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Tagblatt Online, 20. September 2008 01:05:43

«Zoge am Seil – auch die Damen!»

Seilzieherin Cornelia Odermatt holte WM-Bronze

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Auf eigene Kosten ist sie nach Schweden gefahren: Zwei Medaillen und das Nati-Shirt waren der Lohn für Cornelia Odermatts WM-Teilnahme. (Bild: Bild: Michael Hug)

MOSNANG. Nun macht die Seilzieherhochburg Mosnang auch mit weiblichen Seilziehsportlern Furore: Die Lebenspartnerin von Seilzieher Urs Brändle gewann mit der Nationalmannschaft in Schweden die WM-Bronzemedaille.

Michael Hug

Eine steile Sportlerinnenkarriere: 2000 Einstieg in den Seilziehsport, 2005 Mitglied der Nationalmannschaft und erstmals an der Weltmeisterschaft, 2008 WM-Bronze für die Schweiz. Cornelia Odermatt ist Sportlerin durch und durch. Sport bestimmte schon ihre Familie, Sport bestimmt ihren Beruf, Sport bestimmt ihre Freizeit. Seit acht Jahren ist sie dem Seilziehsport verfallen – wen wunderts: Ihr Vater war Seilzieher, mehrfacher Schweizer-, Europa- und Weltmeister, heute Indoor-Nationaltrainer, ihre Schwester ist Seilzieherin und ihr Lebenspartner Urs Brändle ist Seilzieher. Doch Cornelia Odermatt ist – noch – keine Toggenburgerin, sondern stammt aus Buochs, Nidwalden. Freund Urs und ein gutes Jobangebot waren die Gründe, dass die 25jährige nach Mosnang umgesiedelt ist.

Bronze an der WM

Vor zwei Wochen fanden in Stenungssund nördlich von Göteborg die alle zwei Jahre abgehaltenen Weltmeisterschaften im «Tug of War» (Seilziehen, Tauziehen) statt. Cornelia Odermatt reiste zusammen mit rund 60 Schweizer Seilziehsportlern, darunter auch ihre Schwester Andrea und Urs Brändle, an ihre zweite WM. Sie startete sowohl in der Kategorie bis 520 Kilogramm, wie auch in der 560-Kilogramm-Klasse. Und sie errang mit ihren sieben Mann-(Frau-)schaftskolleginnen in beiden Kategorien den dritten Platz: «Es war ein harter Kampf und ein schönes Erlebnis!» Die Krönung waren zwei Bronzemedaillen für sie und ihre Schwester, sowie die silberne für Freund Urs. Erfreulich war auch das Schweizer Gesamtergebnis: Acht Medaillen, darunter zwei goldene.

Ein Monat Wettkampfpause

«Nun ist erst mal ein Monat Wettkampfpause», sagt Cornelia Odermatt. «Was natürlich nicht heisst, dass ich nichts tue!» Nichtstun gibt es bei ihr nicht. Immer ist Bewegung drin in ihrer Freizeit. «Laufen, Wandern, Biken, Skifahren, Kraft- und Seiltraining!» Zweimal pro Woche trainiert sie mit ihrem Club in Mosnang, einmal in ihrem angestammten Verein Stans-Oberdorf: «Weil es dort eine Frauenmannschaft gibt. Leider sind wir in Mosnang noch nicht soweit!» Seilziehen ist immer noch keine Sportart, die profimässig betrieben wird. Obwohl, so Odermatt, der Aufwand dafür schon fast profimässig sei. Im November beginnen die Indoor-Clubmeisterschaften, «die geschaffen wurden, damit wir im Winter nicht einrosten».

Gewichtskontrolle

Auch damit der Körper nicht aus den Fugen gerät: «Wir müssen schon genau zusehen, was und wie viel wir essen. Gerade beim Zusammenzug der Nationalmannschaft vor grossen Meisterschaften wird peinlichst auf das Gewicht geschaut.» Cornelia Odermatts sportliche Karriere zeigte vor gut acht Jahren noch in Richtung FIS-Ski-Zirkus. Als Skitalent und Mitglied des Schweizer C-Kaders war sie auf dem besten Weg dorthin. Doch ein Unfall bremste ihre Wunschkarriere: «Nach der vollständigen Genesung meines Knies hatte ich den Anschluss verpasst.» Sie folgte den Spuren ihres Vaters und begann mit dem Seilziehsport.

Sportartikelverkäuferin

Seit vier Monaten arbeitet Cornelia Odermatt in Freddy Metzgers Sportgeschäft in Wattwil und ist bereits die rechte Hand des Chefs: «Am liebsten mag ich den direkten Kontakt mit den Kunden – zuhören und beraten.» Dabei kann sie aus dem reichen Fundus ihrer eigenen sportlichen Aktivitäten schöpfen. Auf die Frage, ob es in ihrem Leben ausserhalb des Sports noch etwas gäbe, antwortet sie: «Reisen tue ich gerne, und zwar sehr gerne sogar!» Das trifft sich gut, denn 2009 stehen die Europameisterschaften in Holland an und 2010 die Weltmeisterschaften in Südafrika: «Dort ist ganz klar Gold das Ziel!» So oder so, in Südafrika plant sie dann etwas länger zu bleiben als nur ein Wochenende, wie in Stenungssund.





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