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Tagblatt Online, 06. September 2010 01:05:00

Abfall sammeln für Trinkwasser

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Gewichtiger Fund: Rotarier Niklaus Seelhofer und Schülerinnen des OZ Necker beim Abladen des Safes, dessen Türe aufgeschweisst ist. (Bild: Bild: Andrea Perks)

NECKERTAL. Der Rotary Club Neckertal hat am Samstag «Bachputzete» im Necker durchgeführt. Die Schülerinnen und Schüler des OZ Necker halfen freiwillig und konnten eine beachtliche Menge Abfall aus dem Fluss ziehen. Der Anlass diente ausserdem dazu, Spenden für das Projekt SODIS zu sammeln.

Andrea Perks

Wer am Samstagmorgen am Necker entlang von St. Peterzell bis zum Badeplatz Ganterschwil fuhr, wunderte sich wahrscheinlich über die ungewöhnliche Betriebsamkeit im und um den Fluss. Velos stapelten sich am Strassenrand, Jugendliche standen auf Brücken und diskutierten, andere schleppten gefüllte Abfallsäcke auf die Strasse. Manche rissen und zerrten Gegenstände aus dem Bachbett, allein, zu zweit oder gar zu dritt.

Kurioser Fund – ein Safe

Es waren die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe Necker die das Bachbett von PET-Flaschen, Verpackungen, alten Kindersitzen und Altmetall befreiten. «Das meiste bargen wir entlang der Strasse. Alles achtlos aus dem Auto weggeworfener Abfall», sagte eine Begleitperson. Besonders spekuliert wurde über einen Safe mit aufgeschweisster Türe. Wie dieser in den Fluss gelangt ist, weiss niemand. Herausgefischt werden musste er dann mit Hilfe eines Krans.

Die acht Gruppen mit je circa 15 Jugendlichen plus einer Lehrperson und einem Rotarier fuhren schon um acht Uhr los zu ihrem Streckenabschnitt, um dort bis um elf Uhr möglichst viel Unrat zusammenzutragen. Eine Gruppe blieb beim Bahnhof Brunnadern, um die unschöne Ausbeute zu sortieren.

Hohe Beteiligung

Trotz schweisstreibender Arbeit und zum Teil ungeeigneter Ausrüstung hat es den meisten Schülern Spass gemacht. Der Einsatz war freiwillig, sogar auf einen Zustupf in die Klassenkasse wurde verzichtet.

Nur rund zwanzig Jugendliche nahmen nicht an der Bachputzete teil. «Die müssen aber am Montag in die Schule, wir nicht», erklärt eine Schülerin schmunzelnd. Ein wenig Ansporn seitens der Schule scheint also doch nötig gewesen zu sein.

Umweltbewusstsein fördern

Nach dem anstrengenden Morgen fanden sich die Schülerinnen und Schüler im OZ Necker ein, wo freiwillige Helfer den Grill für die Würste starteten. Dort hielt dann der Rotary-Präsident Otto Wohlwend eine Ansprache.

«Mit dieser Aktion wollen wir die Beteiligten für eine saubere Umwelt sensibilisieren,» erklärte er die Absicht des Projekts. «Wir tragen mit der Necker-Reinigung zu einem sauberen Gewässer bei, das in unserer Region als Basis für qualitativ hochstehendes Trinkwasser dient.» Er wies zudem auf die Problematik in Drittweltländern hin, wo viele Menschen keinen Zugang zu Frischwasser haben. Mit Hilfe von Sonnenlicht und einer PET-Flasche könne Wasser aber trinkbar gemacht werden.

Mit dieser solaren Wasserdesinfektion – kurz SODIS – wurde eine Lösung zur Vermeidung des durch schlechtes Trinkwasser verursachten Durchfalls gefunden. Dieser sei eine der häufigsten Todesursachen in den Drittweltländern. Ein angestrebtes Ziel des Anlasses sei, möglichst viele Spenden zugunsten dieses Projekts zu sammeln, so Wohlwend weiter.

Als Gastredner erklärte der ehemalige Präsident Walter Müller die Philosophie des Clubs (siehe Kasten).

Über 12 000 Franken

Nach dem Mittagessen wurde dann das Ausmass der morgendlichen Plackerei bekannt: Die Helferinnen und Helfer hatten auf einer Strecke von 12 Kilometern 2750 Kilogramm Abfall aus dem Necker gezogen. Dieses Gewicht wird die Summe der Spendengelder beeinflussen, denn im Vorfeld konnten Interessierte angeben, wie viel sie für ein Kilogramm Abfall spenden würden.

«Eigentlich hatte ich nicht so viel zu tun, da diese Putzete schon vor einem Jahr hätte durchgeführt werden sollen. Der Initiant Peter Vogt musste damals aber wegen schlechten Wetters absagen», so der Projektleiter Jerry Holenstein. Er zeigte sich äusserst erfreut über die zusammengetragene Summe von 12 550 Franken. «Dieses Geld wird vollumfänglich dem Projekt SODIS gutgeschrieben,» erklärte er bei seiner Danksagung an die verschiedenen Gönner.

Weitere Unterstützung

Aber nicht nur Geldbeträge flossen zugunsten des Projekts. Das Bauamt zum Beispiel stellte Personal und Gerätschaften, das Landschaftskonzept Neckertal übernahm die Verpflegung und die Gemeinde stellte die Infrastruktur zur Verfügung. Die Mitarbeiter der Gemeinde gewannen dann auch den Familien-Eintritt in den Säntispark: Sie kamen mit ihrer Schätzung, dem tatsächlichen Gewicht des für den Wettbewerb ausgestellten Unrates, am nächsten.





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