Tagblatt Online, 27. Juni 2012 07:04:13
Laufen – statt im Büro sitzen
Am gestrigen Firmenlauf gingen fast doppelt so viele Läufer an den Start wie noch vor einem Jahr. (Bild: Coralie Wenger)
Der Firmenlauf wird in der Stadt St. Gallen immer populärer. 77 Firmen mit insgesamt über 1900 Mitarbeitenden nahmen gestern abend daran teil. Am meisten Läuferinnen und Läufer gingen für die Stadtverwaltung an den Start.
CHRISTINA WEDER
Wie vieles fing auch der Firmenlauf einmal klein an: 200 Läuferinnen und Läufer gingen an den Start, als er vor sechs Jahren zum erstenmal in St. Gallen stattfand. Gestern waren es bereits zehnmal so viele. 77 Firmen mit insgesamt über 1900 Teilnehmenden hatten sich für den Lauf angemeldet, um die Strecke von 6,2 Kilometern zurückzulegen.
Vor allem seit dem vergangenen Jahr hat sich der Firmenlauf in St. Gallen zu einem Magnet entwickelt. Die Teilnehmerzahl hat sich seither fast verdoppelt. Von den insgesamt fünf Städten, in denen der Firmenlauf diese Woche ausgetragen wird, stellt St. Gallen am zweitmeisten Teilnehmer – vor Zürich, Bern und Genf. Nur in Basel scheint der Firmenlauf mit 2700 Läufern noch beliebter zu sein.
Chemiker, Banker, Bähnler
Je nach Stadt unterscheidet sich auch das Teilnehmerfeld: In Basel ist der Firmenlauf fest in der Hand der Chemiebranche. In Bern hat die eidgenössische Verwaltung die Nase vorn. In Zürich stellen die SBB die meisten Läuferinnen und Läufer. Aber auch der Bankensektor sei dort stark vertreten, sagt Andreas Fatzer, Projektleiter des Firmenlaufs. Im Vergleich dazu sei das Teilnehmerfeld in St. Gallen richtig bunt gemischt.
Doch auch hier fällt beim Blick auf die Teilnehmerliste auf, dass der Dienstleistungssektor besonders stark vertreten ist. Unternehmen, deren Mitarbeiter hauptsächlich vor dem PC sitzen, sind zahlreich vertreten. Die Stadtverwaltung stellte gestern die meisten Läuferinnen und Läufer – 221 an der Zahl. Raiffeisen Schweiz und die St. Galler Kantonalbank folgten mit 173 beziehungsweise 132 Teilnehmenden. Unter diesen Spitzenreitern scheint sich ein regelrechter Ehrgeiz entwickelt zu haben, jedes Jahr mit noch mehr Teilnehmern an den Start zu gehen. Roman Bottlang vom städtischen Sportamt sagt etwa: «Wir haben in der Stadtverwaltung richtig geweibelt und wollten möglichst viele Mitarbeitende für die Teilnahme zu motivieren.»
Firmen greifen in die Tasche
Wie die Stadtverwaltung lassen sich die vielen Firmen die Teilnahme am Firmenlauf etwas kosten. In St. Gallen seien die Firmen besonders grosszügig, sagt Projektleiter Fatzer. Fast 1700 von insgesamt 1900 Teilnehmenden erhielten das Startgeld inklusive Verpflegung im Wert von 50 Franken von ihrem Arbeitgeber spendiert – darunter auch die Mitarbeiter der Stadtverwaltung. Bei 221 teilnehmenden Läufern kostete dies die Stadtverwaltung rund 11 000 Franken. Es sei allerdings der einzige Anlass im Rahmen der Gesundheitsförderung, den die Stadt als als Arbeitgeberin biete, sagt Bottlang.
«Dabeisein ist alles»
Für die meisten Firmen steht das gesellschaftliche Erlebnis im Vordergrund, das Zusammensitzen in der Festwirtschaft nach dem Lauf – und nicht die Rangliste. Wer dennoch einen Blick darauf werfen möchte, kann dies unter www.firmenlauf.ch tun.
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