Tagblatt Online, 31. Dezember 2008 01:01:01
Wohnraum weicht Bürogebäude
Bald abgebrochen: Neben der künftigen Fachhochschule wird an der Stelle des Gebäudes Rosenbergstrasse 53 (rechts) ein Bürohaus gebaut. (Bild: Bild: Hanspeter Schiess)
Neben dem künftigen Fachhochschul-Zentrum soll ein Bürogebäude entstehen. Die Bewohner der Rosenbergstrasse 53 müssen deshalb Ende Januar ausziehen. Der Eigentümer will die Büros vermieten. Wer einzieht, ist noch nicht klar.
Katja Müller
Das Gebäude an der Rosenbergstrasse 53 stand vergangene Woche im Zentrum der Aktion «Solidarische Weihnachten». Das Solidaritätsnetz Ostschweiz organisierte dort ein Refugium für Flüchtlinge. Nun ist es wieder ruhig geworden in den vier aneinandergebauten Häusern. Das erste, 53a, steht leer, seit vor einigen Jahren die Bahngeleise erweitert wurden und die Starkstrom-Leitungen zu nahe ans Haus kamen. Die Wohnungen in den Nummern 53b bis d sind zwar noch bewohnt, viele sind aber am Zügeln. Bis Ende Januar müssen alle Bewohner ausziehen. Kurz darauf werden die Bagger auffahren und das Gebäude abbrechen. Der billige Wohnraum geht verloren.
Die alten Häuser und ihr spezieller Charme sind somit bald Geschichte. Viel ist darüber nicht bekannt, gebaut wurden sie um 1883 als «Häuser auf dem Zimmergarten», heisst es bei der städtischen Baudokumentation.
Privater Eigentümer
Im Gegensatz zum restlichen Areal gehört die Rosenbergstrasse 53 nicht dem Kanton und macht auch nicht für den Neubau der Fachhochschule (FHS) Platz. Der Eigentümer, der Arboner Architekt Werner Künzler, hat sein Projekt aber in Zusammenarbeit mit der FHS vorbereitet. «Pläne für ein so zentrales Grundstück müssen mit der öffentlichen Hand entwickelt werden», sagt er. Künzler kaufte das Gebäude vor 40 Jahren. Schon damals sei klar gewesen, dass es einmal abgerissen wird. «Das Fundament ist zu schlecht.» Er habe lange auf das richtige Projekt gewartet, sagt er. Sein Sohn Raphael Künzler, ebenfalls Architekt, hat das neue Gebäude konzipiert. An Stelle der vierstöckigen Häuser wird ein fünfgeschossiges Bürogebäude entstehen. Um ins Stadtbild zu passen, sei die Architektur an diejenige des FHS-Neubaus angelehnt, sagt Raphael Künzler. Gleich aussehen soll das Haus aber nicht.
Büros für Ämter oder Schulen
Wer einzieht, ist laut dem Eigentümer noch nicht klar. Von Ämtern über Büros bis hin zu Instituten sei alles denkbar. Auch Synergien mit der Fachhochschule könnten genutzt werden, sagt Werner Künzler. Das alte Gebäude wird zwar gleichzeitig mit den anderen Häusern im Quartier abgebrochen. Baustart ist aber frühestens Ende 2009. «Wir können erst anfangen, wenn die Untergeschosse der FHS gebaut sind.» 2012 soll das Gebäude fertig sein.
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