Bazenheid fertigt Uzwil ab

FUSSBALL ⋅ Der Aufsteiger gewinnt das Derby trotz Rückstand in der Pause mit 4:1 gegen Uzwil und verdient sich den Erfolg dank einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit. Der Sieg geht auch in dieser Höhe in Ordnung.
02. Oktober 2017, 05:18
Beat Lanzendorfer

Die Freude auf Seiten der Einheimischen war verständlicherweise gross. «Das Spiel war schon in der ersten Halbzeit nicht schlecht. Leider konnten wir zu wenige Chancen kreieren. Bis 30 Meter vor dem Tor wussten wir aber durchaus zu gefallen. Das habe ich meiner Mannschaft in der Halbzeitpause mit auf den Weg gegeben», erklärte Heris Stefanachi auf die Frage, was er seinen Spielern in der Pause gesagt hat. Und weiter: «Was sehr wichtig ist, wir konnten endlich einmal eine Partie kehren, das ist uns in dieser Saison noch nie gelungen. Meine Jungs haben bewiesen, dass sie eine Einheit sind, die einiges zu leisten vermag. Das macht mich stolz.»
 

Nushi bringt die Gäste früh in Führung

Der Start war aus Bazenheider Sichtweise wenig verheissungsvoll. Vorerst waren es die Gäste, welche sich durch Shala eine gute Abschlussmöglichkeit erarbeiteten. Der Ex-Bazenheider knallte das Leder in Bedrängnis über die Latte. Fünf Minuten später war er erneut Ausgangspunkt der Uzwiler Führung. Er lancierte einen schnellen Konter, brachte Nushi in Stellung, der im Strafraum die Bazenheider Defensive schlecht aussehen liess und satt zum 0:1 abschloss. Gähwiler im Tor, letzte Saison noch auf der Gegenseite, war machtlos. Nun spielte der Gast seine physischen Vorteile aus und kam in der eigenen Gefahrenzone nicht wirklich in Bedrängnis, obwohl Bazenheid mehrheitlich am Ball war. In der Pause waren sich die Besucher einig, dass die Führung nicht unverdient war, weil Uzwil abgebrühter wirkte. Vor allem das Offensivtrio Koller, Nushi und Shala wusste mit seiner Schnelligkeit zu gefallen – Chancen im eigentlichen Sinn blieben aber auch hier Mangelware.
 

Die Bazenheider verfallen in einen Rausch

Das fehlende Feuer in der ersten Halbzeit war bei der Stefanachi-Elf plötzlich da und sollte sich zu einem Flächenbrand ausweiten. Entscheidend dürfte dabei die Szene gewesen sein, die zum Ausgleich führte. Nach einem Einwurf kämpfte sich Titaro in den Strafraum und kam zu Fall. Cakir erfasste die Situation blitzschnell, passte zu Farkas zurück, der mit einem herrlichen Schlenzer über Torhüter Waldvogel hinweg zum 1:1 traf. Nach gut einer Stunde war es der Torschütze zum Ausgleich, den Mlinaric auflegte, der fast auf dieselbe Art die 2:1-Führung schoss. Die Einheimischen hatten sich zu diesem Zeitpunkt längst in einen Rausch gespielt, dem Uzwil nichts entgegenzusetzen hatte. Als sich der eingewechselte Luis den Ball schnappte und sich bis an die Strafraumgrenze durchtankte und nur noch regelwidrig zu Fall gebracht werden konnte, war die Reihe an Cakir. Er nahm Anlauf und versenkte den Freistoss in der oberen Ecke. Titaro war es letztendlich, der mit seinem dritten Saisontreffer für den 4:1-Endstand sorgte.

Obwohl die Partie durchaus in fairem Rahmen ablief, verteilte der Unparteiische acht gelbe Karten und schickte Schneider (Bazenheid) und Ziberi (Uzwil)mit gelb/rot vorzeitig unter die Dusche. Auch wenn die Entscheide des Unparteiischen öfters zu kleinlich waren, hätten sich die Akteure einiges ersparen können. Einige der Verwarnungen kamen nur zustande, weil sich die Spieler auf zu viele Diskussionen einliessen. Während Bazenheid mit dem dritten Sieg innerhalb von vier Spielen den Anschluss ans breite Mittelfeld geschafft hat, läuft Uzwil nach der zweiten Pleite in Serie Gefahr, weiter nach hinten gereicht zu werden.

Matchtelegramm

FC Bazenheid – FC Uzwil 4:1 (0:1) – Sportplatz Ifang – 260 Zuschauer – Sr. Huber – Tore: 12. Nushi 0:1, 52. Farkas 1:1, 61. Mlinaric 2:1, 70. Cakir 3:1, 79. Titaro 4:1. FC Bazenheid: Gähwiler; Lopes, Früh, Gebert, Kuhn; Schneider, Gregorin (58. Luis), Mlinaric (80. Cengiz); Farkas (73. Jungblut), Titaro, Cakir. FC Uzwil: Waldvogel; Ranisav-ljevic, Alija, Studer (32. Bytyci), M. Lanker; Oertig, Ziberi, Nushi, Gjergji; Koller (70. Y. Lanker), Shala (45. Holenstein).


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