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Tagblatt Online, 16. Juni 2009 01:02:01

Aufmarsch für Kulturpreisträger

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Für seine Holzskulpturen erhielt Stefan Gort (links) von Rolf Hohmeister den Anerkennungspreis. (Bild: Bilder: Katrin Wetzig)

In Walenstadt wurden am Freitagabend die vier Anerkennungspreise der st. gallischen Kulturstiftung vergeben. Zwei Preise gehen ins Toggenburg: Der Bildhauer Stefan Gort und der Dirigent Hermann Ostendarp wurden für ihr Schaffen geehrt.

Katrin Wetzig

Walenstadt. Preisträger Hermann Ostendarp, Leiter und Gründer des Jugendorchesters «il mosaico» aus Wattwil, gab Einblick in sein künstlerisches Wirken mit der musikalischen Umrahmung des Anlasses durch dieses Jugendstreichorchester. Für zwei andere Preisträger, Künstler Stefan Gort (Vättis/Wattwil) und die Buchdruck-Künstler der «Offizin Parnassia» Hans Ulrich Frey und Stephan Burkhardt (Vättis), handelte es sich quasi um ein «Heimspiel», denn ihre Kunst ist in der Region seit langem bestens bekannt.

Für die vierte Preisträgerin, Lucie Schenker, war das Museum Bickel in Walenstadt der treffende Ort für die Vergabe der Anerkennungspreise der st. gallischen Kulturförderung. Immerhin konnte die St.Galler Künstlerin ihren Anerkennungspreis inmitten ihrer Werke im Museum Bickel entgegen nehmen. Ihr ist die aktuelle Ausstellung dort gewidmet.

Musik die Grenzen öffnet

Stiftungsrat Dr. Hans Büchler leitete die Gründung und Entwicklung des Jugendorchesters «il mosaico» vom Werdegang seines Leiters, des Preisträgers Hermann Ostendarp, ab. Ostendarp hatte dank gezielter Förderung als Kind eine klare Richtung in der Musik gefunden. In der Vernetzung von Musikschule und Kantonsschule entstand in Wattwil ein vierstufiges Orchestermodell, das musikalische Jugendliche zu fördern verstand ohne sie zu überfordern.

Ostendarps Beziehungsnetz zu in- und ausländischen Spitzenmusikern und der Aufbau eines Förderkreises machten diese Entwicklung möglich. Für Ostendarp sei Musik eine eigene Sprache und keinesfalls Zeitvertreib von dem man sich bespülen lasse – eines der besten Kommunikationsmittel überhaupt – ein «Studium universale». Musik als Lebensschule brachte den jungen Menschen bereits Erfolge in elf europäischen Ländern.

Dieses Leben für seine Ideen und ihre Umsetzung mit den jungen Menschen verdiene die vorbehaltlose Anerkennung, sagte Büchler abschliessend.

Sprechendes Holz

Stiftungsrat Dr. Rolf Hohmeister würdigte in eindrücklicher Weise Stefan Gorts archaische Holzskulpturen. Auf geheimnisvolle Weise werden diese aus dem von der Natur geformten Rohstoff herausgeschält.

Stillstand und Bewegung, Entwicklung und Zeit sah er im Werk «Zeit-Floss» aus dem Jahr 2006 verinnerlicht. Dabei gelinge es dem Künstler über die Formen und die Bearbeitung menschliche Beziehungssysteme herzustellen. Seele und Körper träten hier in plastische Erscheinung und prägten räumliche Präsenz. Stefan Gort bringe das Holz zum Reden. So deutete Hohmeister die auf das Wesentliche reduzierten Formen in rohem Holz.





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