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Tagblatt Online, 07. Februar 2012 01:05:00

Parkplatz-Problem Ende Jahr gelöst

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Die provisorische Einfahrt zur Migros-Tiefgarage.

WATTWIL. Wegen der Grossbaustelle für die Tiefgarage beim Bahnhof Wattwil muss die Migros die Zufahrt in die Tiefgarage und den Eingang für die Passanten verlegen. Nachteil: Lärm und provisorischer Eingang. Vorteil: Im Restaurant sieht man wie von Logenplätzen aus auf die Baustelle.

HANSRUEDI KUGLER

«Die Logenplätze im Restaurant sind wegen den Bauarbeiten immer gut besetzt», sagt Migros-Filialleiter Ruben Berger und schmunzelt. Denn der Aushub für die neue Tiefgarage unter der Bahnhofstrasse geht bis an die Migros-Schaufenster. «Manchmal sitzen hier im ersten Stock ganze Familien und wetten, wie viele mit Erde gefüllte Baggerschaufeln auf einem Lastwagen Platz finden», ergänzt Richard Looser, Leiter des Restaurants. Die beiden gewinnen den Bauarbeiten auch gute Seiten ab. Denn die Grossbaustelle bringt in erster Linie Einschränkungen mit sich und fordert massive Anpassungen. Der Haupteingang musste auf die Nordseite verlegt werden. Ebenso wurde für die Migros-eigene Tiefgarage auf der Nordseite des Gebäudes eine neue provisorische Zufahrt erstellt. Und als die Baumaschinen die ehemalige Zufahrt zur Tiefgarage abgerissen haben, zitterte zuweilen das ganze Gebäude. «Das waren aber Ausnahmen. Die meiste Zeit über merken wir im Laden selbst kaum etwas von den Bauarbeiten», sagt Ruben Berger.

Leichter Umsatzrückgang

Das Ziel ist klar: Bis Ende Jahr («am liebsten auf das Weihnachtsgeschäft hin») soll die neue Tiefgarage bezugsbereit sein. Dann stehen der Migros Wattwil zu den bisherigen 45 neu 107 zusätzliche Tiefgaragen-Parkplätze zur Verfügung. «Unsere Tiefgarage ist einfach zu klein», sagt Ruben Berger, «und es gab Kunden, die deshalb bewusst nicht an Samstagen zu uns einkaufen kamen.» Von der auf 152 Parkplätze erweiterten Tiefgarage erwartet die Migros denn auch eine Frequenz- und eine Umsatzsteigerung.

Darum hat sich die Migros Ostschweiz auch am Projekt einer gemeinsamen Tiefgarage mit der Südostbahn, der Clientis Bank und der Gemeinde Wattwil beteiligt – und nimmt ein Jahr lang Nachteile in Kauf. Das Jahresbudget rechnet mit ein paar Prozenten Umsatzrückgang bei Laden und Restaurant. Und das treffe auch ein, sagt Ruben Berger. Dies vor allem, weil während der Umbauzeit weniger Parkplätze zur Verfügung stehen. Vor allem fehlen die Parkplätze auf dem Bahnhofareal. Hinzu kommt: Die bisherigen 15 Parkplätze (blaue Zone) an der Bahnhofstrasse bei der ehemaligen Einfahrt zur Tiefgarage sind aufgehoben und die neuen Parkplätze auf der Seite Volkshausstrasse sind ebenfalls blaue Zone, also nicht für Migros-Kunden reserviert. So bleiben denn die 20 Parkplätze, die die Migros auf dem Lindenhof gemietet hat, als zusätzliche Parkplätze. Seit letzter Woche ist auch wieder die Barriere vor der Tiefgarage installiert. Die ersten Tage über war die Tiefgarage frei zugänglich. Einige hätten aber die Gelegenheit benutzt und ganze Tage hinweg die Tiefgarage als P+R-Parkplatz belegt. Zudem habe es an einzelnen Tagen ein Verkehrschaos in der Tiefgarage gegeben, weil mehr Autos hineingefahren seien als freie Plätze vorhanden waren.

Filialleiter mit Streusalz-Kesseli

Filialleiter Ruben Berger sitzt kaum je auf einem der Logenplätze im Restaurant, sondern ist in diesen kalten Tagen mehrmals täglich mit dem Salzkesseli auf Rundgang. Anders als die alte Zufahrt ist die provisorische Zufahrt von der Volkshausstrasse her zur bisherigen Tiefgarage nämlich nicht überdeckt. Für diese Zufahrt ist zwar das Bauamt der Gemeinde Wattwil zuständig. Und gestern war denn dort auch frisch gesplittet. Aber Ruben Berger macht sich gerne selbst ein Bild der Umgebung, geht die lange Fussgänger-Rampe hinab und lotst gelegentlich auch orientierungslose Autofahrer zur Einfahrt der Tiefgarage. Denn die Zufahrt von der Bahnhofstrasse ist mit diversen Tafeln signalisiert. «Und wenn jemand zu grossen Respekt vor der schmalen Einfahrt in die Tiefgarage hat, kann man mich rufen. Ich parkiere dann das Fahrzeug eigenhändig», sagt Ruben Berger.

Manchmal vibriert ganzes Haus

«Im Zentrum steht immer der Kunde. Eine meiner Aufgaben ist es deshalb, dass der Einkauf auch während des Provisoriums so praktisch und bequem abläuft wie vorher», sagt Ruben Berger. Die Reaktionen der Kundschaft sei vorwiegend positiv und verständnisvoll, sagt er. Insgesamt hält er die Bauarbeiten für verträglich. Und in Zukunft werde sich die neue Tiefgarage positiv auf die Zufriedenheit auswirken: «Die Kundschaft wird mobiler und will trockenen Fusses vom Auto zum Laden gelangen», meint Ruben Berger. Von der neuen Tiefgarage werde darum neben dem Fussgänger-Zugang ein zusätzlicher Lift direkt in die Einkaufszone führen. Und frühestens im Juni, wenn die Fussgänger wieder von der Bahnhofstrasse in die Migros gehen können, werde auch der Bratwurst-Stand vor dem Haupteingang wieder aufgestellt.





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