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Tagblatt Online, 03. Januar 2009 01:04:39

Migranten sollen Adresse bekommen

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An der Rosenbergstrasse 53 fanden «Solidarische Weihnachten» statt. Es wird kein «Haus der Völker», sondern abgebrochen. (Bild: Bild: Hanspeter Schiess)

Das Solidaritätsnetz Ostschweiz will in der Stadt ein «Haus der Völker» aufmachen. Solinetz und Migrantenvereine wollen dort ihre Aktivitäten planen und durchführen.

daniel klingenberg

Aus der Aktion «Solidarische Weihnachten» des Solidaritätsnetzes Ostschweiz ist die Idee eines «Hauses der Völker» entstanden (Ausgabe vom 27. Dezember). Eine interne Arbeitsgruppe von rund zehn Personen kümmert sich ab Anfang 2009 um die Ausarbeitung des Projekts.

Auch ein symbolischer Ort

Das «Haus der Völker» soll laut Pfarrer Andreas Nufer vom Solidaritätsnetz zwei Zwecke erfüllen. Einerseits brauchen das in den vergangenen Jahren starkgewachsene Solinetz und die mit ihm zusammenarbeitenden Migrantenvereine – Kurden, Somalier, Äthiopier – Räume für Sitzungen und andere Aktivitäten. Bis jetzt wurden diese dezentral abgehalten, was organisatorisch ziemlich viel Aufwand bedeutete. Auch finanziell seien Ausländervereine mit Raummieten häufig überfordert.

Ebenso wichtig sei aber anderseits, dass Migrantenvereine und Solidaritätsnetz eine Adresse in der Stadt bekämen. Ein Ort, der für die Solinetz-Arbeit steht, und an dem flüchtlings- und integrationspolitische Themen behandelt werden können. Dies auch in praktischer Art: Man kann sich einen Mittagstisch vorstellen.

Auch Religion soll eine Rolle spielen. Es gehe aber nicht in erster Linie um Religionsdialog – wie dies etwa im «Haus der Religionen» in Bern der Fall ist –, sondern um Migrationsthemen und das Zusammenleben verschiedener Kulturen.

Gespräche mit der Stadt?

Noch nicht geklärt ist die Frage, ob man den Kauf eines Hauses ins Auge fassen oder ob man sich einmieten will. Man weiss auch noch nicht, ob man auf eigene Faust eine Bleibe sucht, oder mit der Stadt und dem Kanton ins Gespräch kommen will. Das muss die Arbeitsgruppe, der neben Nufer auch SP-Stadtparlamentarierin Bettina Surber angehört, zuerst herausfinden. Für Nufer spricht viel für eine Mietlösung, denn es habe einigen nicht genutzten Wohnraum in der Stadt.

Standort-Ideen vorhanden

Auch die Kirchgemeinden will man in die Standort-Überlegungen einbeziehen. An der Vollversammlung der «Solidarischen Weihnachten» am 26. Dezember wurden ein Ideen-Brainstorming durchgeführt. Neben einem Haus im St. Otmar-Quartier wurde dabei auch das Jugendhaus der Kirchgemeinde Centrum an der Magnihalden als «Haus-der-Völker»-Vorschlag genannt. Ebenfalls noch nicht gelöst ist die Finanzierung. Ganz mittellos ist man nicht: Das Solidaritätsnetz kann laut Andreas Nufer auf teils namhafte Spenden zählen.





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