Tagblatt Online, 15. September 2010 01:05:09
Kugl: Gespräche laufen noch
Eine etwas skurrile Debatte führte das Stadtparlament gestern in Zusammenhang mit der drohenden Schliessung von «Kultur am Gleis» (Kugl). Nach einem Urteil des Verwaltungsgerichts kann die Einrichtung am heutigen Standort im Güterbahnhof nicht mehr in der bisherigen Form weitergeführt werden.
Urbanität sichern
Das Parlament hatte gestern über ein Postulat von Mitgliedern aus allen Fraktionen zu befinden.
Der Vorstoss verlangte vom Stadtrat anhand des Kugl, Auskunft darüber zu geben, was getan werden kann, um die Urbanität der Stadt und ihre Rolle als Ausgehmeile der weiteren Region zu sichern. Der Stadtrat war bereit, den Auftrag entgegenzunehmen.
Für Martin Boesch (SP) machte dieser in der eingereichten Form keinen Sinn. Wenn schon, dann müsse man den Stadtrat beauftragen, allgemein über das Thema Auskunft zu erteilen. Übers Kugl werde man im Postulatsbericht nichts Neues erfahren können.
Es sei überflüssig, den Auftrag mit ihm zu verknüpfen.
In drei bis sechs Monaten gelöst
Stadtrat Nino Cozzio bestätigte, dass «der Fall» Kugl in drei bis sechs Monaten gelöst sein müsse. Der Betrieb in der jetzigen Form sei mit dem rechtsgültigen Urteil zeitlich nicht unbeschränkt möglich. Die Stadt stehe in Verhandlungen mit den Kugl-Betreibern.
Sie müssten sich auch Gedanken machen, wie man das Konzept verändern könne, damit der Betrieb im Güterbahnhof allenfalls möglich bleibe. Es sei geplant, auch mit dem Nachbarn, der vor Gericht recht bekommen habe, darüber zu verhandeln.
Das Parlament lehnte nach längerer Diskussion mit 34 zu 19 Stimmen eine allgemeinere Fassung des Postulatsauftrags ab.
Der Antrag, der Vorstoss müsse innert sechs Monaten dringlich beantwortet werden, wurde dann allerdings nach kurzer, aber heftiger Diskussion auch darüber zurückgezogen. (vre)
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