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Tagblatt Online, 23. Mai 2012 13:13:00

«Girlen»: Von der Asylunterkunft wieder zum Ferienhaus

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Das Berghaus Girlen wurde in den vergangenen drei Monaten als Gruppenunterkunft für Asylsuchende genutzt. Der Pilotversuch ist beendet, nun werden die Erfahrungen evaluiert. (Bild: Olivia Hug)

EBNAT-KAPPEL. Nachdem gestern der dreimonatige Pilotversuch einer Asylunterkunft im Berghaus Girlen zu Ende gegangen ist, werten die beteiligten Parteien ihre Erfahrungen aus. Derweil trifft der Kanton die letzten Abklärungen, damit die Unterkunft in Ennetbühl am 1. Juni startklar ist.

BARBARA ANDEREGG / OLIVIA HUG

Gestern ging das Pilotprojekt «Gruppenunterkunft Girlen» zu Ende. Die dort untergebrachten asylsuchenden Männer wurden mit einem Kleinbus- transporter in ihre neue befristete Unterkunft in Zuzwil gebracht. Sie werden dort in einer ehemaligen Baubaracke beherbergt. Auch diese Plazierung ist befristet, spätestens in fünf Monaten muss die Unterkunft wieder geräumt werden.

Für Ebnat-Kappel ist damit das Thema Gruppenunterkunft vorläufig beendet. Wie bereits an der Informationsveranstaltung im Februar angekündigt, wollen die Verantwortlichen nach diesen drei Monaten nun das Pilotprojekt analysieren, um zu prüfen, ob eine Fortführung dieser Gruppenunterkunft zu einem späteren Zeitpunkt überhaupt in Frage kommt.

«Im Moment kann ich noch keine Aussagen machen», sagt Ebnat-Kappels Gemeindepräsident Christian Spoerlé. Er werde in den kommenden Wochen das Gespräch mit den verschiedenen beteiligten Parteien suchen. «Wichtig ist mir insbesondere, zu hören, welche Erfahrungen die Bevölkerung gemacht hat», betont er. Den Einwohnern der Gemeinde wurde auch bereits im Februar versprochen, dass sie in die Evaluation mit einbezogen werden.

Erörterung an Infoveranstaltung

Diese Möglichkeit wird den Ebnat-Kapplerinnen und Ebnat-Kapplern laut Gemeinderatsschreiber Alexander Bommeli am 19. Juni geboten. An einer Informationsveranstaltung werden alle an diesem Projekt beteiligten Parteien Auskunft über ihre jeweiligen Erfahrungen und Fazits geben. Dabei sein werden neben Gemeindepräsident Christian Spoerlé Vertreter der Polizei, der Schule und der Vereinigung der St. Galler Gemeindepräsidentinnen und -präsidenten (VSGP), die für die Unterbringung der Asylsuchenden im Kanton St. Gallen zuständig ist. Auch von der Familie Kauf, der Vermieterin des Berghauses Girlen, werde jemand anwesend sein. Philippe Kauf, Verwalter der Liegenschaft, zog gestern ein vorläufig positives Fazit: «Aus meiner Sicht als Vermieter ist das Ganze gut über die Bühne gegangen. Die Beschädigungen am Inventar halten sich im üblichen Rahmen, sprich ähnlich wie nach einem Schullager.»

Noch gestern haben Mitarbeitende der ABS Betreuungsservice AG damit begonnen, das Berghaus zu reinigen. Die Schlüsselübergabe finde heute statt. «Bereits am Freitag ist das Haus wieder an eine Gruppe vermietet und den Sommer über gut belegt», sagt Philippe Kauf.

Letzte Abklärungen vor Bezug

Das Thema Gruppenunterkunft für Asylsuchende im Toggenburg ist mit der Schliessung des «Girlen» aber nicht vorbei. Am 1. Juni bereits soll die unbefristete Asylunterkunft für Familien und allein reisende Frauen im ehemaligen Hotel Seeben in Rietbad bezogen werden. Wie Roger Hoch- reutener, Geschäftsführer der Koordinationsstelle der St. Galler Gemeinden für das Asyl- und Flüchtlingswesen (Komi), erklärt, laufen die letzten Abklärungen im Rahmen eines koordinierten Verfahrens durch den Kanton bezüglich künftiger Nutzung. Verschiedene kantonale Ämter haben laut Roger Hochreutener ihre jeweilige Bewilligung bereits erteilt. Morgen Donnerstag stehe noch der Besuch des Feuerschutzbeauftragten an.

Im «Seeben» sollen bis zu 60 Personen untergebracht und die Kinder vor Ort beschult werden.





Leser-Kommentare:
1 Beitrag

Kommentar lesen

zombie1969 (23. Mai 2012, 20:51)
Egal...

wie gut dieser Pilotversuch über die Bühne ging. Massgeblich ist und bleibt dass über 90% keine Flüchtlinge sind, sondern Arbeitsmigranten. Und ebenfalls Konstante bleibt, dass nach wie vor der Steuerzahler weiterhin für das Asylunwesen aufkommen muss.

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