Direkte Links und Access Keys:

Tagblatt Online, 09. Dezember 2009 01:04:06

Etwas Glück zurückgeben

Zoom

Machen sozial benachteiligte Kinder glücklich: Adrian und Sarah Zehnder-Weibel von der Aktion Wunschzettel. (Bild: Bild: Ralph Ribi)

Dank der Aktion Wunschzettel erhalten Kinder von sozial schwachen Familien trotzdem Weihnachtsgeschenke von ihren Eltern. Bezahlt werden sie durch Spendengelder.

Flavia Conrad

Am Weihnachtsabend trifft sich meistens die ganze Familie zum Festessen. Alle erfreuen sich am schöngeschmückten Weihnachtsbaum, an den Geschenken, und man singt gemeinsam Lieder. Soweit das Klischee. Manche Eltern können es sich aber auch in der reichen Schweiz nicht leisten, ihren Kindern die Wünsche zu Weihnachten selber zu erfüllen. Mit der Aktion Wunschzettel möchten deshalb die Initianten, Adrian und Sarah Zehnder-Weibel sozial benachteiligten Eltern die Möglichkeit dazu geben.

«Da ich selber einige Jahre auf die Hilfe vom Sozialamt angewiesen war, kenne ich die Situation dieser Familien», erzählt Sarah Zehnder-Weibel. «Als alleinerziehende Mutter mit einem behinderten Kind war es mir leider nicht möglich zu arbeiten.» Es sei dann oft schwierig gewesen, wenn sie ihrer Tochter nicht einmal ein richtiges Weihnachtsgeschenk machen konnte. «Es gab zwar Geschenke von Bekannten und Grosseltern, doch als Mutter möchte man dem Kind auch selber eine Freude bereiten.»

Dank einer anonymen Spende an das Sozialamt durfte Sarah Zehnder schliesslich mit ihrer Tochter in die Ferien fahren: «Das hat mich riesig gefreut.» Und jetzt, da es ihr wieder gut gehe, möchten sie und ihr Mann etwas von diesem Glück zurückgeben.

Für Benachteiligte in der Region

Wichtig war den beiden, etwas tun zu können für die Menschen, die hier leben. Deshalb kam das Ehepaar auf die Idee des Weihnachtswunschzettels. Ein Wunschzettel für Kinder eben, die nicht jedes Jahr ein Geschenk unter dem Baum finden.

Doch Geschenke kosten Geld. «Um Spenden sammeln zu können, gründeten wir vergangenen Monat einen Verein», sagt Sarah Zehnder. Damit auch wirklich sozial Benachteiligte die Geschenke erhalten, wandten sie sich an das Sozialamt der Stadt St. Gallen. «So ist gewährleistet, dass möglichst viele berücksichtigt werden können und wir nicht willkürlich Begünstigte auswählen», sagt Adrian Zehnder. «Als Verein sammeln wir die Spenden und kümmern uns um die Geschenke.

» Die Geschenke werden dann über das Sozialamt den Familien überbracht.

Als Sammelziel hat sich der Verein 5000 Franken gesetzt. «Das Geld, das wir dieses Jahr nicht verwenden, können wir bestimmt auch nächstes Jahr gebrauchen», erklärt Zehnder. Bis jetzt gingen 835 Franken in die Spendenkasse. Für kleinere Spendenbeträge hat das Team der Beltone Hörberatung AG an der Poststrasse 4 – dort arbeitet Sarah Zehnder – ein Sparschwein aufgestellt.

Unterstützt durch das Sozialamt

«Wir sind bei privaten Personen, die für Spendenaktionen anfragen, ziemlich zurückhaltend», sagt Patrik Müller, Leiter des Sozialamts. Die Idee des Ehepaars Zehnder-Weibel habe sie jedoch überzeugt. Das Sozialamt wählt die Familien aus und bearbeitet vor der Verteilung die Wunschzettel. «Die begünstigten Familien begleiten wir schon eine Weile. Es sind Alleinerziehende oder Familien mit mehreren Kindern. Dieses Jahr können etwa sechs Familien berücksichtigt werden», sagt Müller. Die Wünsche seien unterschiedlich – vom Legobausatz bis zur Spielkonsole. Mehr als 150 Franken solle ein Geschenk nicht kosten.




Leser-Kommentare:
keine


Zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden.

Kommentar schreiben

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!

Um Inhalte kommentieren zu können, müssen Sie eingeloggt sein.

Noch keinen Zugang? Jetzt kostenlos registrieren!

Anzeige:

tagblatt.ch / leserbilder

facebook.com / tagblatt

 ...