Tagblatt Online, 24. August 2010 08:38:00
Wärmeverbund geht in neue Runde
Energieberater Kurt Raschle (vorne links) erklärt Interessenten den Anschlusskasten. (Bild: Bild: alb)
LÜTISBURG. Die Arbeitsgruppe Wärmeverbund Lütisburg informiert über die Möglichkeiten einer zentralen Holzschnitzelheizung. Zu reden gibt die Absicht, nur einen Teil des Dorfes ans Netz anzuhängen.
Albert Büchi
Anlässlich einer Informationsveranstaltung im September 2008 hatte es die Arbeitsgruppe Wärmeverbund Lütisburg als realistisch gesehen, dass die zentrale Holzschnitzelheizung im August 2009 den Betrieb aufnehmen könnte. Das blieb eine Illusion. Aus verschiedenen Gründen wurde das Projekt sozusagen auf Eis gelegt.
Jetzt, ein Jahr nach dem einst festgelegten Termin, nimmt man einen neuen Anlauf. Am Freitagabend wurde entsprechend informiert.
Arbeitsgruppe gebildet
Nachdem das Projekt ins Stocken geraten war, setzte der Gemeinderat, noch in der vorherigen Besetzung, Anfang dieses Jahres eine interimistische Arbeitsgruppe ein, die in zwei Sitzungen die bis dahin erarbeiteten Grundlagen diskutierte. Zu einer dritten Sitzung wurde auch die ursprüngliche Arbeitsgruppe eingeladen, um die Frage der Trägerschaft zu erörtern. Der aktuelle Gemeinderat beschloss danach, eine neue Arbeitsgruppe zu bilden.
Dieser gehören aus dem Gemeinderat Präsidentin Imelda Stadler und René Ehrbar an, aus dem Schulrat Felix Tschirky und Werner Wagner. Von der Dorfkorporation ist Walter Fässler dabei, dazu kommen die Wärmebezüger Kilian Schönenberger und Marcel Büchler sowie Ueli Bösch vom Werkhof. Als Trägerschaft der Heizung wurde die Dorfkorporation Lütisburg bestimmt, mit welcher die Verträge abgeschlossen werden. Bis zum Ende des Projektes wird die Arbeitsgruppe aber bestehen bleiben. Kurt Raschle aus dem zürcherischen Rickenbach begleitet das Projekt in Lütisburg als Energieberater.
Energie aus der Region
In seinem «Plädoyer» hielt Raschle fest, dass die Holzschnitzelheizung viele Vorteile habe, wie etwa die grosse Wertschöpfung aus der Region oder die günstigeren Energiepreise. «Holz ist Energie aus der Region. Es birgt kein Umweltrisiko und ist CO2 neutral». Der Feinstaub sei zwar ein Thema, doch mit moderner Technologie werde hier viel erreicht.
Vorgesehen ist der Wärmeverbund nördlich der Flawilerstrasse. «Es wäre ein ganz feines Projekt, wenn hier alle mitmachten», sagte Raschle.
Die einmalige Anschlussgebühr beträgt 10 000 Franken, dazu kommen noch 300 Franken als Leistungsgebühr pro Kilowattstunde Anschlussleistung. Mit einigen Berechnungsvarianten zeigte Raschle auf, dass der Energiepreis aus dem Wärmenetz je nach Anzahl Anschlüsse unterschiedlich sei.
Verbindliche Preise könnten erst genannt werden, wenn man wisse, wie viele Häuser angeschlossen werden.
Warum nicht für alle?
In der anschliessenden Fragerunde wurde deutlich, dass auch südlich der Flawilerstrasse Interesse für diese Fernwärme vorhanden ist. Ein Besucher empfand es als unbefriedigend, dass ein Mitmachen nicht für alle möglich sei. Energieberater Kurt Raschle bezweifelte, dass ein Wärmeverbund im grossen Stil finanziell tragbare wäre.
Für die «Spange Süd» sieht es aber nicht so trüb aus, weil sich da bereits Leerrohre im Boden befinden, die teure Grabarbeiten unnötig machen. Die Dorfkorporation verteilt nun die Absichtserklärungen, die bis 6. September zurückerwartet werden.
Ab 20. September sollen die Gebäude und Netze aufgenommen werden. Die definitive Unterzeichnung der Verträge ist auf den 30. November geplant. Mit dem Bau der Heizzentrale könnte dann im Januar oder Februar begonnen werden.
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