Auch ohne gesicherte Finanzierung: Wildhaus 2.0 soll starten

BERGBAHNEN ⋅ Derzeit läuft bei der Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann die Auflagefrist von vier Bauprojekten der Bergbahnen Wildhaus AG, darunter für den Ersatzbau des Skilifts Oberdorf und für die Erweiterung der Beschneiung.
05. Oktober 2017, 05:18
Sabine Schmid

Auch wenn der Kanton die NRP-Gelder für die geplanten Investitionen der Bergbahnen Wildhaus AG abgelehnt hat, läuft die Planung für die Umsetzung des Projekts Wildhaus 2.0 weiter. Er sei zuversichtlich, dass die erste Etappe im kommenden Sommer gebaut werden könne, sagt der Technische Leiter, Walter Tobler. Aus diesem Grund sind seit dem 26. September und noch bis am kommenden Montag vier Teilprojekte bei der Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann aufgelegt. Wie Walter Tobler ausführt, sind dies Projekte, für die der Kanton die Bewilligung erteilen muss.
 

Zwei Anlagen ersetzen vier Skilifte

Das Herzstück des Projekts Wildhaus 2.0, die kinderfreundliche Sesselbahn, vom Oberdorf auf die Freienalp, ist nicht in diesen vier Projekten enthalten. Die Bewilligung für diese erteile das Bundesamt für Verkehr, sagt Walter Tobler. Diese ist seit Februar eingereicht. Ebenso sei die Auflage bei der Gemeinde erfolgt, Einsprachen habe es keine gegeben.

Unter den jetzt aufgelegten Vorhaben ist der Neubau des Schlepplifts Oberdorf mit einem Kommandoraum. Geplant ist der Bau eines Tellerlifts. Dieser verläuft fast identisch auf dem Trassee des heutigen Skilifts Oberdorf, der abgebrochen werden soll. Er ist aber nicht der einzige Skilift, der verschwindet. «Wir planen, auch den Skilift St. Gallerweid, den Skilift Freienalp sowie den Skilift Thur abzubrechen», erklärt Walter Tobler. Diese vier Lifte sollen durch die zwei neuen Anlagen – die neue Sesselbahn und den neuen Skilift – ersetzt werden. Diese sollen den Kindern und den so genannten First-Touchern das Lernen des Skifahrens erleichtern. Zudem folgt Wildhaus damit einem allgemeinen Trend, dass Schlepplifte in Skigebieten zunehmend verschwinden und durch Sesselbahnen ersetzt werden. Vom Skilift Thur soll die Talstation stehen bleiben und in eine Zeitmesshütte für die Skischule umgenutzt werden. Ein entsprechendes Gesuch liegt ebenfalls auf.

Das dritte Baugesuch beinhaltet eine Geländekorrektur beim Freienalpbord. Heute sei dieses steil, erklärt Walter Tobler. Nun sei geplant, dieses auf der Ostseite im oberen Teil abzuflachen und unten etwas aufzufüllen, so dass das Gelände sanfter abfalle. Diese Arbeiten werden im Hinblick auf den Bau der neuen Sesselbahn gemacht, deren Bergstation etwas oberhalb der Freienalp zu stehen kommt.
 

Beschneiung «Chessler» soll jetzt möglich werden

Das vierte Bauprojekt umfasst die Erweiterung und Erneuerung der Beschneiung. «Für die Beschneiung der Piste Chessler hatten wir bereits einmal eine Bewilligung erhalten, aber wir haben das Projekt bisher noch nicht realisiert», sagt Walter Tobler. Nun soll diese gebaut werden. Zudem werden die Leitungen in den unteren Pistenabschnitten im Oberdorf und bis zum Funirank erneuert.

Die vier Projekte sind eine erste Etappe der Umsetzung des Projekts Wildhaus 2.0. Für Walter Tobler ist diese Realisierung entscheidend, damit Wildhaus und die ganze Region oberes Toggenburg in den nächsten Jahren konkurrenzfähig bleibt.

Finanzierung ist noch nicht gesichert

Parallel zum Bewilligungsverfahren für die Bahnanlagen und für die Beschneiung laufen die Finanzierungsabklärungen weiter, um diese Etappe der geplanten Investitionen tätigen zu können. Wie Jakob Rhyner, Verwaltungsratspräsident der Bergbahnen Wildhaus AG, gegenüber unserer Zeitung sagte. Man treibe aber das Bewilligungsverfahren voran, so dass es bei der Umsetzung zu keinen unnötigen Verzögerungen komme, wenn die Finanzierung gesichert sei. Vor rund einem Monat hat die Kantonsregierung beschlossen, dass die Bergbahnen Wildhaus AG keine Bundesdarlehen für den Ausbau der Anlagen bekommt, bis der Tarifstreit mit der Toggenburg Bergbahnen AG bereinigt ist. Dieser Entscheid, wenn er denn endgültig werden würde, könnte das Infrastrukturprojekt Wildhaus 2.0, bei dem unter anderem eine neue kinderfreundliche Sesselbahn und ein neuer Tellerlift gebaut sowie die künstliche Beschneiung erweitert werden soll, zumindest verzögern. (sas)


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