Weniger Temposünder

ST.GALLEN ⋅ In der Stadt St.Gallen halten sich die Autofahrer besser an die Tempolimiten. Auf Kontrollen verzichten will die Stadtpolizei deswegen nicht. Schliesslich gehe es um die Sicherheit.

18. Februar 2016, 07:27
ELISABETH REISP

ST.GALLEN. Überhöhte Geschwindigkeit gehört nicht mehr zu den vier häufigsten Unfallursachen in der Stadt. Das hat die verkehrspolizeiliche Statistik 2015 der Stadt St.Gallen ergeben. Dennoch: Geblitzt wird weiterhin im selben Ausmass. Der alte Vorwurf der Autofahrer an die Polizei, sie betreibe damit Wegelagerei, bekommt damit Auftrieb. Dem sei aber nicht so, sagt Philipp Sennhauser, Leiter Sicherheit bei der Stadtpolizei. Geblitzt werde aus Sicherheitsgründen. «Nebst Prävention dient auch Repression der Verkehrssicherheit. Würden keine Kontrollen mehr durchgeführt, würde die Zahl der Übertretungen wieder zunehmen und die Sicherheit im Verkehr abnehmen.»

Höhere Einhaltequote

Fünf Blitzer sind auf Stadtboden fest installiert. Im Heiligkreuz, im Neudorf, an der Teufener Strasse, an der Sonnenstrasse und an der Langgasse. Wobei letzterer gegen Ende des letzten Jahres an die Kreuzung Fürstenlandstrasse/Haggenstrasse versetzt wurde. Dies, um die Verkehrssicherheit an dieser Kreuzung zu erhöhen, wie im Bericht zur Verkehrsstatistik steht.

Eine semistationäre Blitzanlage wird an elf technisch angeschlossenen Standorten eingesetzt. Zwei weitere Anlagen können ohne zusätzliche Einrichtungen überall eingesetzt werden. Viele Verkehrssünder erwischten die semistationären Anlagen im letzten Jahr aber nicht mehr. Die Einhaltequote betrug 98,97 Prozent. Im Vorjahr betrug dieser Wert noch 98,61 Prozent.

Zu wenig Zeit für Kontrollen

Obwohl die Statistik belegt, dass Tempoüberschreitungen abnehmen, wird weiterhin häufig mit mobilen Geräten kontrolliert. Die Zahl der mobilen Messungen war zwar im letzten Jahr rückläufig, dies aber, weil die Polizisten zu wenig Zeit hatten. Denn die Ersatzbeschaffung von in die Jahre gekommenen stationären Anlagen, hat gemäss Statistikbericht viel Arbeitsaufwand zur Folge gehabt. Im nächsten Jahr dürfte sich die Zahl der mobilen Messungen wieder an jene aus dem Jahr 2014 angleichen. Damals hatte die Stadtpolizei 221mal in den 30er-Zonen kontrolliert, und 152mal in den 50er-Zonen.

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Gerade in der Tempo-30-Zone kommen Geschwindigkeitsübertretungen häufig vor. Über 23 000 Autos waren in der Langsamzone zu schnell unterwegs. 616 wurden mit 16 oder mehr Stundenkilometern zu schnell geblitzt. Diese wurden angezeigt. Im Vergleich zum Vorjahr verschlechtert sich die Einhaltequote um 0,2 Prozent. Auch in der Tempo-50-Zone waren mehr Autos mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs. Über 14 000 Lenker wurden gebüsst, 351 Fälle kamen wegen massiver Tempoüberschreitung zur Anzeige.


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