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Tagblatt Online, 06. Februar 2012 01:04:00

Sennisch über die grosse Schanze

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Hoch hinaus im urchigen Look: Der Grabser Elias Poletti wagt sich an die Big-Air-Schanze und heimst sich mit seinem Team den Sieg ein. (Bild: Olivia Hug)

Mit dem «Snowländler Springät» hat am Samstag der erste Contest der Saison von «Snowland.ch» stattgefunden. Bei eisiger Kälte haben sich acht Teams – entsprechend zurückhaltend – im Funpark gemessen. Zuletzt ist den Juroren die Wahl des Siegers äusserst schwer gefallen.

«Das wird eine schwierige Entscheidung», seufzt «Snowland»-Leiter und Kommentator Fabian Gschwend. Er und die anderen Jury-Mitglieder stecken die Köpfe zusammen und diskutieren heiss. «Die Boarders haben schon eine super Slide Action geboten», wirft sein Grabser Kollege Mathias Bauer ein, «dafür haben die Grabser Hammer-360-Spins gezeigt.»

Ein Aussenstehender muss nicht verstehen, was die Juroren beurteilen. Sie beugen sich über die Notizen, die sich Mathias Bauer gemacht hat – jeder Lauf eines Teams, das am «Snowländler Springät» teilgenommen hat, ist darauf aufgeführt. Bewertet werden Style und Technik, die die Snowboarder und Freeskier am ersten Contest im Funpark Wildhaus an den Tag legen. Nach den ersten Läufen und dem Final liegen zwei Teams oben auf: Die «Grabser Chnüttler Truppe» mit Elias Poletti, David Sprecher und Pascal Stricker, sowie die «Boarder und zwei Homos» mit Lucien Koch, Mario Grob, Michael Hess und Armin Mathis.

Anspruchsvoller Park

Acht teilnehmende Teams mit drei bis vier Fahrern an einem Contest von «Snowland.ch» sind nicht viele. Doch am «Snowländler Springät» stehe sowieso der Spass im Vordergrund, erklärt Mathias Bauer. Zudem wagen sich nur die versierten Fahrer in den anspruchsvollen Park. «Die Sprünge sind sehr hoch und bei dieser Kälte will auch niemand etwas riskieren.» Daher sei das technische Niveau, das die «Rider» zeigen, nicht so hoch wie an anderen Contests.

Auch ein Grund, weshalb die Juroren sich zuletzt entscheiden, den ersten Preis – 500 Franken und ein Bad im Hot-Pot in der Gamsalp – aufzuteilen. Ein «Rapid Fire», also ein direktes Messen zwischen den besten zwei Teams wäre zu riskant: «Die Fahrer würden sich übernehmen», weiss Fabian Gschwend aus Erfahrung. Und Verletzte will man vermeiden. Die Sicherheit der Teilnehmer steht jederzeit im Vordergrund. «Riders, passt auf», mahnt Fabian Gschwend mehrmals. An der Bar im Funpark werden darum auch Helme und Rückenpanzer an die Freerider abgegeben.

Geschmückte Hindernisse

Das «Snowländler Springät» ist nicht einfach nur ein Contest, an dem die Teams möglichst technisch anspruchsvoll über die Hindernisse fahren müssen. Auch der Style zählt: Als Motto hat man sich «urchig toggenburgisch» verziert. Einige Teams gehen in sennischer Kleidung in den Lauf. Die Schanzen und Rails sind geschmückt mit Schellen. «Holzfäller-Combo» und «Alphüttli-Kicker» nennen es die «Snowlander». Auch hat man einen Final-Lauf unter das Motto «Oldschool» gestellt: Bein-Spreizer und andere ulkige Tricks sind hierbei gefragt.

«Du nennst das einen Shifty?», sagt Mathias Bauer lachend, während er und die Juroren die Läufe der Fahrer vom Jurytisch aus beobachten. «Ich nenne das einen gekonnten No-Control.» Von ihrem Platz aus sieht man nicht zum Landebereich nach der Big-Air-Schanze. Jedes Mal, wenn ein Rider einen schwierigen Sprung zeigt, atmen alle erleichtert auf, wenn er kurz später wieder im Zielbereich auftaucht. Die Gesundheit der eigenen «Snowland-Familie» wird eben gross geschrieben. Olivia Hug





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