Tagblatt Online, 17. Juni 2009 01:04:45
Gotteshäuser bergen Energiespar-Potenzial
Das Wärmebild einer Kirche, grün und blau gefärbt sind jene Bereiche, wo Wärme verloren geht. (Bild: Bild: pd)
Der Förderverein Energietal Toggenburg nimmt die Kirchen im Toggenburg unter die Lupe. Er sieht bei den Gotteshäusern ein grosses Energiespar-Potenzial. Dem Thema hat der Förderverein eine Weiterbildungsveranstaltung im Berufs- und Weiterbildungszentrum gewidmet.
Matthias Giger
Toggenburg. «Energieeffizienz und Werterhalt der Toggenburger Kirchen» heisst das Thema, zu welchem der Förderverein Energietal Toggenburg eine Weiterbildung veranstaltet hat. Thomas Grob, Präsident von Energietal Toggenburg, sagte: «Eine unserer Zielgruppen, die ein hohes Energiespar-Potenzial birgt, sind die öffentlichen Körperschaften. Dazu gehören auch die Kirchen.» Grob betonte, dass Energieeffizienz mit Ethik zu tun hat und nannte als Stichwort die gerechtere Verteilung von Energieressourcen.
Die beiden Landeskirchen stünden der Problematik erfreulich aufgeschlossen gegenüber, so Grob.
Spar-Potenzial bei Kirchen
Mit Emil Giezendanner, Inhaber und Geschäftsführer der Baumann Akustik und Bauphysik AG in Dietfurt, führte ein Fachmann durch die Veranstaltung im Berufs- und Weiterbildungszentrum. Im Vergleich zu anderen Gebäuden ist die Belegung der Kirchen mit durchschnittlich gerade einmal 5 Prozent tief. Darin liegt das grosse Sparpotenzial.
Wenn nur auf die Anlässe hin geheizt werde, könne der Heizenergiebedarf bis zur Hälfte gesenkt werden, so Emil Giezendanner. Kirchen würden vorwiegend geheizt, damit sich die Kirchgänger wohl fühlen. Zwischen den Anlässen sollten Kirchen eine tiefe Grundtemperatur von 8 bis 10 Grad Celsius aufweisen. Während Gottesdiensten oder Messen sei eine Komforttemperatur zwischen 16 und 18 Grad Celsius angemessen. Die tiefe Grundtemperatur verhindert Schädigungen aufgrund zu hoher Luftfeuchtigkeit.
Diese steige dann an, wenn es drinnen viel wärmer ist als draussen.
Langsam heisst schonend
Er wies auf die Ursachen für Schäden an Decken und Wänden von Kirchen hin. Hierzu gehörten zum einen Durchzug, welcher Kerzen zum Flackern bringt und damit die Russbildung erhöht, zum andern intensive Intervalle des Heizens. «Schonendes Aufheizen bedeutet mit 1,5 Grad Celsius pro Stunde zu heizen», sagte Emil Giezendanner.
Wenn zu schnell geheizt wird, bestehe die Gefahr, dass sich Wasser an den Wänden oder Gegenständen in der Kirche bildet und diese in Mitleidenschaft zieht.
Er wies auf die Vorteile von speicherprogrammierte Steuerungen (SPS) für Heizsysteme hin. Sie passen zu jeder Heizung und seien leicht zu bedienen. Unter den Teilnehmern waren nebst Vertretern der Toggenburger Kirchgemeinden auch Architekten und Liegenschaftsverwalter aus der Region.
Sie interessierten sich besonders für die speicherprogrammierte Steuerung und deren Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten.
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