Tagblatt Online, 16. Juli 2012 08:44:00
Jodlernacht füllt die Markthalle
Organisator und Moderator Christian Huser stellt an der Jodlernacht die Formation Säntis-Jodler aus Teufen vor. (Bild: Bilder: Hansruedi Kugler)
WATTWIL. Die erste Wattwiler Jodlernacht war ein Publikumserfolg: In der gut gefüllten Markthalle waren am Samstag nebst dem Jodlerklub Wattwil Jodler aus der Innerschweiz, dem Kanton Bern und aus dem Appenzellischen zu hören. Organisator Christian Huser denkt bereits an eine Neuauflage.
HANSRUEDI KUGLER
«Ich bin überglücklich», meinte Organisator Christian Huser nach den beiden Konzertblöcken. Nervös sei er schon etwas gewesen, denn die Markthalle zu füllen, sei eine Herausforderung, meinte er. «Und, ohne die Zusage eines einheimischen Chors hätte ich das Risiko nicht gewagt.» Der Erfolg am Samstag gab seinem Engagement recht: Rund 800 Jodlerfreunde füllten die Festbänke in der Markthalle und freuten sich über die hochstehenden Jodel-Vorträge. Die Bühne an der Längsseite der Halle bot allen Besuchern einen guten Blick auf die Jodlergruppen. Ebenfalls sehr zufrieden war Christian Huser über die Akustik – die zweite Herausforderung der Jodlernacht. Denn die Markthalle ist nicht als Konzertraum konzipiert. Mit Mikrophonen sowie Lautsprecher-Türmen an beiden Bühnenseiten und vor allem an der Decke in der Hallenmitte gelang auch in den hinteren Reihen eine saubere, klare, echofreie Akustik. Und glücklich war Christian Huser auch über das Interesse des Publikums: «Dass die ganze Markthalle während der Jodelvorträge mäuschenstill war, hat mich sehr beeindruckt», sagte er am Ende des Abends.
Vielfältig traditionell
Das Konzept der Jodlernacht war schlicht, die Jodelauswahl traditionell: Zwei Konzertblöcke, in welchen jede der vier Formationen je zwei Lieder singt – das gab die Abwechslung, die sich Christian Huser zum Ziel gesetzt hatte. So sei es am besten möglich, die Vielfalt des Schweizer Jodelgesangs zu präsentieren, meinte er. Ausführliche Erläuterungen zu Charakteristik und Unterschied der Jodelregionen erhielt das Publikum allerdings nicht. Der Jodelnacht-Organisator führte als Moderator selbst durch das Programm und stellte jeweils kurz die Chöre vor. Christian Huser, Landwirt in Alt St. Johann und politisch als Präsident der Jungen CVP Toggenburg engagiert, singt selbst im Churfirstenchörli Alt St. Johann-Unterwasser den ersten Tenor. «Für die Jodlernacht wollte ich gesanglich das Traditionelle», sagte er. Naturjodel und Jodellieder sollten es sein, lautete die Anweisung an die eingeladenen Chöre. Daran hielten sich die vier Chöre nur fast. Denn in den Zugaben lockerten sie das Traditionelle auf. Da sang etwa das Jodlerquartett Sichleblick aus dem Berner Eriztal vom gesunden Leben auf der Alp, aber daneben auch ein paar Lumpenliedli. So das derbe Lied vom rüpelhaften Rekrut: «Kaum hat man ihn rausgeschmissen, hat er vor die Tür ge… geschaut, ob's schönes Wetter sei.»
Vielleicht schon 2013
Und die Säntis-Jodler boten neben ihren traumhaft-glasklaren Jodelliedern noch eine A-cappella-Zugabe: «Heuet, heuet Lüt.» Die Säntis-Jodler hätten ansonsten wohl noch einiges zu erzählen gehabt, waren sie doch Überraschungsgast an der Hochzeit von Roger und Mirka Federer. Wieso gerade diese vier Chöre? Christian Huser: «Die Eingeladenen sind in der Jodler-Szene bekannte Formationen.» Die Berner und die Appenzeller hat er an Jodlerfesten gehört, auf den Jodlerklub Illgau ist er über einen Tip der befreundeten Jodlergruppe Bergröseli Alpnachstad gestossen. Dass der Erfolg der ersten Jodlernacht die Frage nach einer Fortsetzung stellt, weiss Christian Huser: «Erste Gespräche mit Formationen habe ich geführt. Am Konzept werde ich festhalten. Vielleicht gibt es schon nächstes Jahr wieder eine Jodlernacht. Aber ein Datum steht noch nicht fest», sagt er.
- Artikel empfehlen:










Zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden.
Kommentar schreiben