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Tagblatt Online, 02. September 2010 01:01:12

«Wenn ein Naturpark, dann hier»

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Eine Diplomarbeit stellt fest: «Wenn ein Naturpark in der Ostschweiz, dann im Neckertal». Ob dies auch das Resultat der Machbarkeitsstudie der Hochschule für Technik in Rapperswil ist, wird sich erst noch zeigen. (Bild: Bild: jle)

NECKERTAL. «Wenn in der Ostschweiz ein Naturpark entstehen soll, dann in dieser Region» – dies das Fazit zweier Studierender der Hochschule für Technik in Rapperswil, die den geplanten Regionalen Naturpark im Neckertal zum Thema ihrer Diplomarbeit wählten.

Katharina Rutz

Letzte Woche präsentierten die angehenden Landschaftsarchitekten Corinne Büchi und Christoph Oswald ihre Diplomarbeit unter dem Titel «Naturpark Necker-Hochhamm – auf und ab im Herzen der Ostschweiz». Das Publikum im Gemeindehaus St.Peterzell war die Arbeitsgruppe, die sich tatsächlich mit einem möglichen Regionalen Naturpark Neckertal-Urnäsch-Schönengrund auseinandersetzt. Sie steht unter der Leitung von Vreni Wild, der Gemeindepräsidentin von Neckertal.

Vieles bereits vorhanden

Für sie waren die Resultate der Arbeit «sehr spannend, weil die beiden aussenstehenden Studierenden unsere Gegend ähnlich empfanden wie wir selber auch», sagt sie. Sie hätten die gleichen Natur- und Landschaftswerte entdeckt, die auch beim ersten öffentlichen Workshop zum Naturpark anfangs Juni von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern erkannt wurden. Darüber waren auch die beiden Studierenden erfreut. «Der Workshop zeigte uns, dass wir mit unserer Analyse der Region richtig lagen.

Denn es herrschte die Erkenntnis vor: Vieles, was zu einem Regionalen Naturpark gehören könnte, haben wir schon», so Christoph Oswald.

Die Landschaftsarchitektur-Studenten ordneten die vorhandenen Werte den Kategorien Natur, Kultur und Landschaft zu. Dazu legten sie Kernregionen im voraussichtlichen Gebiet des Naturparks fest, der die Gemeinden Oberhelfenschwil, Neckertal, Hemberg, Schönengrund, Urnäsch und ein Teil von Nesslau-Krummenau umfassen soll.

So liegt der Schwerpunkt Natur für die beiden Diplomanden vor allem in der Gegend rund um das Ofenloch mit dem Waldreservat sowie die Moorlandschaft Chellen und Salomonstempel. Die Kultur siedeln sie entlang des Jakobsweges an, mit seinen kulturhistorischen Bauten wie den Türmlihäusern in der Furth oder den stattlichen Bauernhäusern in Hofstetten. Die Kernregion Landschaft sehen sie vor allem in der Hügel- und Streusiedlungslandschaft im Norden des Neckertals.

Als wichtig erachten Corinne Büchi und Christoph Oswald den Erhalt der typischen Streusiedlungen und die Betonung der verschiedenen Aussichtspunkte, wie zum Beispiel des Hochhamms oder der Wilket. Auch zwei ganz konkrete Vorschläge brachten sie mit: Einerseits entwarfen sie eine Broschüre, die Pilgern auf dem Jakobsweg Verpflegungs- und Übernachtungsmöglichkeiten in der Region auf einen Blick präsentiert und auch auf andere kulturelle Sehenswürdigkeiten – zum Beispiel das Stickerdorf Dicken – aufmerksam macht.

«Ein Jakobsweg-Wanderer könnte dann vielleicht einen Abstecher nach Dicken machen», so Corinne Büchi. Als zweites schlugen sie einen neuen Themenweg vor, und zwar einen, der den Tastsinn anspricht.

Ist ein Naturpark machbar?

Für Vreni Wild ist die Diplomarbeit eine willkommene Inspiration, aus der weiterentwickelt werden könne, was als sinnvoll erachtet werde.

Daneben arbeitet die Hochschule für Technik in Rapperswil an der Machbarkeitsstudie unter der Leitung von Dominik Sigrist. Eine Karte mit allen bestehenden Natur- und Landschaftswerten der Region wurde bereits erstellt. Zudem wurden Interviews mit verschiedenen Interessengruppen geführt.

Kein massiver Widerstand

Gegen das Projekt hat Vreni Wild bisher «keine massiven Widerstände» gespürt. Sie sei sich bewusst, dass es am Stammtisch Diskussionen rund um befürchtete neue Verbote gebe.

«Mit dem Landschaftskonzept Neckertal und den Vernetzungsprojekten besteht jedoch schon viel, was ein Naturpark ausmacht. Zudem erwartet auch der Bund in Zukunft von den Landwirten, noch vermehrt auf Ökologie zu setzen. Darüber hinausgehende Massnahmen innerhalb des Naturparks wären deshalb auf rein freiwilliger Basis», beruhigt Vreni Wild.

Auf der anderen Seite gebe es sicher jene Naturschützer, denen das Parkprojekt gar zu wenig weit gehe oder die eine Überschwemmung mit Touristen befürchteten, so die Gemeindepräsidentin.

Der zweite Workshop vom 30. Oktober in Schönengrund soll Ideen liefern, wie die Region von einem Naturpark profitieren könnte und wie ein solcher konkret umzusetzen wäre. Dazu wird Dominik Sigrist erste Ergebnisse der Machbarkeitsabklärungen präsentieren.

Der zweite öffentliche Workshop zum geplanten Naturpark Neckertal-Urnäsch-Schönengrund findet am 30. Oktober um 10 Uhr in der Mehrzweckhalle Schönengrund statt.




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