Tagblatt Online, 14. August 2008 01:05:33
Mammutjäger und instrumentenlos
Am Freitag und Samstag gibt's im Zeltainer wieder viel zu lachen und Besonderes zu hören
Die Mammutjäger (Erich Furrer und Erich Hufschmid) gehen am Freitag im Zeltainer der Geschichte der Menschheit nach. (Bild: Bild: pd)
UNTERWASSER. Die Geschichte der Menschheit aus Sicht der Mammutjäger gibt es am Freitag im Zeltainer. Am Samstag singen «The Glue» allerlei Oberflächliches und Tiefsinniges.
Mammutjäger urgeknallt sind gespielte, gesprochene, gesungene, gekrächzte, gehüpfte und gesprungene Expressionen vom Urknall, von der Evolution, von schwarzen Löchern in Waschmaschinen, von Gravitationsfeldern auf Achterbahnen, von Quanten-Fallschirm-Sprüngen aus Hubschraubern, von teilchenbeschleunigten Bobfahrern, von Ursäugern im Nagewahn, von Primaten im Futterneid und vom Rest des Universums.
Im vierten Teil der Trilogie, welcher der erste einer nächsten sein könnte, setzen sich die Mammutjäger mit den makrokosmischen und mikrokosmischen Gesetzmässigkeiten des Universums im Kontext zum Alltag des modernen Menschen auseinander. Diese sind zweifellos ein mehr oder weniger bedeutender Bestandteil dieses Universums. Spiel, Text, Musik der Mammutjäger stammen von Erich Furrer und Erich Hufschmid
Die Mammutjäger befassen sich mit der Geschichte der Menschheit und all ihrem komisch-tragischen Potenzial. Dabei überwinden sie mühelos die Grenzen zwischen Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft, zwischen Realität, Fiktion und Phantasie. Die Mammutjäger sind ein musikalisch-theatralisch-kabarettistischer Leckerbissen mit Witz, Tiefgang und Poesie – Schweissperlen auf höchstem Niveau.
Die Band ohne Instrumente
Beermann, Clalüna, Göttin, Meury, Rudin. Fünf traurige Gestalten in Faustballdresses der 50er-Jahre, eigene Songs voller stumpfsinnigem Tiefgang und skurrilem Humor, dazu ein Rundgang durch die Musikstile dieser Welt, von Salsa über Reggae bis zu Country und Drum'n'Bass – das sind The Glue aus Basel. Scheinbar immer kurz vor dem endgültigen Scheitern, stolpern die jungen Basler über die Bühne, verheddern sich in Nebensächlichkeiten und kommen nie zum Punkt.
Nach zehn Jahren und über 600 Auftritten auf zahlreichen Bühnen, drei CD-Produktionen und einer Live DVD holen sie mit dem aktuellen Programm «Boca Juniors» zum grossen Schlag aus. Ihre gehaltvolle Stillosigkeit liess sie nicht nur zum Radio-Hattrick stürmen («Best of 2005» auf Radio DRS 1 und 2, sowie Album der Woche auf Radio X), sondern sie spielten auch bereits sechsmal vor ausverkauftem Haus im Theater Basel, dribbelten sich ans «Vokal Total» in München, ans Internationale A-cappella Festival Berlin, ans Sparkassen-Festival Dortmund, an die Fussball-WM 2006 und zahlreiche weitere Orte im deutschsprachigen Raum.
Ist es die gesunde Selbstironie, der abstruse Witz, sind es die ungewöhnlichen Arrangements oder einfach ihre herzerfrischende Fröhlichkeit, die jedes Publikum packen? Ob in der Schweiz, in Deutschland, Spanien, Frankreich oder Tschechien: Überall waren die Leute begeistert, auch wenn sie vielleicht nicht genau wussten, warum. (pd)
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