Mehr Wohnungen, weniger Leerstände

STATISTIK ⋅ Entgegen dem nationalen Trend hat im Toggenburg der Anteil leerstehender Wohnungen im Vergleich zu 1998 abgenommen – trotz eines Anstiegs um insgesamt 3210 Wohnungen.
14. September 2017, 05:20
Serge Hediger

«So viele leere Wohnungen wie noch nie.» «Geisterstädte im Mittelland.» «Höchste Leerstände seit den 1990er-Jahren.» So lauteten dieser Tage die Schlagzeilen, nachdem das Bundesamt für Statistik die sogenannten Leerwohnungsziffern, also den prozentualen Anteil leerer Wohnungen am Gesamtwohnungsbestand, veröffentlicht hat.

Demnach stehen in der Schweiz mit Stichtag 1. Juni total 64893 Wohnungen leer, 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Grund: relativ günstige Bodenpreise und grosse Landreserven. Zuletzt wurden 1998 mit 64198 Einheiten schweizweit die meisten Leerwohnungen registriert. Wie aber sieht es im Toggenburg aus?
 

Am meisten leere Wohnungen in Mosnang

Hier zeigt ein Blick auf die Zahlen: Das Gegenteil ist der Fall. Im Thur- und Neckertal ist die Leerwohnungsziffer von 2,82 (1998) auf 2,12 (2017) gesunken. Das lässt sich allein an den Spitzenreitern unter den Gemeinden ablesen: Die höchsten Leerwohnungsbestände wurden 1998 in Lichtensteig (4,86), Kirchberg (4,83), Ebnat-Kappel (3,45) und Wattwil (3,06) gezählt. In diesem Jahr sind es Mosnang (3,41), Ebnat-Kappel (3,03), Kirchberg (2,68) und Lichtensteig (2,60). Am wenigsten freier Wohnraum wurde dieses Jahr in Hemberg (0,56) und Oberhelfenschwil (0,66) registriert.

In diesem Zeitraum über nahezu 20 Jahre hat sich der generelle Wohnungsbestand im Wahlkreis natürlich erhöht – von 21489 auf 24699 Wohnungen. Davon standen dieses Jahr 523 (1998: 605) leer, 469 (621) waren zu vermieten und 54 (84) zu verkaufen. 69 (73) der registrierten Leerwohnungen liegen in Einfamilienhäusern, 73 (85) in Neubauten. Die meisten leerstehenden Wohnungen weisen vier (162) oder drei Zimmer (136) auf, leer stehende Ein-Zimmer-Wohnungen wurden gerade mal 32 (52) gezählt. Das Fazit: Zwar ist die Zahl der Wohnungen in absoluten Zahlen um 3210 gestiegen, dennoch ist der Wohnungsmarkt relativ entspannt.
 

Weniger Kauf-, mehr Mietangebote als vor zehn Jahren

Auch im Zehnjahresvergleich sieht die Situation im Toggenburg nicht besorgniserregend aus. 2007 lag die Leerwohnungsziffer mit 2,42 leicht höher als aktuell und wurden mit total 530 leer stehenden Wohnungen etwa gleich viele wie heuer gezählt. Deutlich ist indessen die Angebotsverschiebung bei den Neubauwohnungen: Wurden 2007 noch 11 neue Wohnungen registriert, so waren es dieses Jahr 73. Auch hat sich das Angebot Miete/Kauf verschoben: Vor zehn Jahren waren 368 aller leerstehenden Wohnungen zu vermieten und 162 zu verkaufen. In diesem Jahr kommen die Statistiker auf 469 Miet- und nur noch auf 54 Kaufangebote. Am meisten frei stehende Wohnungen wurden damals in Ebnat-Kappel (4,80), Wildhaus Alt St. Johann (3,68), Lichtensteig (2,78) und Nesslau (2,61) gezählt. Und im Jahresvergleich mit 2016? Da lag die Leerwohnungsziffer bei tieferen 1,90 und wurden mit 462 bei insgesamt 24376 Wohnungen auch weniger Leerstände registriert. Damalige Spitzenreiter mit der höchsten Leerwohnungsziffer waren Lütisburg (5,23), Lichtensteig (3,73) und Wildhaus-Alt St. Johann (3,06).


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