«Auszonungen sind Realität»

OBERHELFENSCHWIL ⋅ Die Oberhelfenschwiler Stimmbürger hatten an der Bürgerversammlung nicht nur über das Budget 2018 zu befinden. Darüber hinaus informierte Gemeindepräsident Toni Hässig über die neue Ortsplanung.
29. November 2017, 05:20
Urs M. Hemm

Was viele Landbesitzer nicht wahrhaben wollen, wird immer mehr zur Realität: Bauland, das während der letzten dreissig Jahre nicht bebaut oder andersweitig erschlossen wurde, muss im Zuge des neuen kantonalen Planungs- und Baugesetzes ausgezont werden. «Das Gesetz regelt zwar auch den Umgang und das Verfahren mit Entschädigungszahlungen im Falle von Auszonungen. Es empfiehlt sich aber, nicht darauf zu spekulieren, da die meisten auszuzonenden Bauparzellen in Oberhelfenschwil keine Entschädigung erhalten werden», sagte der Oberhelfenschwiler Gemeindepräsident Toni Hässig unumwunden. Die Fragerunde am Schluss der Budgetversammlung wurde zu diesem Thema jedoch kaum genutzt. Ebenso wenig Diskussion gab es zum Budget 2018. Für dieses rechnet der Gemeinderat mit einem Aufwandüberschuss von 116 000 Franken. Es wurde von den 76 anwesenden Stimmbürgern (8,1 Prozent der Stimmberechtigten) grossmehrheitlich gutgeheissen.
 

Oberhelfenschwils Chance ist die innere Entwicklung

Insgesamt muss die Gemeinde Oberhelfenschwil 2,8 Hektar Bauland auszonen. «Die Bevölkerungsentwicklung in der Vergangenheit war negativ. Wir werden zwar die Auflagen des Kantons nicht erfüllen können, es ist aber auch sicher, dass unser Siedlunggebiet in Zukunft nicht mehr wachsen wird», sagte Toni Hässig. Wachstum sehe er einzig in der inneren Entwicklung im Dorf. Denn das revidierte Bau- und Raumplanungsgesetz biete auch viele Chancen. So falle zum einen die Ausnutzungsziffer weg. Zum anderen gilt nur noch ein kleinerer Grenzabstand, der grosse entfalle. Zudem gibt es keine Geschossvorschriften mehr und die Bewilligungspraxis für kleinere Bauten werde gelockert. «Der Gemeinderat ist bereits daran, den Richtplan, den Zonenplan, das Baureglement sowie die Schutzverordnung entsprechend den Vorgaben des Kanton zu revidieren. Viel Spielraum bleibe den Gemeinden nicht, um diesen Vorgaben gerecht zu werden, was auch für Oberhelfenschwil gilt.»
 

Steuerfuss wird um acht Prozent gesenkt

Neben der Ortsplanung präsentierte Toni Hässig das Budget. Wichtigster Antrag des Gemeinderates war die Senkung des Steuerfusses von 153 auf 145 Prozent. Pro Kopf ergibt das eine jährliche Ersparnis von rund 170 Franken. Trotz der Steuerfusssenkung plant der Gemeinderat Investitionen in der Höhe von 972 000 Franken. Diese beinhalten unter anderem die Sanierung der Rennbrücke sowie die Sanierung des Bergwegs. Zudem soll ein neuer Salzstreuer für das Bauamt beschafft werden. Des weiteren soll die abwassertechnische Sanierung der Gebiete Schwanden, Graben und Uttenwil realisiert werden.


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