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Tagblatt Online, 01. September 2010 01:01:14

Geister scheiden sich über Vortritt

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Übersicht des Obertorplatzes: Der Vortritt wird neu geregelt, mit der Verkehrsinsel soll die Geschwindigkeit reduziert werden. Für die Fussgänger wird es mehr Raum geben (rot eingezeichnet). (Bild: Grafik: pd)

LICHTENSTEIG. Die Informationsveranstaltung über die Sanierung des Knotens Obertorplatz in Lichtensteig zog am Montag viele Bürger in den «Kronen»-Saal. Es wurde heftig über den Nutzen diskutiert. Und darüber, ob die neue Verkehrsführung sicherer ist.

Sabine Schmid

Zwei Ziele strebte das Komitee an, das hinter dem Referendum zum Vernehmlassungsbeschluss des Gemeinderats Lichtensteig über die Sanierung des Knotens Postplatz steht. Zum einen wollte es mehr Informationen zum Projekt. Zum anderen sind sie überzeugt, dass die heutige Verkehrsführung mit den geltenden Vortrittsregeln sicher sei. Dass in den letzten zwei Jahrzehnten keine Unfälle mit gravierenden Folgen passiert sind, führten Ruedi Ehrbar und Peter Hüberli vom Referendumskomitee als Begründung an.

Sie sind zudem überzeugt, dass der Verkehrsfluss behindert werde, wenn die weniger stark befahrene Achse Bürgistrasse – Hauptgasse gegenüber der stärker ausgelasteten Achse Grabengasse – Loretostrasse vortrittsberechtigt werde.

Mehr Sicherheit für Schwache

Die Befürworter – auf dem Podium vertreten durch Stadtpräsident Roger Hochreutener, Urs Dahinden, Leiter Strassen- und Kunstbauten vom Kantonalen Tiefbauamt, sowie Bruno Bollhalder, stv.

Leiter Büro Neuhaus des kantonalen Tiefbauamts – stellten die Vortrittsregeln klar. Die Wasserfluhstrasse und die Hauptgasse seien als eidgenössische Hauptstrasse klassiert, führte Urs Dahinden aus. Darum schreibe das Gesetz vor, dass diese vortrittsberechtigt sei. «Die heutige Situation ist rechtswidrig», fügte Bruno Bollhalder hinzu. Die Befürworten strichen hervor, dass das Projekt vor allem für die schwächeren Verkehrsteilnehmer Vorteile biete. Durch die Verengung der Strassen erhalten die Fussgänger mehr Raum.

Die ganze Kreuzung wird übersichtlicher und die Beleuchtung verbessert. Und nicht zuletzt werden die Bushaltestellen vor der Post und vor der «Krone» neu gestaltet, was die Sicherheit der Buspassagiere beim Aussteigen erhöhe.

Wird es zu Staus kommen?

Sowohl die Vertreter des Referendumskomitees wie auch einige Stimmen im Publikum gaben zu bedenken, dass die neue Vortrittsregelung zu Staus in der Grabengasse führen werde. Dies könne im Winter zu weiteren Behinderungen führen, wenn Lastwagen in der Steigung hängen bleiben.

Urs Dahinden rechnete vor, dass gemäss den Zahlen aus Verkehrszählungen etwa sechs Autos in der Minute durch die Grabengasse auf die Kreuzung zufahren würden. Dieses Verkehrsaufkommen verursache kaum Staus, sagte er. Roger Hochreutener versprach zudem, dass der Winterdienst den Strassenzustand laufend überwache und bei Bedarf Streumittel einsetzen werde.

Verschiebung nicht möglich

Der Stadtpräsident wies die Bevölkerung darauf hin, dass der Kanton und die Gemeinde die Strassen und Leitungen sanieren müssen. Das vorgeschlagene Projekt löse für die Gemeinde Kosten von rund 60 000 Franken mehr aus als eine einfache Sanierung.

Für die Unterzeichnenden des Referendums ist nicht klar, warum die Sanierung des Obertorplatzes ausgerechnet jetzt erfolgen muss.

In etwa zehn Jahren sei die Umfahrung von Bütschwil gebaut und der Schwerverkehr könne über diese geleitet werden, argumentierten sie. Urs Dahinden erklärte, dass das Projekt im aktuellen Strassenprogramm aufgeführt sei und man es darum jetzt realisieren müsse. «Wenn der Volkswille dagegen spricht, respektieren wir das», sagte er. Doch dies sei dann nicht für drei oder vier Jahre. Das bedeute, dass der Kanton die notwendigen Arbeiten am Deckbelag ausführe. Und dieser halte dann wieder für etwa 20 Jahre.

«Sie können nicht davon ausgehen, dass Lichtensteig in zehn Jahren nochmals an der Reihe ist», meinte Urs Dahinden.

Wie die Signalisation im Detail aussehen wird, konnte Bruno Bollhalder noch nicht sagen. Die Sicherheit werde aber verbessert. «Sollte es wieder Erwarten zu mehr Unfällen kommen, stehen wir schnell wieder da», versprach Urs Dahinden.





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