Tagblatt Online, 31. Januar 2012 08:01:00
ÖV, gebändigt und gebündelt
ST.GALLEN. Das Linienknäuel wird entwirrt: Eine Grafik zeigt das geplante Verkehrsregime auf dem Bahnhofplatz. Dieses ist kaum umstritten. Im Gegensatz zu anderen Aspekten der Neugestaltung.
RALF STREULE
Es gibt mehr Platz auf dem Bahnhofplatz: Mit der geplanten Neugestaltung wird der Autoverkehr auf die Nordseite der Gleise verschwinden. Die Südseite gehört dann den Fussgängern, Velofahrern und dem öffentlichen Verkehr (öV). Wie die Verkehrsführung in diesem Bereich verbessert werden soll, zeigt die Stadt mit einer Vorher-Nachher-Grafik auf ihrer Homepage.
Die Grafik verdeutlicht die angekündigten Veränderungen: Das Gewirr der Postautohaltestellen verschwindet, die einzelnen Linien werden übersichtlicher, die Gleise der Appenzeller Bahnen werden leicht versetzt und die Gutenbergstrasse zwischen Hauptpost und Metropol wird verkehrsfrei.
Kaum Kritik an «Herzstück»
Diese Verkehrsführung – für viele das Herzstück der Neugestaltung – scheint weitgehend unumstritten. Im Gegensatz zu anderen Teilaspekten rund um die Neugestaltung: Die öffentliche Diskussion dreht sich derzeit eher um den wahrscheinlichen Verzicht auf eine verlängerte Unterführung oder um den Leuchtkubus über dem Treffpunkt.
Das Verkehrsregime sei breit abgestützt, heisst es bei der Stadt. «Es entstand in einem langen Prozess, in den die verschiedenen Verkehrsunternehmen involviert waren», sagt Notker Schmid vom städtischen Tiefbauamt. Dabei sei auch die zukünftige Verkehrsentwicklung berücksichtigt worden: Man gehe von einer Verkehrszunahme von jährlich rund drei Prozent aus.
Im Zentrum der neuen Verkehrsführung steht gemäss Stadt das neue «Durchflusssystem» – auch Postautos und Regiobusse fahren neu über den heutigen VBSG-Busbahnhof. Damit verkürze man die Haltezeiten der Busse von heute 105 auf neu 30 bis 50 Sekunden. Dennoch soll es neu nur noch 20 statt 27 Haltestellen geben.
«Grosse Vorteile» auch für VBSG
Ralf Eigenmann, Unternehmensleiter der Verkehrsbetriebe St. Gallen (VBSG) ist mit der geplanten Linienführung ebenfalls zufrieden. Obschon man in der Ausarbeitung einige Kompromisse habe eingehen müssen: Das Konzept habe grosse Vorteile. Einer der grössten sei, dass das «Nadelöhr Gutenbergstrasse» beseitigt werde.
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