Eine Gemeinde in Bewegung

WILDHAUS-ALT ST. JOHANN ⋅ An der Bürgerversammlung wurden am vergangenen Mittwochabend alle Geschäfte einstimmig genehmigt. Im Jahr 2018 stehen mehrere wichtige Projekte an.
01. Dezember 2017, 05:19
Armando Bianco

Die Sanierung der Nesselhaldenstrasse von Unterwasser in Richtung Chüeboden war unter den 127 anwesenden Stimmberechtigten absolut unumstritten, sodass Gutachten und Antrag einstimmig angenommen und das Projekt ins Budget 2018 aufgenommen wurde. Die Sanierung des Abschnittes wird mit 365'000 Franken veranschlagt. Der Belag der Strasse hat sich über die Jahre aufgeschoben und ist rissig geworden. Ursache dafür ist in erster Linie das Hangwasser, welches der Strasse arg zugesetzt hat. In jüngster Zeit sind mehrere Stellen einzeln saniert und mit Flicken überzogen worden, etwa bei Ammanns Rank, «wo man wegen der Löcher schon beinahe mit der Carrosserie am Boden aufgekommen ist», wie Gemeindepräsident Rolf Züllig humorvoll anmerkte. Im vorliegenden Projekt soll ein Deckbelag über den gesamten Strassenabschnitt mit einer Länge von rund einem Kilometer gezogen werden. An verschiedenen Abschnitten wird zudem eine Hangentwässerung erstellt, und es braucht einige Anpassungen bei den Schächten.

Einstimmig angenommen wurden auch Bericht und Anträge des Gemeinderates zum Budget 2018. Darin enthalten ist auch die Senkung des Steuerfusses von 148 auf 138 Prozent. Nach mehreren Jahren mit einem Ertragsüberschuss «können wir uns das leisten», hielt Rolf Züllig in seinem Amtsbericht bereits im Vorfeld der Bürgerversammlung fest. Die laufende Rechnung und der Investitionsplan seien Hinweis und Garant für die gute Entwicklung der Gemeinde. Die Gemeinde verzeichnet seit mehreren Jahren steigende Investitionen und verfügt aktuell über ein erfreuliches Eigenkapital von rund fünf Millionen Franken. Die Finanzen von Wildhaus-Alt St. Johann Gemeinde sind stark von Lohn und Vermögen abhängig, da es vergleichsweise wenig Industrie beziehungsweise juristische Personen als Steuerzahler gebe, bemerkte der Gemeindepräsident.
 

Kritik an Priorisierung eines Schützenstandes

Mit Blick in die Zukunft erwähnte der Gemeindepräsident einige anstehende Projekte. So soll das arg in die Jahre gekommene Wirtschaftsgebäude beim Minigolf Eggenwäldli für 275'000 Franken ersetzt und auf einen zeitgemässen Stand gebracht werden. Weiter ist geplant, den gut funktionierenden Wärmeverband im kommenden Jahr in Richtung Lisighaus weiterzuführen. Vorgesehen ist auch, aus Platzgründen den Wildhauser Mittagstisch vom alten Lehrerhaus ins Untergeschoss der Turnhalle zu verlegen, die Erneuerung der Küche ist mit rund 192'000 Franken budgetiert. Weiter wird eine Sanierung des Gemeindehauses beabsichtigt, dafür soll nächstes Jahr ein Projekt ausgearbeitet werden. Bemängelt werde die aktuell geringe Kapazität beziehungsweise die ungenügende Grösse der Zimmer sowie des Eingangsbereichs.

Vorläufig sistiert wurde die wegen der engen Verhältnisse um das Zwinglihaus geplante Umlegung der Munzenrietstrasse. Gegen das Vorhaben ist eine Einsprache eingegangen, zudem will man auch die Entwicklung des neuen Jufa-Erlebnishotels, des angedachten neuen Zwinglizentrums und des Schulhausneubaus abwarten.

Wie bereits bekannt, will die Gemeinde nicht mehr in den Schützenstand im Munzenriet Wildhaus investieren. Längerfristig will man in der Gemeinde aus Kostengründen nur noch einen Schützenstand erhalten, Priorität hat die Anlage in Alt St.Johann, wo aktuell 100'000 Franken in eine moderne Trefferanzeige investiert werden sollen. Die Wahl sei auch auf diese Anlage gefallen, weil im Munzenriet wegen Fussgängern, Touristen und Anwohnern mehr Konfliktpotenzial bestehe.Mit dem vom Gemeinderat eingeschlagenen Vorgehen ist Mirco Gerig, SVP-Kantonsrat und im Vorstand des Militärschützenvereins Wildhaus, nicht einverstanden. Er befürchtet, dass der Verein somit ausblutet, und betonte am Mittwochabend im Mehrzweckgebäude Chuchitobel die generelle Wichtigkeit des Vereinswesens in der Gemeinde. Rolf Züllig seinerseits bekräftigte, dass man in den Entscheid des Gemeinderates die Vorstände beider Vereine einbezogen habe und entsprechend kommuniziert wurde; deshalb sehe der Gemeinderat keinen Grund für eine Abkehr.
 

Diskussion zu Parkplätzen und Zebrastreifen

In der Umfrage fiel das Wort auf die Parkplatzbewirtschaftung in der Gemeinde. Hier arbeitet man laut Rolf Züllig derzeit an einem Konzept und es ist davon auszugehen, dass in einem ersten Schritt der Parkplatz Chuchitobel gebührenpflichtig wird. Auch die Bergbahnen würden mit dem Gedanken spielen, ihre Parkplätze künftig aktiv zu bewirtschaften.

Auf eine Nachfrage zum Projekt Dorfplatz hiess es, dass «nach einem langen Prozess demnächst ein Realisierungskonzept vorliegen» sollte, so Züllig.

In einer spontanen Konsultativabstimmung ging es um die Verlegung von zwei Zebrastreifen und die Errichtung einer Bushaltestelle. Die vom Kanton angeregten Veränderungen entlang der Kantonsstrasse in Alt St. Johann fanden aber eher wenig Anklang. Es handelt sich dabei um die Zebrastreifen Höhe altes Postgebäude und Churfirstengarage Metzger.


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