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Tagblatt Online, 18. September 2008 01:05:36

Subventionen für Vereine?

Neue Vorstösse im Stadtparlament: Zwei SVP-Politiker verlangen eine eigentliche städtische Vereinsförderung

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Gerade Sportvereine engagieren sich stark in der Jugend- und Nachwuchsförderung. Zwei SVP-Stadtparlamentarier wollen eine bessere finanzielle Abgeltung dieses Engagements durch die Stadt. (Bild: Archivbild: Ennio Leanza)

Am Dienstag sind im Stadtparlament sechs neue Vorstösse eingereicht worden. Darin verlangen unter anderem SVPler mehr Geld für Vereine und die SP/Juso/PFG-Fraktion mehr Platz zum Spielen in der Stadt.

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Heini Seger und Franz Fässler (beide SVP) wollen den Stadtrat mit ihrem Postulat beauftragen, zu studieren, wie man die städtischen Vereine finanziell besserstellen könnte. Konkret verlangen die beiden, dass dafür pro Jahr aus der Stadtkasse ein Betrag bereitgestellt wird, der mindestens zehn Prozent der Gelder für die Kulturförderung entspricht.

Gesellschaftlich wichtig

Den Wunsch nach Subventionen für die Vereine begründen die Postulanten mit deren gesellschaftlicher Bedeutung. Die Schweiz sei das Land der Vereine. Es gehöre zum gesellschaftlichen Leben, in einem Verein Mitglied zu sein. In den Vereinen werde die Integration gelebt – auch jene über Generationengrenzen hinweg. Für Jugendliche böten sie zudem heute das grösste existierende ausserschulische Betreuungs- und Freizeitangebot an. Die Vereine leisteten damit einen wichtigen Beitrag in der Jugend- und Präventionsarbeit. Ermöglicht wird das grosse Angebot der Vereine gemäss den Postulanten durch den Einzug von Mitgliederbeiträgen und viel Gratisarbeit. Einzelne Vereine könnten dafür auch noch auf Sponsoren zurückgreifen. Diese Geldquelle sprudle aber je länger, je weniger.

Seitenhieb auf Kulturförderung

Heini Seger und Franz Fässler möchten daher, dass die Stadtkasse stärker für die Vereine da ist. Die Forderung begründen die beiden mit einem Seitenhieb auf die Kulturförderung: Sie werde ja auch gross geschrieben. Kulturelle Institutionen würden «wie Unkraut» aus dem Boden spriessen. Und die Stadt unterstütze sie dabei grosszügig mit jährlichen Beiträgen. Wenn nur zehn Prozent der Ausgaben, die für alle Kulturinstitutionen getätigt würden, an die Vereine gingen, könnten diese «noch mehr für unsere Jugend tun», rechnen die beiden SVPler in der Begründung ihres Postulates vor. Den Stadtrat wollen sie vom Parlament beauftragen lassen, Massnahmen zur besseren finanziellen Unterstützung der Vereine zu erarbeiten.

Mehr Platz zum Spielen

Die SP tingelt im Rahmen ihres Wahlkampfes durch die Quartiere und tauscht dort Wünsche der Bevölkerung gegen Bratwürste. Bei der Sichtung der bisher eingegangenen Anliegen hat die SP festgestellt, dass in vielen Quartieren der Platz zum Spielen für Kinder zu knapp sei oder sich bestehende Spielplätze in einem schlechten Zustand befänden. Mit einem am Dienstag eingereichten Postulat möchte die Fraktion von SP, Juso und Politischer Frauengruppe die Situation verbessern. Mit dem Vorstoss soll das Stadtparlament den Stadtrat beauftragen, Bericht und Anträge vorzulegen, um die Qualität der Spielplätze zu verbessern. Gleichzeitig soll der Stadtrat aufzeigen, wie die Quartierbevölkerung vermehrt in Planung und Erneuerung von Spielplätzen einbezogen werden kann.

Lehrstellen statt Sozialhilfe

Mehr Lehrstellen für schwächere Schülerinnen und Schüler verlangen Michaela Hänggi (EVP) und Daniel Stauffacher (CVP) in einem dritten, am Dienstag eingereichten Postulat. Dahinter steht die Idee, stellenlosen Absolventinnen und Absolventen der Volksschule nicht Sozialhilfe auszuzahlen, sondern ihnen den Berufseinstieg zu erleichtern. Langfristig, so sind sich Hänggi und Stauffacher sicher, werde sich so eine Aktion lohnen.

Ebenfalls eingereicht wurde vorgestern Dienstag über die Bildungskommission der erste Vorstoss von Jugendlichen (Tagblatt vom 13. September). Das Postulat verlangt im öffentlichen Raum Abfallkübel, die eine getrennte Entsorgung (Glas, PET, Papier, Alu und Restmüll) ermöglichen.

An der Parlamentssitzung weiter eingegangen sind zwei Einfache Anfragen: Im einen Vorstoss erkundigt sich Eveline Nef (SVP), ob sich die Eishalle Lerchenfeld im Sommer nicht nützen liesse, anstatt sie leer stehen zu lassen, was nur Kosten verursache. Im zweiten Vorstoss will Bettina Surber (Juso) vom Stadtrat Auskunft über die Zunahme von Wegweisungen und Fernhaltungen gemäss neuem Polizeireglement.





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