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Tagblatt Online, 06. September 2011 07:13:00

«Band-Qualität hat sich verbessert»

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Zum zweiten Mal kann die Kanti Big Band Wattwil den Swing Tucan als Preis für die beste Nachwuchs-Big-Band ins Toggenburg holen. (Bild: pd)

Die Big Band der Kantonsschule Wattwil gewinnt dieses Jahr nach 2009 zum zweiten Mal den Jugend Big Band Wettbewerb der Stadt Dietikon. Dirigent Martin Winiger spricht darüber, warum gerade im Toggenburg so gute Musikerinnen und Musiker heranwachsen.

Herzliche Gratulation zum Sieg. Wie empfanden Sie den Wettbewerb?

Martin Winiger: Intensiv, die Konkurrenz hat stark aufgeholt. Die Qualität des Gebotenen hat sich in den letzten Jahren markant verbessert, auch durch solche Veranstaltungen. Hier erhalten junge Musiker einen direkten Vergleich zu anderen und wissen, wo sie stehen. Ein Wettbewerb ist immer ein Ansporn, auch an Details und Finessen zu feilen und musikalisch «in die Tiefe» zu arbeiten. Und gewinnen ist schön. Das will jeder, auch wenn nicht jeder das so laut sagt. Die Roof Groove Big Band von Edgar Schmid aus der Region March-Höfe hätte den Swing Tucan, den Siegerpokal, genauso verdient. Die Luft ihrer Posaunen und Trompeten haben wir schon im Nacken verspürt. Die Wahl war äusserst eng. Das meinte ja auch die kompetente Jury mit Pepe Lienhard.

Wie viele Schüler aus der Siegerformation von 2009 waren noch dabei?

Martin Winiger: Etwa die Hälfte. Die andere Hälfte ist neu dazu gekommen.

Das Toggenburg und die Obermarch, wo die zwei besten Big Bands herkommen, liegen nicht weit auseinander. Fördert das Klima dort bessere Musiker?

Martin Winiger: Sicher nicht das meteorologische, aber das Klima des Umfeldes und der Schule, wo Wert auf die musikalische Bildung gelegt wird. Wichtig sind dabei die Erfahrung, das Engagement, das weit über den «Dienst nach Vorschrift» hinaus geht und vor allem die Kontinuität der Arbeit.

Wie schaffen Sie es, bei jungen Musikern das Feuer für die Swingmusik am brennen zu halten?

Martin Winiger: Wir nützen jede Spielgelegenheit, arbeiten projektorientiert und setzen uns damit Ziele. Beispielsweise mit einem Sinatra-Projekt gemeinsam mit einem ganzen Sinfonieorchester, in Zusammenarbeit mit herausragenden Gastsolisten, wie der jungen deutschen Jazzsängerin Lyambiko, die 2011 den «Echo» (Deutscher Musikpreis) gewann oder brandaktuell unseren Konzerten vom nächsten Wochenende mit Musik von Bert Joris. Das ist aktueller, guter Hörstoff. Ist die Neugier der Jugendlichen geweckt, wird Wissen und Handwerk leichter vermittelbar.

Was wird aus den erstklassigen jungen Musikern der Kantonsschule Wattwil – Profis?

Martin Winiger: Einige schlagen tatsächlich die Profilaufbahn ein, wie die Brüder Andreas und Matthias Tschopp. Andreas, ein gefragter, erstklassiger Posaunist, der in der Band von Pepe furios aufspielte und Matthias ist ein hervorragender Bariton-Saxophonist. Sie haben ihre ersten Erfahrungen bei uns gesammelt. Es gibt an der Kanti Wattwil ja nicht nur die Auftrittsmöglichkeiten in der Big Band, sondern auch im mehrfach ausgezeichneten Jugendsinfonieorchester «il mosaico», oder im Chor Cantacanti.

Seit 16 Jahren sind Sie in Wattwil als Instrumental-Gymnasiallehrer an der Kantonsschule tätig. In dieser Zeit haben Sie einiges erreicht – welche Ziele bleiben noch?

Martin Winiger: Mein Ziel ist vor allem, tolle Musik machen zu können und dabei den Jugendlichen wertvolle Erfahrungen in verschiedenster Hinsicht mit auf den Weg geben zu können. Dann habe ich noch viele Projektideen, die ich realisieren möchte. Mir macht die Arbeit mit den jungen Talenten nach wie vor grosse Freude. Also werde ich das tun, solange es geht und die gezielte Musikausbildung, die bei uns betrieben wird, nicht dem Sparwahn der Politiker zum Opfer fällt.

Interview: Heier Lämmler

Nächstes Konzert, Big Band Kanti Wattwil feat. Andi Grob, Guitar «Connections – The Music Of Bert Joris», Freitag, 9. September, 20 Uhr, Thurpark in Wattwil




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