Toggenburg um eine Attraktion reicher

MOSNANG ⋅ Ein knallig-buntes Feuerwerk bestätigte die amtlich geprüfte Vermessung des weltgrössten Adventskranzes. Mosnang knackt mit einem Adventskranz von über 121 Metern Durchmesser den bestehenden Weltrekord.
04. Dezember 2017, 05:18
Fränzi Göggel

Bis anhin stand der grösste Adventskranz mit 100 Metern Durchmessern in Slowenien. Seit Samstagabend ist alles anders. 121 Meter und 60 Zentimeter massen die Geometer von Geoinfo AG. Der Grösste, mit dem Prädikat Weltrekord, steht nun in Mosnang.

Halb Mosnang war an diesem geschichtsträchtigen Winterabend auf den Beinen. Familien mit Kind und Kegel wanderten Richtung Aufeld, um am Rekordakt am Freitag teilzunehmen.
 

Unabhängige Zeugen mussten sein

Statt Eintritt zu bezahlen, bekam jeder Besucher einen Getränke Bon in die Hand gedrückt. Diese grosszügige Geste animierte die zahlreichen Gäste, sich schon vor dem eigentlichen Festakt mit einem heissen Getränk nach Wahl zu stärken.

Aus der Raclettehütte drang Stimmengewirr. Duftschwaden von geschmolzenem Käse waberten nach draussen in die Eiseskälte und vermischten sich mit dem Aroma von gebratenen Grillwürsten. Dies alles liess die Gemütlichkeit schon vor dem eigentlichen Festakt in den oberen Bereich des Stimmungsbarometers schnellen. Moderator und Programmchef Ruben Schuler eröffnete den Anlass und erklärte witzig, was er sich von dem Festabend erhoffte. Er stellte die zahlreichen Helfer, die anwesende Prominenz und die vielen Gäste mit den Worten «Ohne euch wäre das alles nicht möglich gewesen», in den Mittelpunkt. Im anschliessenden kurzen Interview mit der Weltrekordjury verblüffte Vermesser Roman Halter mit einem grossen Kompliment: «Ich bin erstaunt, was die Mosliger zwäg bringen. Man spürt den Spirit in der Gemeinde.»

Ihre Aufgabe zum Vermessen des Adventskranzes nahmen die Geometer-Experten sehr ernst. Galt es doch, den Weltrekord-Adventskranz mit einem Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde anzustreben. Erste Testmessungen mit Koordinaten, Winkel und Distanzen wurden am Nachmittag durchgeführt.

Da Mosnang keine Guinness-Weltrekordrichter hatte, wurden dem Organisationskomitee diverse Auflagen gemacht. In der Weltrekordjury mussten mindestens ein Vermesser und zwei unabhängige Zeugen sein. Kantonsratspräsident Ivan Louis und Alt-Kreisgerichtspräsident Edi Schnellmann übernahmen diese würdevolle Aufgabe. Sind doch beides Juristen und so für dieses Amt bestens geeignet.

Regierungsrat Präsident Fredy Fässler rühmte in seiner Rede das Ergebnis dieser ursprünglich verrückten Idee. Das Toggenburg und die Ostschweiz seien mit dieser Meisterleistung um eine Attraktion reicher.
 

Hoher Besuch trotz der Eiseskälte

Als Fan des Mosliger Projektes wurde Ständeratspräsidentin Karin Keller-Sutter angesagt. Sie hätte erwirkt, dass die Basler Versicherung ihre Verwaltungsratssitzung vorverschob, sodass sie am Festabend ihre Laudatio halten könne. Nach ihrer Rede verriet sie ehrlich, dass sie nun froh sei, um die Wärme in der Raclettehütte. In Mosnang haben hohe Politiker keine Berührungsängste.

Bischof Markus Büchel hielt mit seinem mit Schalk und witziger Ironie vorgetragenen Text, den Anwesenden, die es merkten, einen Heiterkeitsspiegel vor die Augen. Zusammen mit Esther Dreier öffnete er das erste Adventsfenster. «Wenn der Papst schon nicht da ist, muss das halt der Bischof übernehmen», witzelte er und segnete im Anschluss den Adventskranz. In der Raclettehütte löschte man das Licht erst, als es keines mehr brauchte. Die Mosliger wissen halt, wie man grosse Feste feiert.


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