Tagblatt Online, 20. November 2008 01:00:35
Solidaritätsnetz lädt zum Wohnen mit Flüchtlingen
Das Solidaritätsnetz Ostschweiz organisiert zur Weihnachtszeit eine Aktion. Zusammen mit Flüchtlingen sollen Interessierte ein Haus in der Innenstadt bewohnen.
Das Solidaritätsnetz Ostschweiz plant in der Weihnachtszeit eine Aktion unter dem Motto «Solidarische Weihnacht. Wir eröffnen ein Refugium für Flüchtlinge». In der Woche vom 19. bis zum 26. Dezember werde man zusammen mit Flüchtlingen ein Haus in der St. Galler Innenstadt bewohnen. «Welches Haus es sein wird, sagen wir kurz vor der Aktion», sagt Halden-Pfarrer Andreas Nufer von der Koordinationsgruppe des Solidaritätsnetzes.
Mit der Aktionswoche wolle man der «Kälte der Asylpolitik» entgegenwirken, und zwar «mit der Stärkung der Beziehungen», sagt Nufer. Zudem wolle man auf die unwürdigen Zustände für Flüchtlinge aufmerksam machen, welche mit acht Franken pro Tag auskommen müssten und tagsüber keine Unterkunft hätten.
Im Haus werde es jeden Tag Frühstück, Mittagessen und Nachtessen geben. Jede und jeder sei eingeladen, vorbeizuschauen und die Woche mit den Flüchtlingen mitzuerleben. Während der Woche werden Anlässe wie Weihnachtskino, Workshops, Gottesdienste, Weihnachtsfeiern mit Liedern aus aller Welt und ähnliches durchgeführt. Für weitere Ideen seien die Organisatoren dankbar, sagt Nufer.
Am kommenden Samstag organisiert das Solidaritätsnetz zudem ein Seminar für Flüchtlinge «und interessierte Einheimische» im Pfarreiheim Heiligkreuz. Ab 9.30 Uhr wird in Vorträgen über die Situation in der Nothilfe gesprochen. Unter anderem referiert Beat Tinner, Präsident der Gemeindepräsidentenvereinigung des Kantons St. Gallen. (rst)
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