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Tagblatt Online, 03. Juli 2012 07:57:00

Einblick in das «Kinder Dörfli»

LÜTISBURG. Das Kinder Dörfli St. Iddaheim hat sich vergangenen Samstag mit verschiedenen Attraktionen der Öffentlichkeit präsentiert. Die friedliche Stimmung am Fest wird als Zeichen der Qualität des Sonderschulinternats gewertet.

FRANZISKA HUBER

In naturnaher, ruhig gelegener Umgebung von Lütisburg Station liegt das Kinder Dörfli St. Iddaheim. Siebzig Kinder werden im staatlich anerkannten Sonderschulinternat betreut. Das Kinder-Dörfli-Fest gab den Eltern die Gelegenheit, ihr Interesse zu bezeugen und mit Lehrpersonen ins Gespräch zu kommen. Zudem erhielten Interessierte Einblick in die Wohngruppen und den Heimalltag.

Reges Treiben überall

Schon von weitem war fröhlich klingendes Kinderlachen zu vernehmen. Auf dem farbenfroh gestalteten Hauptplatz, eingetaucht in das sanfte Licht der Sonnenstrahlen, herrschte reges Treiben. Fein duftende Verpflegungs- und bunte Spielstände, die von den Wohngruppen angeboten wurden, luden Kinder, Eltern, Lehrpersonen und Gäste zum Verweilen ein. Die Kinder waren aktiv beschäftigt, erprobten sich beim Stiefelwerfen oder planschten im plätschernden Wasser des naheliegenden Brunnens, um sich von der sengenden Hitze abzukühlen. Das Scheppern der Konservendosen, die beim Büchsenwerfen zu Boden fielen, sowie das Platzen der bunten Luftballons beim Pfeilschiessen waren nicht zu überhören. Bunt waren nicht nur die Luftballons, sondern auch die Ausstellungsprodukte, welche die Schüler im Time-Out oder im Werkunterricht angefertigt hatten. Das Angebot reichte von farbenfrohen Kerzenständern und Schachteln über Würfelspiele bis hin zu kunstvollen Blumenvasen. Roland Seidel, Verantwortlicher des Bereichs Time-Out, gab sich sehr zufrieden: «Es herrscht eine aufgestellte Stimmung, und das warme Wetter treibt die Besucher in den kühlen Ausstellungsraum.»

Bauchredner als Gassenhauer

Berücksichtigt wurde auch der Sinn für Humor. Als die Kinder plötzlich ihre Eltern an den Händen nahmen und in die Aula eilten, konnte man erahnen, welche Attraktion als nächste kommt: Der bekannte Bauchredner Roli Berner unterhielt das Publikum unplugged. Mit der Kunst der Bauchrednerei und frechen Sprüchen strapazierte er die Lachmuskeln der Besucher. Neben seiner vorwitzigen Handpuppe Igor präsentierte er Elisabeth, die Miss Schweiz von 1932, welche ebenfalls ein loses Mundwerk besass.

Neue Philosophie umgesetzt

«Vor drei Jahren hat im Kinder Dörfli ein Philosophiewechsel stattgefunden», erklärte Schulleiter Peter Engeli. Das Sonderschulinternat setze sein Schwergewicht nicht mehr auf die Produktion, sondern auf die schulische und persönliche Entwicklung der Schüler nach dem kantonalen Volksschullehrplan. Aus dieser Umorientierung resultierte, dass der Bazar durch das Kinder-Dörfli-Fest ersetzt wurde.

Obwohl das prächtige Wetter die Besucherzahlen drückte, hat sich dieser Anlass laut Peter Engeli bewährt: «Herausragend finde ich die friedliche Stimmung unter den Jugendlichen. Dies ist ein Zeichen der Qualität der Leute, die in den Wohngruppen und der Schule arbeiten.»




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