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Tagblatt Online, 09. September 2010 07:57:00

König besucht König

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Die Schwingerkönige Kilian Wenger (links) und Nöldi Forrer bei ihrer privaten Autogrammstunde. (Bild: Bild: Urs Huwyler)

SCHWINGEN. Der frisch gebackene Schwingerkönig Kilian Wenger hat auf seiner Tour durch das Toggenburg bei Nöldi Forrer Bekannte getroffen. Die beiden Könige fachsimpelten, wie man mit dem Königsdasein zurecht komme.

Urs Huwyler

Nach Kaffee und Kuchen beim dreifachen König Jörg Abderhalden an der Königsstrasse in Nesslau zog der neue Schwingerkönig Kilian Wenger weiter Richtung Obertoggenburg nach Stein zu einem verlängerten Grillabend bei König Nöldi Forrer. Der Monarch von 2001 und der indirekte Nachfolger analysierten das Eidgenössische, erzählten sich gegenseitig Anekdoten, schauten voraus und wagten bereits einen Blick auf das Unspunnenfest im nächsten Jahr.

«Wichtig ist, sich selbst zu bleiben und sich nicht in ein fremdgesteuertes Schema drücken zu lassen», waren sich die Leute am eckigen Tisch einig. Auch der Zusatz, die Freude dürfe durch die hohen Erwartungen nicht verloren gehen, entsprach durchaus den Vorstellungen des 20jährigen Diemtigtalers, der aus eigenem Antrieb die beiden Toggenburger Könige privat um deren Erfahrungen, Rat und Tips im Umgang mit der Krone fragen wollte.

Lehrmeister Brunner

Dabei war neben Zimmermann-Lehrling Kilian Wengers Konditionstrainer Roland Fuchs auch Lehrmeister Hansruedi Brunner. Der einst für den Schwingklub Herisau aktiv gewesene Appenzeller arbeitete bis 1996 in Bächli Hemberg, bevor es ihn nach Oey (15 Minuten von Thun) zog. Dort betreibt der mit Schwingerkönig David Roschis (1972) Tochter verheiratete Ostschweizer einen eigenen Betrieb (Schmid Holzbau). Bei Nöldi Forrer kam es wegen der Toggenburger Vergangenheit auch zum Zusammentreffen mit Eidgenosse Christian Forrer.

«Gegen ihn habe ich mehrmals geschwungen und immer verloren, mit dessen Zwillingsbruder Emil war ich noch in der Schule», erinnert sich Hansruedi Brunner an die einseitigen Duelle. Ein Kreuzbandriss beendete die Karriere des ins Bernbiet abgewanderten NOS-Schwingers.

Gegenseitige Wertschätzung

Dass sich die beiden Könige gegenseitig schätzen, zeigte sich auch, als sie für ihre Fans in Frauenfeld Autogrammkarten des Gegners wünschten und den Rivalen in die eigene Sammlung aufnahmen.

«Was soll ich drauf schreiben?» fragte der Ältere den Jüngeren, der wie jeder andere mit «Schreib einfach für Kilian», antwortete. Forrer sprach davon, mit Wenger habe der Beste das Fest gewonnen. «Wenn es kein Toggenburger ist, dann Kilian. Er hat den Titel wirklich verdient.» Wenger betonte, der Wille und der Kampfgeist des mehrfach verletzt gewesenen Forrer sei bewundernswert gewesen. Von einem freundschaftlichen Umgang untereinander sprach das Königsduo. Im Sägemehl werden sie trotzdem Gegner bleiben.





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