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Tagblatt Online, 29. September 2010 07:47:00

Pflegekurse für Wiedereinsteiger

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Erika Bigler und Katharina Linsi (rechts) in den neuen Räumen des SBK. (Bild: Bild: Yvonne Bugmann)

ST.GALLEN. In neuen Räumen bietet der Berufsverband des Pflegepersonals neue Kurse an: Sie richten sich an diplomierte Fachkräfte im Spital, die nach einer Pause wieder in den Beruf einsteigen möchten.

Yvonne Bugmann

Bisher musste die Ostschweizer Sektion des Schweizer Berufsverbands der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner (SBK) Räume für Kurse immer einzeln mieten. Seit 1. September hat der Verband nun eigene Räume an der Neugasse 43. Dort startet auch das neue Angebot des SBK: Am 3. November beginnt der erste Wiedereinstiegskurs für diplomiertes Pflegefachpersonal im Spital.

«Der Mangel an Pflegefachpersonal wird sich weiter verschärfen», sagt Katharina Linsi, Präsidentin SBK der Kantone St. Gallen, Thurgau und beider Appenzell. Deshalb wurde auf Wunsch des Gesundheitsdepartements des Kantons St. Gallen ein Wiedereinstiegskurs konzipiert. Damit sollen diplomierte Pflegefachpersonen, die zurzeit nicht im Berufsleben stehen, zurückgewonnen werden.

Auf aktuellem Stand sein

Der berufsbegleitende Kurs besteht aus 15 Einheiten, die je nach Wunsch und Bedarf gebucht werden können. Die halb- bis ganztägigen Kurse befassen sich mit Medikamenten, Palliative Care oder Schmerztherapie, aber auch eher administrative Themen wie Pflegeleitbild und Leistungserfassung. «Wer alle Kurse besucht, ist wieder auf dem aktuellen Stand im Bereich Pflege», versichert Katharina Linsi. Wie viele Personen sich für die Kurse anmelden werden, ist derzeit noch völlig offen.

Die Wiedereinstiegskurse werden im Zusammenhang mit der Kampagne «Heldinnen und Helden sind gefragt: heute und morgen» des Gesundheitsdepartements lanciert. Ein Ziel der Kampagne ist es, mehr Leute für die Arbeit im Gesundheitswesen zu gewinnen (Ausgabe vom 31. August).

Raum bleibt in Frauenhand

Die Wiedereinstiegs- wie auch andere Fort- und Weiterbildungskurse des SBK werden neu an der Neugasse 43 stattfinden.

Die Seminarräume gehörten bisher Erika Bigler und ihrem Balance-Netz – einer beruflichen Ausbildungs- und Laufbahngestaltung. Bigler hat die Räume für eigene Kurse, Sitzungen sowie für Kurse für erwerbslose Frauen genutzt. Letztere hat sie im Auftrag des kantonalen Amts für Arbeit angeboten. Doch aufgrund der kantonalen Bestimmungen wird die 68-Jährige «gezwungen», sich teilweise zu pensionieren, wie sie mit einem Augenzwinkern sagt: Sie dürfe die Kurse nicht mehr führen.

Die Frauenvernetzerin, die arbeiten will, bis sie 80 ist, konzentriert sich fortan auf ihre frauenspezifische Laufbahnberatung. Sie freut sich, dass die Seminarräume «in Frauenhand bleiben» – denn 90 Prozent des Pflegepersonals sind Frauen.





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