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Tagblatt Online, 08. Juni 2012 01:08:00

Robin Alder neuer AGV-Präsident

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Die Administration ist einer der Hauptbestandteile des Präsidentenamtes der Arbeitgebervereinigung Ebnat-Kappel. Dementsprechend viele Papiere übergibt Michael Kauf (links) nach vier Jahren Amtstätigkeit seinem Nachfolger Robin Alder. (Bild: Barbara Anderegg)

Nach vier Jahren übergibt Michael Kauf das Amt des Präsidenten der Arbeitgebervereinigung Ebnat-Kappel (AGV) an Robin Alder. Dieser will ein Ziel seines Vorgängers weiterverfolgen: Die AGV soll wieder bekannter werden.

BARBARA ANDEREGG

EBNAT-KAPPEL. Vier Jahre ist die gewöhnliche Amtsdauer des Präsidenten der Arbeitgebervereinigung Ebnat-Kappel (AGV). «Dieses Rotationsprinzip erachten wir als äusserst sinnvoll. So bleibt das Ganze in Bewegung und die anfallende Arbeit verteilt sich besser», sagt Michael Kauf, Geschäftsführer der Kauf AG, der nun sein Amt an den bisherigen Vizepräsidenten Robin Alder, Geschäftsführer der Alder + Eisenhut AG übergibt.

Einzige lokale Vereinigung

Die Aufgaben in dessen neuem Amt konzentrieren sich vor allem auf die Organisation und Administration. «Wie in anderen Organisationen ist der Präsident auch bei der AGV der Motor. Er lädt zu Veranstaltungen ein, er koordiniert die Aktivitäten», beschreibt der neue Präsident. Aber auch Repräsentationsaufgaben kommen auf ihn zu, so zum Beispiel gegenüber der Industrie- und Handelskammer St. Gallen-Appenzell (IHK). Von dieser würde die AGV als eigenständige Organisation wahrgenommen, trotz der Existenz der übergeordneten Arbeitgebervereinigung Toggenburg (ART), sagt Michael Kauf. Innerhalb dieser regionalen Vereinigung ist die AGV zwar die einzige lokale Vereinigung von Arbeitgebern, jedoch eine gewichtige: In der AGV sind 15 Ebnat-Kappler Firmen mit 645 Mitarbeitenden vertreten, während die Mitgliederbetriebe der ART rund 2500 Mitarbeitende beschäftigen.

Alle die gleichen Interessen

Auch wenn viele AGV-Mitglieder zugleich bei der ART dabei sind, so habe die lokale Vereinigung dennoch durchaus ihre Berechtigung, sind Michael Kauf und Robin Alder überzeugt. «Wir sind näher beieinander, wodurch wir spontaner reagieren und mehr Konkretes bewegen können», begründet Michael Kauf. Auch wenn die Mitgliederfirmen aus ganz unterschiedlichen Branchen stammen, so habe man im grossen und ganzen doch die gleichen Interessen, die es zu vertreten gelte. Um diesen Vorteil zu bewahren, sei man bei der Aufnahme neuer Mitglieder auch sehr selektiv. «Alle beteiligten Firmen stammen aus der Industrie oder dem Baugewerbe. Unternehmen aus dem Dienstleistungssektor wollen wir bewusst nicht aufnehmen, damit unsere Interessen homogener bleiben», erläutert Michael Kauf.

Die Interessenvertretung gegenüber der Gemeinde und anderen Ansprechpartnern ist jedoch nur eine Aufgabe, welche die AGV wahrnimmt. «Die AGV hat auch caritativen Charakter. Wir unterstützen verschiedene Projekte in der Gemeinde mit Sponsoringbeiträgen», sagt Robin Alder. Als Beispiel nennt er das Strassenfest, aber auch die Anschubfinanzierung beim Skilift Tanzboden. «Wobei wir bei der Gründung der Genossenschaft auch beratende Unterstützung bieten konnten», ergänzt Michael Kauf. Das Ziel aller finanziellen Engagements der AGV sei, den Arbeitnehmern in Ebnat-Kappel einen attraktiven Wohnort zu bieten. Zudem will die AGV die Gemeinde Ebnat-Kappel und die dort angesiedelten Firmen über das Toggenburg hinaus bekannt machen. «In den 1960er-Jahren hat man beispielsweise gemeinsame Inseratekampagnen in Illustrierten lanciert», erinnert sich Michael Kauf. Heute noch stellen die Ebnat-Kappler Produktionsbetriebe so genannte AGV-Säckli mit einer Auswahl an Ebnat-Kappler Produkten zusammen, die an jeder in der Gemeinde stattfindenden Delegiertenversammlung verteilt werden.

Darüber hinaus arbeiten die Firmen zum Beispiel bei der Schulung von Mitarbeitenden zusammen. Zweimal jährlich organisiert die AGV für ihre Mitglieder Referate zu aktuellen Themen und ermöglicht einen regelmässigen Austausch mit dem Gemeindepräsidenten.

Anfänge im Zweiten Weltkrieg

Das alles machen die Ebnat-Kappler Arbeitgeber schon seit langem. Ihren Anfang nahm die Vereinigung bereits 1943. Damals wurden die Schweizer Betriebe verpflichtet, sich an der so genannten Anbauschlacht zu beteiligen. Da der Ertrag beim Gemüseanbau im Toggenburg nicht besonders gut war, taten sich einige Arbeitgeber zur Dorfgemeinschaft Ebnat-Kappel zusammen und pachteten im Rheintal Land. Dieses bebauten sie gemeinsam. Während die Anbauschlacht kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges vorbei war, überdauerte die Dorfgemeinschaft die Jahrzehnte bis heute – nur wird sie jetzt Arbeitgebervereinigung Ebnat-Kappel genannt. «Dass es diese Vereinigung noch immer gibt, ist allerdings nicht mehr vielen Einwohnerinnen und Einwohnern bekannt», sagt Michael Kauf. Das habe er vor allem in seinen letzten vier Jahren als Präsident feststellen müssen. Gemeinsam mit dem Vorstand habe er bereits damit begonnen, Massnahmen zu ergreifen, um die AGV wieder bekannter zu machen. Daran will auch Robin Alder anknüpfen. «Wir möchten wieder vermehrt ins Bewusstsein der Ebnat-Kappler zurückkehren. Eine Massnahme dazu ist unter anderem das neue Logo, welches derzeit ausgearbeitet wird», sagt der neue Präsident.




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