Tagblatt Online, 10. Februar 2012 11:49:00
Der Gantivogel und die Fusion
GANTERSCHWIL. Die Ganterschwiler Fasnachtszeitung flattert durchs Dorf. Unter seinem bunten Federkleid birgt der Gantivogel satirische Gedanken zur Gemeindefusion.
URSULA AMMANN
Auf Seite acht wartet unter dem Titel «Fusionsschmerz» tiefschwarze Ironie: «Uf em Friedhof mues es Massegrab gmacht werde, wil wäg de Fusion viel meh Lüt wänd schterbe», lautet eines der Horrorszenarien. Einige Seiten weiter vorne dann ein Appell an die Gegner der Fusion, denen unter dem Titel «Lehrstück» die Demokratie erklärt wird: «Aber will einer in der Demokratie was erreichen, darf er der Konfrontation nicht ausweichen [...] Wärt ihr angetreten, alle mit Rang, Namen und Gesicht, es gäbe diese Fusion wohl nicht.»
Neue Verkehrsgesetze
Auf Seite zehn teilt die «Pressestelle der neuen Grossgemeinde» mit, dass der Verkehr neu direkt vom Schützenhaus zur Lochermoosbrücke geleitet werden soll, um den Ganterschwiler Dorfkern zu entlasten. Zum Schluss wird eine Verkehrstafel am Ortseingang auf die Schippe genommen. Sie zeigt eine Rechtskurve, obwohl die Strasse einen Bogen nach links macht. «Das isch, will mir jetzt nüme sind eige, müend alli Tafle uf Bütschwil zeige», lautet der Kommentar dazu.
Der Fasnachtsverein Ganterschwil soll aber auch nach der Fusion bestehen bleiben und der Gantivogel weiterhin sein Unwesen treiben.
Narrengebiet wird grösser
Wie das aussehen könnte, verrät die kleine Zukunftsprognose auf der Frontseite: «Mir alli wüssed nöd, wie und was chunt, aber au in de neue Gmeind triebet mirs bunt, und fahret vo jetzt a, au de Bütschwiler an Charre, wil inere grössere Gmeind, gits jo no viel meh Narre.» Hinweise über Bütschwiler «Narren» sind deshalb beim Fasnachtsverein Ganterschwil herzlich willkommen.
Insgesamt sind 250 Exemplare des Gantivogel gedruckt worden. Solange der Vorrat reicht, wird die Fasnachtszeitung noch in der Dorfbäckerei Egger in Ganterschwil oder am Kiosk in Bütschwil zu kaufen sein.
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