auch einmal in der Meisterschaft mitspielen zu können. Im Basketball, besonders aber im Volleyball, liegt der Schwerpunkt für die nächsten Jahre in der Schulung des Nachwuchses. Der Nachholbedarf ist gross und es braucht Zeit und Idealismus vom Umfeld, um wieder an erfolgreichere Zeiten anknüpfen zu können.
Rücktritt nach 25 Jahren
Die Kasse, geführt von Felix Berger, schloss mit einem erfreulichen Gewinn von 1452.10 Franken ab, der eine finanzielle Unterstützung von Basketball und Volleyball erlaubt.
Nach 25 Jahren Mitarbeit beim KSV Wattwil Volleyball trat Rolf Freitag als Pressechef und Speaker zurück.
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