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Tagblatt Online, 15. Januar 2011, 01:08 Uhr

Bilderbuch soll Kindern gefallen


wattwil. Judith Grüninger aus Wattwil ist gespannt, was die Kinder im Kindergarten Hofjünger über ihr Bilderbuch «Was machst du kleiner Tintenfisch?» sagen werden. Am Anfang ihrer Arbeit war sie im Kindergarten gewesen, um herauszufinden, was Kinder anspricht. Ob Kinderbücher Bestseller werden, bestimmen aber die Erwachsenen. Eltern kaufen sie aufgrund von Empfehlungen von Fachleuten. Judith Grüninger wollte kein pädagogisch wertvolles Kinderbuch schreiben, sondern eines, das den Kindern gefällt.

Die Idee, selbst ein Bilderbuch zu gestalten, hatte Judith Grüninger schon lange. Sie hat einen Onkel, der Illustrator ist. Dann kam der Tag, an dem die Schülerinnen und Schüler unverbindlich von Klassenzimmer zu Klassenzimmer, von Lehrperson zu Lehrperson gehen sollten, zur ersten Entscheidungsfindung ihrer Maturaarbeit. Als alle im Zeichensaal waren, fragte der Zeichenlehrer: «Hat denn jemand schon eine Idee für seine Arbeit?» Niemand meldete sich. Ohne weiter zu überlegen, erzählte die Kantischülerin mit Schwerpunktfach Musik vom Bilderbuch. «Wow, super!», rief der Zeichenlehrer und sie machte sich an die Arbeit. Sie suchte ihren Onkel auf und liess sich Tips geben. Eine Tante fand die Adresse der Firma, die die Herstellung des Buches übernahm. In das Projekt Kinderbuch spielte alles hinein, was sie persönlich bewege, sagt die Schülerin, die Klarinette und Saxophon spielt. Sie habe schon immer gerne mit Kindern gearbeitet, zum Beispiel als Babysitterin, und Zeichnen und Malen tue sie sowieso gerne.

Die Handlung sei sehr einfach und folge einem Konzept, das viele Kinderbücher haben, erklärt Judith Grüninger. Jemand wird ausgelacht, weil er andersartig ist. Er macht aus seiner anfänglichen Schwäche eine Stärke und wird akzeptiert. Der kleine Tintenfisch hat mehr Arme als seine Spielkameraden. Beim Seilspringen verknotet er sich deshalb. Traurig schwimmt er davon, findet in einem Schiffwrack eine Flöte mit genauso vielen Löchern wie er Arme hat. Er lernt darauf zu spielen und die anderen Tintenfische freuen sich an den schönen Melodien. Judith Grüninger hat die Bilder mit Bleistift und Wasserfarben gemalt, eingescannt und die Druckvorarbeiten mit einem professionellen Computerprogramm selbst gemacht. Beim Zeichnen gelang es ihr, Gefühle bildlich darzustellen, zum Beispiel indem sie die Gesichter mit wenigen Strichen zeichnete. Das Buch hat ein quadratisches, handliches Format. Die Bilder gehen teilweise über zwei Seiten. Damit soll es sich gestalterisch vom sonst Üblichen abheben. Tanja Trauboth



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