Tagblatt Online, 29. Dezember 2008 01:04:15
Viel Applaus für Jesus
«Jump-in», der Eröffnungsanlass zum «Praise-Camp», das 2700 Jugendliche für sechs Tage ins Olma-Areal bringt. (Bild: Bild: Reto Martin)
2700 Jugendliche aus der deutschsprachigen Schweiz erleben mit Zuzügern aus Deutschland und Österreich das sechstägige «Praise-Camp» im Olma-Areal: Ferien mit dem Lob Gottes auf den Lippen und einer besseren Welt vor Augen.
josef osterwalder
Mit Sack und Pack, Luftmatratzen und Rollkoffern drängen sich am Samstagnachmittag die jungen Leute am Busbahnhof. Ein Bild wie vor dem OpenAir. Nur dass es jetzt Winter ist und das Ziel nicht Sittertobel, sondern Olma heisst. Es geht auch nicht zu einem Festival, sondern zum Praise-Camp, dem Lobpreis-Lager.
Für Boys und Girls
Zum drittenmal findet der vom Geist der Evangelischen Allianz geprägte Jugendanlass statt: Ein Treffen von Jugendlichen, die miteinander sechs Tage lang christlich geprägte Gemeinschaft erleben wollen. Begonnen hatte es einst mit 200 Teilnehmern, dieses Mal sind 2700 dabei. «Absolut genial, dass wir die nächsten paar Tage gemeinsam verbringen können», heisst es im «Camp Guide».
Genial, mega, cool – die Organisatoren wissen, wie man die Boys und Girls anspricht. Wer mit Jesus geht, ist up to date. Er zündet nicht ein stilles Kerzlein an, sondern dreht den Lautsprecher auf. Denn Gott hört nicht nur auf Bach-Choräle, sondern auch auf Rock-Gitarren: «One way, Jesus, You're the only one that I could live for»; Jesus der einzige, für den es sich zu leben lohnt.
Darum wird Jesus im Praise-Camp denn auch mit tosendem Applaus empfangen. Er soll über das Lager regieren, sagt der Leiter. Er habe für jede Teilnehmerin, jeden Teilnehmer seine besondere Botschaft.
Eigentlich tönt das nicht mega-modern. Vom Gott, der in die Herzen redet, haben schon die alten Mystiker gesprochen. Im Camp erhält jedoch die alte Botschaft einen neuen Touch. Es sind junge Leute, die den Eröffnungsanlass (Jump-in) moderieren; Musiker, die in der Eröffnungsliturgie den wichtigsten Part spielen.
Liturgie und Show
Auffallend, wie rasch dabei die Stimmungen wechseln: ausgelassen während der Songs, innerlich während der Gebete. Einmal wird der Saal zur Kirche, dann wieder zur Galashow.
Der Anlass steht in der Tradition freikirchlicher Zusammenkünfte. Mit dabei sind aber auch Jugendliche aus den Landeskirchen. Die meisten sind in Gruppen angereist. Täglich gibt es eine «Session» für alle, Diskussionen in regionalen Gruppen und viele weitere Angebote, vom Sport im Athletik Zentrum bis zum Bühnenauftritt.
Für all das wird ein grosser Teil des Olma-Areals benötigt. Nur schon für Übernachtung und Verpflegung muss die ganze Halle 9.0 belegt werden. Je 800 Schlafplätze für Burschen und Mädchen, 1400 Sitzplätze im Esssaal.
«Lässiger Auftakt», sagt der junge Mann, der gerade in seinen Hamburger beisst; «ich selber war zwar hinter der Bühne beschäftigt, gehöre zu den 500 Helfern. Das mach ich lieber, als einfach zuzuschauen.» «Toller Einstieg», sagen drei Aargauer Mädchen, «wir haben bereits viele getroffen, die das letzte Mal dabei waren.» Ein Bursche aus Sirnach findet es schön, mit anderen zusammen Jesus zu erleben. Aber weiss er denn nicht schon alles über Jesus? «Nein mit Jesus ist man nie fertig», sagt ein Mädchen, das zur gleichen Gruppe gehört, «ich muss immer neu herausfinden, welchen Weg er mich führen will.»
Beginn einer Tradition?
Dem Camp ist es wohl in St. Gallen. «Die Olma bietet weit günstigere Bedingungen als andere Messeplätze», sagt Matthias Spiess, der in der Evangelischen Allianz für die Jugendarbeit zuständig ist. Das Praise-Camp könnte zur neusten St. Galler Tradition werden.
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Kommentar lesen
irwin (03. Januar 2009, 22:57)
Viel Applaus für Jesus
Sehr geehrtes St. Galler Tagblatt
Beitrag kommentierenherzlichen Dank für Ihre Berichterstattung (Josef Osterwalder, 29.12.08). Unsere Tochter nahm an diesem Camp teil und kam sehr aufgestellt zurück. Durch Ihren Bericht haben wir einen kleinen Einblick in dieses Lager erhalten. Viel Applaus auch für Sie, für die Verbreitung von guten Nachrichten! Schlechte gibt es ja bekanntlich genug!
Wünschen Ihnen aus dem Bernbiet nachträglich alles Gute im 2009!
LG
Erwin Sommer
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