Skilift Tanzboden braucht noch ein bisschen mehr Weiss

EBNAT-KAPPEL ⋅ Zweimal in Folge musste die Familien-Skilift Tanzboden Genossenschaft nach schlechten Wintern rote Zahlen schreiben. Doch der Optimismus bei Verwaltungsratspräsident Martin Frei ist weiterhin ungebrochen. Und der Winter beginnt ja erst.
15. November 2017, 07:24
Franz Steiner

Nachdem der erste Gruss des Winters auch tiefere Lagen erreicht hat, ist die Vorfreude auf einen frühen Winterstart nun mit viel Hoffnung verbunden. Auch die Familien-Skilift Tanzboden Genossenschaft (FSTG) hofft nach dem dürftigen letzten Winter auf bessere Zeiten. Denn die Erfolgsrechnung steht auf dünnem Eis. So mussten die Aktionäre im letzten Geschäftsbericht 2016/17 von einem Minus in Höhe von knapp 10000 Franken Kenntnis nehmen. Auch wenn die Verantwortlichen sich mit viel Engagement für die Anlagen einsetzen, kommen die Skiliftbetreiber immer mehr unter Druck, eine ausgeglichene Rechnung zu präsentieren.

Am kommenden Samstagvormittag, um 11 Uhr, ist die sechste Generalversammlung der Skilift-Genossenschaft in der Aula Wier in Ebnat-Kappel angesetzt. Der Billettverkauf startet ebenfalls an diesem Tag. «Es sind auch neue Genossenschafter willkommen, und mit Anteilscheinen à 100 Franken leisten sie einen wichtigen Beitrag für die Zukunft dieses Familienskiliftes», meinte der 49-jährige Martin Frei. Wer eine Saisonkarte kauft, wird zusätzlich zur Genossenschafter-Vergünstigung mit einer Nachtskifahrkarte belohnt.

Während der Girlen-Skilift in den frühen 1990er-Jahren abgebaut wurde, hat Ebnat-Kappel mit dem Tanzboden noch einen Skilift mit einer Länge von 1350 Metern. Er führt vom Dicken auf 885 Meter über Meer bis zum Himmelstörli auf 1181 Meter über Meer. Der Tanzbodenlift wurde am 22. Dezember 1962 eröffnet und im Jahr 1986 wurde er umgebaut. Im Januar 2010 gaben der Skiclub Ebnat-Kappel und die Gemeinde bekannt, dass der Skiliftbetreiber Karl Wälle seine Anlage nach der Saison 2010/11 verkaufen möchte. Am 16. Februar 2011 wurde die FSTG von neun Mitgliedern gegründet. Mit dem Erreichen des benötigten Kapitals war die Zukunft des kleinen, aber feinen Skilifts gesichert. Die erste Wintersaison unter neuer Führung war mit 80 Betriebstagen ein Erfolg. 2015 übernahm Martin Frei von Thomas Nüesch das Präsidium der FSTG.
 

Saisonbeginn liess lange auf sich warten

Im letzten Winter folgte ein einschneidender Tiefpunkt, als man beim Skilift die Saison erst am 9. Januar starten und nur an vier Abenden das Nacht- skifahren anbieten konnte. Die 29 Betriebstage ergaben am Ende einen Verlust von rund 9855 Franken. Die schwierigen Schneeverhältnisse forderten das Personal vom ersten Tag an. Zusätzlich erschwerte ein grösserer Defekt des Pistenfahrzeugs den Start der Anlage. Der Verwaltungsrat ist nach wie vor überzeugt, dass es sinnvoll ist, in die Zukunft der FSTG zu investieren. Dafür soll gezielt in die Angebotserweiterung für Kinder, Jugendliche und Familien gesetzt werden. Die Speed-Strecke mit Tempomessung kommt sehr gut an. Aus Sicherheitsgründen ist sie mit 150 Metern zwar kurz, aber spektakulär. Auch die Möglichkeit, am Donnerstag und Freitag von 19.30 bis 22 Uhr auf der ganzen Länge und bei sehr guten Lichtverhältnissen nachts Skifahren zu können, ist Trumpf. Kombiniert mit einem Fondue kostet dieser Pistenspass nur 35 Franken pro Person und ist beliebt. Auch das bei der Talstation erworbene Kiosk-Grundstück wird neue Möglichkeiten eröffnen. Ziel ist, ein einladendes Ambiente anzubieten. Wie genau es aussehen soll, ist noch unklar. Der Verwaltungsrat nimmt gerne Ideen entgegen, wie die Sonnenterrasse mit dem Kiosk künftig aussehen soll.


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