Tagblatt Online, 31. August 2010 01:05:21
«Sonne schickt nie Rechnungen»
Sami und Markus Hasenfratz bauten «grün»: Auf dem Lütisburger Grünhügel nutzen sie die Solarenergie. Am Samstag zeigten sie ihre Anlagen der Öffentlichkeit.
Mario Fuchs
LÜTISBURG. «Wir sind im Grunde Selbstversorger», sagt Sami Hasenfratz, währenddem er stolz seinen 10 000-Liter-Solartank im Keller zeigt. Sein Haus auf dem Lütisburger Grünhügel ist kein gewöhnliches: «Zuerst wurde ein metertiefes Loch für den Tank gegraben, und dann das Haus darum herum gebaut», erklärt der gelernte Elektromonteur, der ein Grossteil der Solarenergie-Anlagen in Eigenregie installierte.
Heizen, waschen und Strom
Auf dem steilen Hausdach wurden grosse Solarpaneele installiert, die das Wasser in einem Kreislauf erwärmen. Zusätzlich produziert eine Photovoltaikanlage Strom, und das Regenwasser wird gesammelt. «Das verwenden wir für die Waschmaschine, den Garten oder für die Toiletten», so Sami Hasenfratz. Besonders um das Auto zu waschen, sei Regenwasser ideal, zumal es beim Trocknen im Gegensatz zum kalkhaltigen Leitungswasser keine Rückstände hinterlasse.
Seit drei Jahren ist das «Hauskraftwerk» nun in Betrieb und hat Sami Hasenfratz vollends überzeugt: «Ich will nie mehr etwas anderes.» Klar seien die Investitionskosten am Anfang hoch, doch amortisierten sie sich nach einigen Jahren. «Eine Holzheizung ist zweifelsohne auch umweltschonend, doch man muss für sie auch nach 30 Jahren noch Holz kaufen. Die Sonne hingegen schickt nie Rechnungen», schmunzelt Sami Hasenfratz. Auch Markus Hasenfratz heizt, kocht und wäscht zwei Häuser weiter mit Solarenergie.
Da die Sonne manchmal mehr Wärme produziert als das Einfamilienhaus benötigt, hat sich Markus Hasenfratz etwas Spezielles einfallen lassen: In seinem Keller steht eine «Solarsauna», die direkt mit der Wärme aus dem Solartank beheizt wird – eine heisse Sache.
Mit Solarenergie auf See
Der Familienvater spannt den Bogen sogar noch weiter: Ein altes Motorboot hat er eigenhändig zu einem «Solarboot» umgebaut. «Akkus speichern den Solarstrom und treiben einen Elektromotor an», erklärt Markus Hasenfratz.
Die zwei «grünen» Hausbesitzer setzen indes nicht nur aufgrund des finanziellen Aspekts auf die Energie der Sonne. «Wir wollen unsere Erfahrungen teilen und die Leute davon überzeugen, dass Solarenergie unsere Zukunft ist», bekräftigt Sami Hasenfratz. Wir hätten schliesslich gegenüber unserer Nachwelt eine gewisse Verantwortung zu tragen.
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